02.06.2020 - 16:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Drei Höfe in Amberg halten den Zeitplan

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Auch Corona kann das Projekt Drei Höfe, das ehemalige Kaufhaus Storg und Forum, nicht aufhalten. Vermarktung und Rückbau laufen nach Plan, im Oktober fangen die eigentlichen Bauarbeiten an. Auch für die Gastronomie im Erdgeschoss.

Blick auf den Innenhof der Drei Höfe, wie er sich ab Frühjahr 2023 präsentieren wird. Auf der rechten Seite zieht ein Restaurant mit 150 Plätzen ein, links entsteht ein Tagescafé mit 50 Plätzen. Im Hof selbst sollen noch einmal 100 Menschen essen und trinken können.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

In regelmäßigen Abstand schaut Wolfram Buegger, der für das Kaufmännische zuständige Geschäftsführer der Amberger Bauart, beim Oberbürgermeister vorbei, um ihn in Sachen Drei Höfe auf den aktuellen Stand zu bringen. Bekanntlich entsteht in den Gebäuden des ehemaligen Kaufhauses Storg/Forum in der Bahnhofstraße ein Hotel mit 90 Zimmern. Dazu viel Gastronomie und eine Einkaufspassage im Erdgeschoss mit dem Schwerpunkt auf dem kreativen regionalen Bereich.

In Sachen Gastronomie hatte Wolfram Buegger diesmal die aktuelle Planung mitgebracht. Die sieht vor, dass es ein Restaurant mit oberpfälzisch-alpenländischer Küche werden wird.

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"Vom Kaiserschmarrn bis zum Schweinebraten soll es alles geben", gibt der Bauart-Geschäftsführer eine Richtung vor. Ohne sich jetzt schon abschließend festlegen zu wollen. Denn das Restaurant mit seinen 150 Sitzplätzen soll extern verpachtet werden. Einen Pächter habe er aber noch keinen, so sagt Buegger, über Bewerbungen freue er sich umso mehr.

Restaurant mit 150 Plätzen

Zu den 150 Restaurant-Plätzen kommen noch einmal rund 50 Plätze im Tagescafé, das ebenfalls hier einziehen soll. Dazu sind noch einmal gut 100 Plätze im historischen Innenhof vorgesehen, der nach den Vorstellungen von Wolfram Buegger bis zu zehn Monate im Jahr ein geschützter Platz zum Verweilen werden wird, je nach Wetter. Attraktive Gastronomie ist nach Ansicht von Oberbürgermeister Michael Cerny ein Magnet, der Menschen in die Innenstadt locken kann. Die dann Einkäufe in den Amberger Geschäften machen, durch die historische Altstadt bummeln, das Stadt- oder Luftmuseum besuchen und vieles mehr.

So werden die Drei Höfe ausschauen

Damit der Innenhof der Drei Höfe auch optisch ansehnlich wird, gibt Bauart dem historischen Platz einen modernen Abschluss aus Glas und Stahl zum Münzgässchen hin. "Es wäre schon klasse, wenn wir hier einen neuen Treff in der Altstadt schaffen könnten", schwärmt Wolfram Buegger.

Hintergründe zu den Drei Höfen

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Der trotz Corona übrigens keineswegs nervös wird, wie er bei seinem Besuch beim OB demonstriert. Die Rückbauarbeiten laufen weiter störungsfrei, die Fachingenieure machen ihre Planungsarbeit. Und auch der Verkauf des Objekts - bekanntlich werden die Drei Höfe in 128 Teile "zerlegt" und so vermarktet - hat kaum virusbedingte Verzögerungen erfahren. Nur eine handvoll potenzieller Investoren sei abgesprungen, weil sie wegen Corona nicht wissen, ob sie die für eine Abschreibung erforderliche Steuergröße heuer überhaupt erreichen. "Aber zum Glück haben wir eine Warteliste mit rund 40 Namen."

Der Zeitplan steht

Der Zeitplan steht, ab Oktober werden die "richtigen" Aufbauarbeiten beginnen, mit dem Fertigstellungstermin Ende 2022 steht die Bauart bei den Investoren ohnehin in der Pflicht. "Das funktioniert aber vor allem auch, weil wir kein komplexes Vertragswerk mit der Stadt ausgearbeitet haben, sondern die von beiden Seiten gegebenen Worte auch gehalten werden", lobt Buegger die hervorragende Kooperation. "Es ist eine tolle Zusammenarbeit", sagen Wolfram Buegger und Michael Cerny übereinstimmend. Die sich für die Stadt Amberg sehr zum Vorteil auszahlen wird. Auch da sind sich beide sicher.

Kommentar:

Diesmal wird es wirklich etwas

Wann immer wir in gedruckter oder digitaler Form über die Drei Höfe berichten, können wir sicher sein, dass in den Sozialen Medien Kommentare auftauchen wie: „Das wird doch eh’ nichts.“ Abgesehen davon, dass sich auf Facebook und Co. ohnehin viele Menschen tummeln, die dort einer negativen Lebenseinstellung freien Lauf lassen, war es bis vor einigen Monaten vielleicht auch ein bisschen verständlich, skeptisch zu sein, ob das mit dem ehemaligen Storg/Forum überhaupt noch etwas wird. Doch mit der Übernahme des Gebäudekomplexes an der Bahnhofstraße durch die Amberger Firma Bauart haben sich die Paradigmen grundsätzlich verändert. Bauart spielt im Konzert der Bauträger zwar eher die zweite Geige, was die bloßen Umsätze angeht, doch schafft es diese relativ kleine Firma aus Amberg immer wieder, große Projekte erfolgreich über die Bühne zu bringen. Genannt sei hier nur die sehr erfolgreiche Sanierung von Teilen des längsten Gebäudekomplexes der Welt in Prora/Binz auf Rügen. Beim aktuellen Stand der Vermarktung der Drei Höfe in der Bahnhofstraße gibt es kein Zurück mehr. Das Projekt ist zum größten Teil vermarktet, die Notarverträge mit den Investoren werden derzeit unterschrieben. 128 Anteilseigner erwarten auf der einen Seite ihre Rendite, rund 35 Millionen Euro Investitionssumme lassen sich auf der anderen Seite so relativ leicht beschaffen. Geld, das Cent für Cent gut eingesetzt ist in Amberg. Und im Dezember 2022 ist alles fertig.

Andreas Ascherl

Rund 100 Plätze werden im Innenhof entstehen.
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