19.07.2018 - 17:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Kampf den Falschparkern

Verkehr hat normalerweise etwas mit Bewegung zu tun. Doch mehr und mehr verliert er in der Stadt Amberg an Dynamik und steht schließlich. Und am Ende diskutieren alle nur noch über das Parken.

Die Parksituation an der Fleurystraße ist seit Jahren ein Ärgernis für die Radfahrer und Fußgänger. Der Neubau der Straße könnte eine deutliche Verbesserung bringen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Beispiel Verkehrsausschuss am Mittwoch. Beantragt war vom Verkehrsreferenten die Ausweitung der Parküberwachung in der Stadt auf besonders neuralgische Punkte, die zu Problemen und damit zu Bürgerbeschwerden führen. Es waren dies eine Zone rund um das Berufliche Schulzentrum, ein Gebiet beim Krankenhaus, der Bereich bei der Trimax-Halle und die Technische Hochschule und ihre Nebenstraßen.
Oft würden hier Feuerwehrzufahrten und Garageneinfahrten zugeparkt, so hieß es in der Begründung. Ein Antrag, der Dieter Amann (SPD) eher nachdenklich stimmt. Denn eigentlich, so sein Einwand, sei man ja selbst Verursacher der Misere. "Weil eine gewisse Schuld liegt ja an der Entwicklung des Verkehrs", stellte er fest. Was er meint: Erst der Ausbau und die Erweiterung beispielsweise des Klinikums, die Weiterentwicklung der Berufschule, die attraktive OTH oder eine gut frequentierte Trimax-Halle locken den Verkehr an, der in seiner parkenden Form dann zum Problem wird.

Eigentlich Sache der Polizei

Amann: "Ich weiß nicht, ob wir uns da etwas Gutes tun." Überhaupt sei ja für die Ahndung von Parkverstößen in diesen Bereichen die Polizei zuständig. Als ehemaligen Polizeibeamten ist es Amann aber sehr bewusst, dass die nicht über ausreichend Personal verfügt, um diese Aufgabe ausreichend erfüllen zu können. "Die Autos sind einfach zu viel geworden", sagte Dieter Amann. Peter Hofrichter, der Leiter des Sachgebiets Verkehr bei der Polizei gab unumwunden zu, dass er ohnehin ein Freund der Ausweitung der Zuständigkeit der Verkehrsüberwachung auf die ganze Stadt ist, ohne damit einen vollkommenen Rückzug der Polizei aus der Fläche zu verbinden. Das würde aber bedeuten, mehr Personal einzustellen, wie Verkehrsreferent Bernhard Mitko sagte.
Doch tauchten zwei andere Aspekte in der Diskussion auf, die gerade in Amberg der Parkplatzproblematik ein völlig anderes Gesicht geben. So stellte Bürgermeister Martin Preuß in den Raum, es müssten tatsächlich Buslinien eingestellt werden, die zur Entlastung solcher Brennpunkte eingerichtet worden sind - und zwar mangels Fahrgästen. Und es gibt reichlich Parkraum, wenn er denn Geld kostet. Seit der Ausweichparkplatz an der Marienstraße bewirtschaftet ist, existieren hier freie Parkflächen in großer Anzahl.
Probleme bereiten also diejenigen, die weder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad fahren können oder wollen. Und die, die nicht bereit sind, für ihren Parkplatz zu bezahlen. Und wenn - wie im Falle der Trimax-Halle sehr oft am Wochenende zu beobachten - bevorzugt die Feuerwehranfahrtszone zugestellt ist, hört sich der Spaß dann eben auf. Deshalb stimmt am Ende der Ausschuss einstimmig für den Antrag der Verwaltung, die städtischen Verkehrsüberwacher werden künftig ein wachsames Auge auf diese Bereiche haben.

Ohne weiteres Personal

Damit hier aber kein zusätzliches Personal eingestellt werden muss, sinkt gleichzeitig der Kontrolldruck in der Altstadt. Der Verkehrsreferent will hier einmal abwarten, wie sich das von der Parkmoral her entwickelt. "Wir haben das Personal, das muss nur ein paar Schritte weiterlaufen", gab Bernhard Mitko die Devise aus. "Wenn es funktioniert, ist es gut, wenn nicht stellen wir mehr Personal ein", fügte er hinzu.

Aus dem Verkehrsausschuss:

Fleurystraße soll endlich fertig werden

Die Parkerei im vorderen Teil der Fleurystraße ist ein Ärgernis – vor allem für Fußgänger und Radfahrer. Seit einigen Jahren ist es dort Autos erlaubt, schräg zur Fahrbahn zu stehen. Mit dem negativen Effekt, dass die Pkw meist weniger auf der Straße stehen, sondern sehr weit in den Gehweg ragen. Beinaheunfälle mit Radlern sind hier nach der Erfahrung des Verkehrsausschusses beinahe an der Tagesordnung. Nun haben die städtischen Verkehrsplaner vorgeschlagen, die seit Jahren auf Eis liegende Neugestaltung der östlichen Fleurystraße endlich anzugehen. Für 2019 ist die Planungsphase vorgesehen, 2020 soll dann die Umsetzung erfolgen. Im Zuge dieser Fahrbahnsanierung, die im konkreten Fall ohne vorherige Eingriffe in den Kanal möglich wäre, würde dann die Parksituation entlang der Straße völlig neu geordnet. Bis dahin aber, so der Vorschlag, wird am vorderen Ende der Parkstände auf dem Gehweg eine Begrenzung aufgebracht, die ein Überfahren nicht mehr möglich macht. Im Gegenzug wird am hinteren Ende dieser Parkplätze deutlich abmarkiert, um den Autofahrern zu signalisieren, dass ihre Fahrzeuge hier in die Straße ragen dürfen.
Damit würde ein Provisorium geordnet, das im Jahr 2002 mit der Absicht angelegt wurde, es spätestens in drei Jahren wieder zu beseitigen. Irgendwie, so Wolfgang Babl vom städtischen Baureferat, ist das dann wohl in Vergessenheit geraten. Nachteil einer geordneten Neuanlage der Fleurystraße wäre der Verlust von 17 der bisher 43 Parkplätze, so macht er deutlich. Wie allerdings darauf hin, dass im vorderen Bereich der Georg-Grammer-Straße ein bewirtschafteter Parkplatz zu finden ist. Hier seien zu allen Zeiten freie Parkplätze zu finden. Der Ausschuss votierte einstimmig dafür, die Haushaltsmittel für den Neubau der Fleurystraße zu beantragen. (ass)

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