11.01.2019 - 14:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Internet-Pöbler abgetaucht

Seine beiden Homepages stehen auf dem Index. Herbert S. lässt keine Gelegenheit aus zu beleidigen, zu hetzen, Obszönitäten zu verbreiten oder junge Frauen zu stalken. Mehrfach saß er deshalb ein. Jetzt wird er per Haftbefehl gesucht.

Auf den abgetauchten Hass-Blogger warten nicht nur Handschellen bei der Festnahme, sondern auch der Vollzug einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten wegen seiner Internet-Pöbeleien.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

"Noch vor Weihnachten", so Oberstaatsanwalt Stefan Täschner auf Anfrage, war dem 65-Jährigen die Aufforderung zu einem neuerlichen Haftantritt zugestellt worden. Erschienen ist er nicht. Zwei Zugriffsversuche, so war aus Polizeikreisen zu erfahren, seien seither gescheitert. Herbert S. wird per Haftbefehl gesucht und Täschner ist sich sicher: "Das ist nur eine Frage der Zeit." Der allein lebende, mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann aus dem Landkreis musste sich im vergangenen Jahr gleich zwei Strafprozessen stellen. Eines der Urteile hat Rechtskraft erlangt, nachdem eine Revision zurückgewiesen wurde. Deshalb steht der Vollzug einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten an.

Verhängt wurde sie in zweiter Instanz wegen des Besitzes und Verbreitens von Jugendpornografie, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Als im Juli 2018 dieses Urteil erging, wurde parallel am Amtsgericht verhandelt. Wieder ging es um einschlägige Delikte. Herbert S. hat bisher nur wenig ausgelassen, was verbal an Straftaten möglich ist. Gewaltverherrlichung, volksverhetzende Äußerungen, selbst hasserfüllte Beleidigungen im Gerichtssaal gehören zu seinem Repertoire.

Zu seinen Opfern zählen Landrat Richard Reisinger, namentlich benannte Richter und Staatsanwälte, Polizisten, Lokaljournalisten, höchste Repräsentanten der Landeszentrale für neue Medien oder Lokaljournalisten. Aber auch ein ganzes Dorf im Landkreis, das er seit Jahren verunglimpft, weil ihn erst halbstarke Jugendliche und dann der Bürgermeister aus dem dortigen Freibad geworfen haben. Seither stalkte via einer seiner Homepages der heute 65-Jährige die damals junge Pubertierende und jetzige junge Frau und nutzte selbst den Strafprozess im vergangenen Jahr dazu, böse Erinnerungen wachzurufen und sie wieder in Angst und Schrecken zu versetzen.

Jetzt scheint Herbert S. selbst berechtigte Angst zu haben, dass es für einige Jahre nichts mehr mit seiner Freiheit werden wird. Zum Vollzug stehen ein Jahr und fünf Monate an. Hinzu kommt das zweite 2018 gegen ihn verhängte Urteil mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, das noch keine Rechtskraft erlangt hat. Und zuguterletzt steht wohl noch heuer ein weiterer Prozess vor dem Amtsgericht wegen Beleidigung gegen ihn an, wenn Herbert S. festgenommen ist. Ein Leben im Verborgenen ist teuer, und Geld hat der 65-Jährige nicht. Seit bald 20 Jahren lebt er von Hartz IV.

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