05.06.2020 - 17:13 Uhr
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Badespaß nur in geregelten Bahnen

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Üngetrübter Spaß in den Freibädern? In dieser Saison eher nicht. Denn vorerst öffnen nur wenige der Freizeitanlagen. Und dort, wo es ab nächster Woche losgeht, ist einfach alles anders, als in den Jahren zuvor.

Einbahnstraße, Abstandsregelungen und noch vieles mehr wartet in diesem Corona-Jahr auf die Besucher in den Freibädern. Deshalb überlegen noch etliche Gemeinden und Städte, ob sie die Freizeitanlagen überhaupt aufsperren sollen.
von Armin Eger Kontakt Profil

In den Rathäusern in unserem Verbreitungsgebiet wurde und wird diskutiert, ob, und wann man die Freibäder aufsperren soll und vor allem dann, mit welchen Vorgaben. Während 11 Bäder ab nächster Woche zeitversetzt öffnen, bleiben 3 Anlagen in dieser Saison komplett geschlossen. In 20 Kommunen ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Ab 8. Juni dürfen die Freibäder wieder aufsperren. Aber noch gibt es viele Ungereimtheiten, darin sind sich die Bäderverantwortlichen im Klaren, wie eine Umfrage von Oberpfalz-Medien in den Städten und Gemeinden ergab.

"Es gibt keine klaren Vorgaben und das verärgert gewaltig", sagt Schnaittenbachs Bürgermeister Marcus Eichenmüller. "Wir haben bei uns im Landkreis eine Online-Gruppe der Bürgermeister, wo es um nichts anderes geht. Auch bei mir dreht sich momentan alles nur um dieses eine Thema. Wir werden aber alles unternehmen, bei uns das Bad zu öffnen", verspricht der Schnaittenbacher Stadtchef.

Wer ins Hockermühlbad nach Amberg will, hat es nicht so einfach

Amberg

So wie Eichenmüller geht es etlichen Gemeindeoberhäuptern. Die Vorgaben umzusetzen, sei äußerst schwierig, waren sich viele einig. Und in dieser Saison sei kein reiner Freizeitbetrieb möglich mit gemeinsamen Treffen auf der Liegewiese oder irgendwelchen Spielen, sondern es sei eher ein Sport- und Schwimmbetrieb.

Auch der Kostenfaktor sei dabei ein großes Problem. Beschränkte Besucherzahlen, der Einsatz von Sicherheitspersonal, das die Vorgaben überprüfen soll, würden das Defizit noch mehr in die Höhe treiben als ohnehin schon. Die Zahl der Bäder, die ab dem möglichen Termin in der Region öffnen, hält sich deshalb vorerst noch in Grenzen.

Amberg/Sulzbach-Rosenberg

Die Saison im Amberger Freibad beginnt am Donnerstag, 11. Juni und läuft zunächst bis Donnerstag, 2. Juli. In dieser Zeit ist nur das große Sportbecken zugänglich. Stephan Prechtl, Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke, die für den Bäderbetrieb in Amberg zuständig sind, fand am Mittwoch zum Thema Freibad-Betrieb mit Corona-Vorgaben kritische Worte in Richtung Staatsregierung: "Es ist leider wieder so, dass die Politik nicht sagt, was sie möchte - sie gibt nur Mindeststandards vor."

Deshalb gebe es bei den Freibädern, die wieder öffnen, ganz unterschiedliche Regelungen zum Schutz vor dem Coronavirus. So seien die Stadtwerke gezwungen, eine Maximalgrenze von 200 Badbesuchern einzuhalten.

Das Schätzlerbad in Weiden bleibt diese Saison geschlossen, die Mitglieder sind sauer, weil sie nicht gefragt wurden.

Weiden in der Oberpfalz

Bereits am 8. Juni geht es im Freibad Vilseck los, es folgen Auerbach (11. Juni), Kastl (geplant 12./13. Juni), Rieden (13. Juni), Etzlwang (14. Juni) und Sulzbach-Rosenberg (15. Juni). In den restlichen Kommunen wird darüber noch diskutiert, wann und ob überhaupt der Startschuss erfolgen soll.

Weiden/Landkreis Neustadt

Der Beschluss des Ministerrats, dass ab 8. Juni die Bäder öffnen dürfen, löste beim Schwimmverein Weiden als Eigentümer und Betreiber des Schätzlerbads wenig Begeisterung aus. "Für uns als privater Betreiber ist eine Öffnung der Becken unter diesen Bedingungen einfach nicht durchführbar", erklärt Vorsitzende Ilona Forster. Aus logistischen und finanziellen Gründen sei dies zwingend erforderlich.

Schwimmvereins-Schatzmeister Norbert Ziegler erläuterte die Gründe näher. "Unter Zugrundelegung der von der Deutschen Bädergesellschaft erstellten Regeln dürfen an heißen Tagen nicht wie im letzten Jahr bis zu 8000 Besucher kommen, sondern maximal 2500 bis 3000", sagt er. Im großen Schwimmbecken dürften sich maximal 160 Schwimmer auf in verschiedene Richtungen abgegrenzten Bahnen bewegen. Begegnungen müssten vermieden werden. Für das Nichtschwimmerbecken errechnen sich maximal 50 Badegäste. "Besucher werden sich doch nicht freiwillig anstellen, um ins Wasser zu steigen", prognostiziert Ziegler. Er hofft deshalb auf das Verständnis der Badewilligen.

Kann das Coronavirus über das Wasser in Schwimmbädern übertragen werden?

Amberg

Das Waldbad in Grafenwöhr nutzt den 8. Juni, und es geht dort am Montag los. In Windischeschenbach sollen ebenfalls die Badegäste auf ihre Kosten kommen, ab wann, ist noch nicht klar. Grafenwöhr, Vohenstrauß und Pleystein überlegen noch. Am Rußweiher in Eschenbach geht es zunächst noch dem Klärschlamm an den Kragen. Deshalb ist die Anlage sowieso bis zum 20. Juni gesperrt.

Landkreis Tirschenreuth

Die überraschende Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder, dass die Freibäder öffnen könnten, "hat mich aus den Latschen gehauen", sagte Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl auf der jüngsten Stadtratssitzung. Jetzt würde die Verantwortung bei den Kommunen liegen. Diese Verantwortung wollte die Stadt nicht übernehmen und eine Mehrheit im Stadtrat sah von einer Öffnung des Freibads für die Allgemeinheit ab. Allerdings wurde für das Training der Mitglieder des Schwimm-Clubs eine Ausnahme geschaffen.

Im Landkreis Tirschenreuth bleibt das Waldfreibad Altglashütte geschlossen. Sicher ist nur, dass das Freibad in Waldsassen am Donnerstag, 11. Juni (mit maximal 300 Besuchern gleichzeitig) öffnet. Wann das Kösseinebad in Waldershof aufsperrt, muss der Stadtrat noch entscheiden.

Landkreis Schwandorf

Nichts geht vorerst im Landkreis Schwandorf. Im Erlebnisbad der Kreisstadt ist zwar eine Öffnung geplant, aber einen Termin gibt es noch nicht. Das Freizeitzentrum Perschen überlegt, Ende Juni zu öffnen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, genauso wie in Oberviechtach und Neunburg vorm Wald.

Eine Übersicht der Freibäder im Verbreitungsgebiet von Oberpfalz-Medien. Stand 5. Juni 2020.

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