25.01.2020 - 15:42 Uhr
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Neujahrsempfang beim 1. FC Nürnberg: "Wir nehmen die Situation ernst"

2019 war für den 1. FC Nürnberg wenig ruhmreich. Das sagt Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Grethlein. Das soll sich 2020 nicht wiederholen. Also richtet sich der Blick beim Neujahrsempfang bei Lachs und Rinderfilet nach vorn – und auf die Jugend.

Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Grethlein (links) ist überzeugt, dass der 1. FC Nürnberg mit seinem Kapitän Hanno Behrens (rechts) den Tabellenplatz 16 bald verlassen wird.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Ein Neujahrsempfang sei weniger ein Anlass, zurückzublicken, sinniert Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Grethlein im Nürnberger Businesstower. Dabei begründete der Club doch vor genau 100 Jahren seine glorreichsten Jahre: allein fünf Meisterschaften in einer Dekade.

So war der Neujahrsempfang beim Club 2019

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Januar 2020: Die Franken stehen auf Platz 16 der 2. Liga. Hinter ihnen liegt der neunte Abstieg, in der aktuellen Saison wurde der Trainer gewechselt. 2019 sei trotzdem nicht alles schlecht gewesen. „Bemerkenswert war die Unterstützung der Fans“, sagt Grethlein. Im Winter habe man sich damit auseinandergesetzt, warum der Club seine Qualität nicht auf dem Platz zeigt. „Wir nehmen die Situation ernst.“ Deshalb verstärkte man sich auch personell. „Wir haben ein kompetentes Trainerteam und gute Jungs. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Tabellenregion, in der wir jetzt stecken, verlassen werden.“

Modernes Stadion

Grethlein sagt, dass sich der Verein wirtschaftlich konsolidiert hat. Auch was jetzt unternommen wurde, gefährde nicht den eingeschlagenen Weg. Trotzdem sucht der Club nach weiteren Sponsoren. „Wir haben Kapitalbedarf.“ Er nennt die Modernisierung des Stadions als Beispiel. Geht das der Club nicht an, so glaubt Grethlein, dass die Franken Wettbewerbsnachteile erleiden. „Sich dann in der 1. Liga zu etablieren, wird umso schwerer.“ Der 1. FC Nürnberg gibt sich in diesen Tagen außerdem ein neues Leitbild. Jemand habe ihm einmal gesagt: „Das Leben ist kein FC Bayern.“ Vielmehr sei es wie der Club. „Es hält Enttäuschung und Freude, Pech und Glück und Sieg und Niederlage bereit.“ Der Club so unberechenbar wie das Leben? So könne man das sehen, sagt Finanzvorstand Niels Rossow.

Ein neuer Trainer für den 1. FC Nürnberg

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Der 43-Jährige ist der Chef-Visionär beim 1. FC Nürnberg. Für ihn sei 2019 freilich ein Jahr der Enttäuschung gewesen. „Aber es gab auch tolle Momente: oft eine volle Hütte, spektakuläre Gegner, der erste Stand am Christkindlesmarkt, die Eröffnung des Club-Hauses in der Innenstadt.“ Der Club verzeichnet ein Plus an Followern in sozialen Medien und warb sieben Prozent mehr Mitglieder an. „Der Club ist cool und boomt.“

Wie geht es mit Patrick Erras beim Club weiter?

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Jetzt will sich der 1. FC Nürnberg noch mehr auf die Kinder und Jugendlichen konzentrieren. Rossow wünscht sich, dass das Nachwuchsleistungszentrum –um seinen neuen Chef Michael Wiesinger – in den kommenden Jahren zu den Top-10 Ausbildungsstätten in Deutschland zählt.

Verantwortung in der Region

Außerdem bekommt jedes Baby, das ab Frühjahr 2020 in Nürnberg geboren wird, einen FCN-Strampler vom Verein geschenkt. „Wir wollen in Kindergärten und Schulen investieren. Es ist uns ein großes Anliegen, die Jugend für den Club zu begeistern.“ Die Franken hätten schließlich eine Verantwortung gegenüber ihrer Stadt, der Region und den Menschen.

Am schnellsten lässt sich freilich die Freude bei den Anhängern herstellen, wenn es auf dem Platz läuft. FCN-Kapitän Hanno Behrens schwärmt von den Neuzugängen Philip Heise und Konstantinos „Dino“ Mavropanos: „Sie sind schon sehr gut im Team integriert. Dino hat mir gesagt, er fühlt sich, als sei er schon mehrere Monate hier.“

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