Weiden in der Oberpfalz
29.10.2026 - 09:41 Uhr

OTon: Kaffeebrösel und Küchentreffs

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister des guten Geschmacks: löslicher Kaffee. Autorin Kathrin Halbhuber ist ein großer Fan davon. Noch mehr aber davon, dass sie ihre Liebe zum Instantkaffee mit ihrer Kollegin teilen kann.

Viele graut es davor, doch Autorin Kathrin Halbhuber ist ein großer Fan von Instantkaffee. Symbolbild: Friso Gentsch/dpa
Viele graut es davor, doch Autorin Kathrin Halbhuber ist ein großer Fan von Instantkaffee.

„Lust auf Bröseln?“, fragt mich meine Kollegin auf Teams. „Na klar doch“, antworte ich. Was kryptisch klingt, ist für uns beide zum Ritual geworden. Unter „Bröseln“ verstehen wir aber nicht das, was Sie jetzt möglicherweise denken. Wir meinen die kleinen Brösel des löslichen Kaffees, den wir uns jeden Tag in der Arbeit aufbrühen. „Bröseln“ ist unser Codewort für: „Lust auf einen kleinen Plausch in der Küche, bis das Wasser heiß ist?“ Das ginge natürlich auch ohne unseren geliebten Instantkaffee, wäre aber nur halb so toll. Denn neben dem sozialen Aspekt spielen auch die Vorzüge dieses besonderen koffeinhaltigen Getränks eine entscheidende Rolle.

Damit meine ich nicht die Vorzüge von Kaffee im Allgemeinen, sondern insbesondere die des getrockneten Bröselkaffees: Er ist gut dosierbar, günstig, schnell aufgebrüht und schmeckt, je nach Marke natürlich, wunderbar – für meinen Geschmack. Ich bin nämlich Kaffeeliebhaberin, aber auch Pragmatikerin. Genau wie meine Kollegin. Diese Liebe teilt aber nicht jeder mit uns – höchstwahrscheinlich werden viele von Ihnen bei der Vorstellung, aufgebrühte Kaffeebrösel zu trinken, dankend abwinken. So auch ein Kollege, der unseren Faible dafür so gar nicht versteht. Er ist nämlich eher der Typ Siebträgermaschine. Schon beim Anblick der Dose mit den getrockneten Kaffeebröseln graut es ihm – ganz zum Vergnügen unsererseits. Aber wie sagt man so schön: Geschmäcker sind verschieden!

Wahrscheinlich würde er mir auch nicht schmecken, wenn ich nicht damit aufgewachsen wäre. Schon als Kind habe ich meine Oma beobachtet, wie sie sich jeden Nachmittag eine kleine Tasse mit Instantkaffee aufgebrüht hat. Und diese Tradition führe ich jetzt weiter – zusammen mit meiner Kollegin. Denn wenn wir ehrlich sind, geht es doch weniger um die Qualität des Kaffees. Viel wichtiger sind die Menschen, mit denen wir zusammen in der Küche stehen und warten, bis das Wasser heiß ist. Dann gibt es ein bisschen Smalltalk, ein kleines Update, Ratschläge oder einfach ein offenes Ohr für Sorgen jeglicher Art. Danach fühlt man sich immer besser – mit heißem Kaffee in der Hand und leichtem Herzen geht es dann zurück an den Arbeitsplatz, bis es wieder heißt: „Lust auf Bröseln?“

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Info:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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