24.06.2020 - 12:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Gregor-Mendel-Gymnasium spielt in Diskussion plötzlich nur noch Nebenrolle

Redet der Stadtrat über die Brandschutzsanierung des Gregor-Mendel-Gymnasiums? Oder geht es um die Baumaßnahme auf dem Bürgerspitalareal im Herzen der Stadt? Eine einzige Haushaltsstelle sorgt für Diskussionen.

Die Brandschutzsanierung für das Gregor-Mendel-Gymnasium stand eigentlich auf der Tagesordnung des Stadtrat. Letztendlich diskutierte das Gremium aber über das Ten-Brinke-Projekt auf dem Bürgerspitalareal.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Das Thema wurde schon einmal im Bauausschuss diskutiert und einstimmig verabschiedet: Weil die unbedingt notwendige Brandschutzsanierung des Gregor-Mendel-Gymnasiums mehr Geld benötigt, muss der entsprechende Haushaltsansatz von knapp 200 000 Euro um 155 000 Euro aufgestockt werden. Das liegt unter anderem daran, dass das Projekt von ursprünglich einen auf zwei Bauabschnitte geteilt worden ist, um den wieder aufgenommenen Lehrbetrieb an der Schule nicht über Gebühr zu belasten.

Diese Tatsache an sich war am Montagabend im Stadtrat unstrittig, Diskussionen über die Notwendigkeit oder die Kosten waren Fehlanzeige. Es hätte also große Zufriedenheit herrschen können, wäre da nicht die Kleinigkeit mit der Finanzierung dieser Mehrausgaben gewesen. Stadtkämmerer Jens Wein nimmt das dafür erforderliche Geld nämlich aus dem Posten für die Baufeldvorbereitung auf dem Bürgerspitalareal, die offenbar eine Leistung der Stadt Amberg im Vertrag mit Investor Ten Binke darstellt. "Welche Auswirkungen hat das auf die Kostenstelle für das Bürgerspital?", wollte CSU-Stadtrat Dieter Mußemann wissen.

"Jeder von uns geht davon aus, dass wir für das Bürgerspitalareal jeden Tag eine Lösung präsentiert bekommen", begründete Mußemann seinen Vorstoß. Offenbar sah er sogar den Spatenstich für das Ten-Brinke-Projekt in Gefahr, den er spätestens in wenigen Monaten wähnte. Anscheinend aber vergeblich, wie Baureferent Markus Kühne ausführte. "Erst, wenn der Investor weiß, wie das Objekt aussehen soll, kann ich weitermachen." Kühne meinte damit die unklaren Punkte in der Planung, die eine Vorbereitung des Baufelds zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich machen.

Wo müssen die Ver- und Entsorgungsleitungen für das Ten-Brinke-Projekt liegen? Wo werden später die Rampen für die Tiefgarage sein? Die Tatsache, dass diese Garage wegen der geologischen Gegebenheiten um ein Stockwerk verkleinert werden musste, hatte bekanntlich eine Neuplanung des Gesamt-Objekts notwendig gemacht. "Die Gespräche mit Ten Brinke laufen", sagte Oberbürgermeister Michael Cerny. Konkret würden zum jetzigen Zeitpunkt aber allenfalls grobe Planskizzen vorliegen, ergänzte Baureferent Kühne.

Das brachte wiederum SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth auf den Plan und ans Mikro. "Ich bin da schon ein wenig verwundert, dass wir da so im Nebel stochern", stocherte sie in die gleiche Wunde der Planer. "Ich habe gedacht, da fällt nur ein einziges Stockwerk der Tiefgarage weg und alles andere bleibt gleich." Letztendlich konnten der Oberbürgermeister, der Kämmerer und der Baureferent "Entwarnung geben. So viel wird in diesem Jahr nicht mehr passieren auf dem Bürgerspitalareal - und für alles, was trotzdem dort geschieht, sei ausreichend Geld im Haushalt vorhanden. Und dann da sind ja auch noch die beim Verwaltungsgericht anhängigen Normenkontrollklagen.

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