CDU-Parteitag: Oberpfälzer CSU-Politiker setzten auf Söder als Kanzlerkandidaten

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Es ist der 33. Parteitag seit der Wiedervereinigung und es gibt drei Kandidaten. Am Wochenende entscheidet die CDU wer sie führen soll. Oberpfälzer CSU-Politiker dürfen nicht wählen, einen Favoriten haben einige. Auch als Kanzler.

Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz Norbert Röttgen (von links), Armin Laschet und Friedrich Merz sitzen vor Beginn einer Diskussionsrunde Anfang Januar im Konrad-Adenauer-Haus.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Frage, wer an der Spitze der CDU steht, betrifft auch die CSU. Schließlich sitzen beide im Bundestag in einer Fraktion, und sie haben einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten. Jetzt wählt die CDU einen neuen Parteivorsitzenden, der, wie der Weidener CSU-Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht sagt, ein "geborener Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers ist". Gleichwohl will der eine oder andere Oberpfälzer CSUler nicht verbergen, dass ihm ein Bundeskanzler Markus Söder durchaus gefallen würde.

Auf die Frage, ob Norbert Röttgen, Armin Laschet oder Friedrich Merz die CDU führen soll, antwortet die Amberger CSU-Vorsitzende Michaela Frauendorfer, dass ihr Favorit Norbert Röttgen ist. "Von ihm verspreche ich mir am Meisten, auch in Bezug auf die Beteiligung von Frauen." Dann müsse sie auch nicht bedauern, dass künftig keine Frau mehr an der Spitze der Schwesterpartei steht.

Rupprecht kennt Friedrich Merz noch aus dessen Zeit als stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion. Norbert Röttgen schätzt der Weidener wegen der langjährigen Zusammenarbeit mit diesem im Parlament sehr. Gleichwohl will er sich nicht festlegen. "Wen die CDU zum Vorsitzenden wählt, müssen die CDU-Mitglieder entscheiden." Ähnlich äußert sich Thomas Ebeling (CSU). Der Schwandorfer Landrat sagt, als Mitglied der CSU stünde es ihm nicht zu, eigene Präferenzen zu äußern. Unabhängig davon habe er "vollstes Vertrauen, dass der CDU-Parteitag eine gute Wahl treffen wird".

Wegen Corona verschoben

Deutschland & Welt

Hoffen auf Einigkeit bei der Schwesterpartei

Der Europaabgeordnete Christian Doleschal aus Brand (Kreis Tirschenreuth) dürfte vielen aus Seele sprechen - in der CSU, aber auch in der CDU - wenn er sagt: "Die CDU wird eine kluge Entscheidung treffen und sich danach hoffentlich geeint hinter dem neuen Vorsitzenden versammeln." Einigkeit hatte die CDU zuletzt vermissen lassen. Diese ist aber Voraussetzung für einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf in diesem Jahr.

Der bayerische JU-Vorsitzende lässt durchblicken, dass sein Favorit am Samstag gar nicht auf dem Stimmzettel steht. Gemeint ist Jens Spahn. Zum CDU-Bundesgesundheitsminister, der mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet ein Team bildet, hat Doleschal seit der gemeinsamen Zeit im Bundesvorstand der Jungen Union eine persönliche Verbindung. Der Name Spahn fällt bei Oberpfälzer CSU-Politikern auch im Zusammenhang mit einer möglichen Kanzlerkandidatur. "Ich persönlich glaube, dass auch Jens Spahn und Markus Söder sehr geeignete Kandidaten wären", sagt etwa Rupprecht. Auf Söder als Kanzlerkandidaten setzen auch Frauendorfer und Ebeling.

Die Vorsitzende Oberpfälzer Frauen Union, Barbara Gerl, erinnert daran, dass "das mit den bayerischen Kanzlerkandidaten nie von Erfolg gekrönt" gewesen sei. Sie sei daher "patriotisch egoistisch: Lassen wir unsere herausragenden Politiker lieber für Bayern und von Bayern aus Erfolgsgeschichten schreiben." Aber auch für Gerl besteht kein Zweifel, dass Ministerpräsident Söder "definitiv auch ein geeigneter Kanzler" wäre.

Bis Ostern über Kandidaten entscheiden

Bleibt noch die Frage, wann der Kanzlerkandidat der Union benannt werden soll. Söder hat bereits gesagt, dass er und der CDU-Chef nach dessen Wahl über den Kanzlerkandidaten beraten wollen. Bis wann sollte die Entscheidung fallen? Gerl spricht von Ostern, Ebeling sagt in den nächsten ein, zwei Monaten, Doleschal erwartet die Entscheidung für Mai und April.

Zunächst haben aber die Delegierten der CDU das Wort. Beim digitalen Bundesparteitag wird an diesem Samstag gewählt. Am Freitag darauf, dem 22. Januar, gibt es dann das Ergebnis der Briefwahl. Dann ist auch der künftige politische Partner von CSU-Chef Söder endgültig bestätigt.

Im Zeichen der Pandemie

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Wahl des CDU-Vorsitzenden

■ Die bisherige Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war Anfang Februar 2020, zwei Jahre nach ihrer Wahl an die CDU-Spitze zurückgetreten.■ In den vergangenen Monaten sind Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet als Dreigespann oder alleine - häufig nur digital - durch die Bundesrepublik gezogen, um für sich zu werben.■ Die Wahl des Vorsitzenden und des neuen Vorstands erfolgt am Samstag digital. Um die Online-Abstimmung rechtssicher zu machen, folgt eine Briefwahl. Das Ergebnis gibt es am Freitag, 22. Januar.

  • Die bisherige Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war Anfang Februar 2020, zwei Jahre nach ihrer Wahl an die CDU-Spitze zurückgetreten.
  • In den vergangenen Monaten sind Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet als Dreigespann oder alleine – häufig nur digital – durch die Bundesrepublik gezogen, um für sich zu werben.
  • Die Wahl des Vorsitzenden und des neuen Vorstands erfolgt am Samstag digital. Um die Online-Abstimmung rechtssicher zu machen, folgt eine Briefwahl. Das Ergebnis gibt es am Freitag, 22. Januar.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.