01.11.2021 - 15:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Max-Reger-Gymnasium Amberg: Sanierung auf der Zielgeraden

Mit einer Investitionssumme von rund 12,5 Millionen Euro ist der dritte Bauabschnitt der Sanierung des Amberger Max-Reger-Gymnasium der bisher größte Brocken der Maßnahme. Noch in diesem Schuljahr soll alles fertig sein.

Der neue Fest- und Konzertsaal des Max-Reger-Gymnasiums nimmt Formen ein. Die schweren Deckenteile mussten mit einem Kran über das Gebäude in den ehemaligen Innenhof gehoben werden.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Sanierung des Altbaus am musischen Max-Reger-Gymnasium biegt so allmählich auf die Zielgerade ein. Noch fehlen die Türen im bisher aufwendigsten III. Bauabschnitt, doch in vielen Bereichen legen die Handwerker bereits letzte Hand an, um den anvisierten Fertigstellungstermin zum Ende der Faschingsferien zielgenau zu erreichen. MRG-Direktor Georg Meyer und sein Vize und Bauspezialist Christoph Matz stehen gemeinsam mit Katharina Schlosser und Josef Pühler vom Staatlichen Bauamt im eindrucksvollen neuen Konzert- und Vielzwecksaal und lassen seine Höhe auf sich wirken.

Im neuen Saal werden künftig die Schulkonzerte stattfinden, hier wird Theater gespielt und werden die Abiturienten verabschiedet sowie die neuen Max-Reger-Schüler willkommen geheißen. Dabei ist es noch nicht einmal so lange her, dass hier Gras und Unkraut im Innenhof der Schule gewachsen ist. Im vergangenen Jahr wurde ein Teil des Innenhofs überdacht und zum Konzert- und Festsaal umfunktioniert. Rund 250 Menschen können hier untergebracht werden, deutlich mehr, als im alten Festsaal im Gebäudetrakt direkt gegenüber.

Festsaal war früher Innenhof

Derzeit bauen die Handwerker gerade die hochwertige Bühnentechnik ein, die der Freistaat als Kostenträger der Schule dem MRG spendiert hat. Noch hallt es im neuen Saal, doch schon bald soll hier eine angenehme und anspruchsvolle Akustik herrschen. "Wir können die Rückseite der Bühne übrigens auch draußen nutzen", erzählt Christoph Matz und denkt dabei wahrscheinlich an die berühmten MRG-Open-Airs und an kreative Schulfeste, die in den vergangenen Jahren wegen des Umbaus und Corona auf der Strecke geblieben sind.

Nur ein paar Schritte sind es über den Hof in den alten Festsaal, in dem Generationen von MRG-Schülern musiziert, gesungen und getanzt haben. Der Raum ist bis auf den Bühnenboden leer. Er wirkt deutlich kleiner, als man ihn in Erinnerung hat. "Hier wird wieder unsere große Orgel stehen", zeigt Christoph Matz im alten und neuen Bühnenraum an. Der alte Festsaal wird unter anderem der neue Probenraum der Schule sein, an diesem ganz besonderen Ort können die Ensembles und Orchester sich künftig auf ihre Auftritte vorbereiten. Hier ist Platz für größere Projekte oder eine kleine Feier, für die der Festsaal zu groß ist.

Räume für Schule und Internat

Direktor Georg Meyer ist zufrieden mit dem Baufortschritt. 10,7 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern für den III. Bauabschnitt der Generalsanierung ursprünglich angesetzt, 12,5 Millionen wird sie am Ende wohl kosten. Katharina Schlosser und Josef Pühler, die als Vertreter des Hochbauamts an der Besichtigung teilnehmen, hegen keinen Zweifel daran, dass das gut angelegtes Geld ist. Die Millionen kommen ja nicht nur dem musischen Gymnasium zugute, sondern zum Teil auch dem im Gebäudekomplex integrierten Internat. Und nur die Hälfte der Mädchen und Buben, die hier leben werden, besuchen auch das MRG, der Rest verteilt sich auf die anderen Schulen im Stadtgebiet.

"Wir müssen uns unbedingt die neuen Musiksäle anschauen", sagt Georg Meyer und zeigt stolz die beiden großen Räume mit dem Vorbereitungszimmer dazwischen. In ihnen wird ab dem zweiten Halbjahr wieder das Herz des musischen Gymnasiums schlagen. Für viele der MRG-Schüler wird das absolutes Neuland sein. So haben beispielsweise die Schüler, die heute die 8. Klasse besuchen, bisher nichts anderes kennengelernt als die beiden provisorischen Musikräume im Container draußen im Hof. Das soll sich schon bald ändern, wenn zahlreiche junge Menschen die neuen Räume mit Leben erfüllen werden.

Neue Vorschriften für den Dachstuhl

Neben dem neuen Konzertsaal im Innenhof, den großen Musikräumen, den Internatszimmern samt Sanitärräumen und einem Klassenzimmer beinhaltet der III. Bauabschnitt auch sehr viel Technik. Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig Be- und Entlüftung von Räumen ist, dazu kommen Aspekte, die vor Jahren noch keine Rolle gespielt haben. So musste beispielsweise der Dachstuhl der Schule verstärkt werden, weil es inzwischen neue Vorschriften hinsichtlich der Schneelast gibt, die er aushalten muss. Das kostet alles Geld, das man auf den ersten Blick gar nicht sieht.

Die Vorfreude bei den Schülern und Lehrern des MRG ist groß. Der III. und vorläufig letzte Bauabschnitt der Generalsanierung wird wohl zeitnah fertig werden. Bleibt die Frage nach dem Erweiterungsbau der Schule, dem "Neubau", wie die Schüler ihn nennen. Er stammt aus den 1970er Jahren und braucht ebenfalls eine Generalüberholung. Vor allem das Flachdach bereitet Christoph Matz und Georg Meyer sowie den Bauspezialisten einige Sorgen. "Es ist einfach nicht dicht zu kriegen", sagt Christoph Matz mit einem Blick auf Katharina Schlosser und Josef Pühler vom staatlichen Bauamt.

Erweiterungsbau: Abriss oder Sanierung

"Wir wissen im Augenblick noch nicht, was wir mit dem Gebäude machen", sagt Abteilungsleiterin Katharina Schlosser. Zur Alternative stehen die Generalsanierung oder Abriss und Neubau. "Wir sind gerade dabei durchzurechnen, was günstiger kommt", sagt die Bereichsleiterin für den Hochbau in der Stadt Amberg. Meyer und Matz, den beiden Lehrern, wäre die Sanierung die liebere Variante. Aus einem ganz einfachen Grund: Bei einem Neubau würde der Freistaat Bayern die aktuellen Vorschriften anwenden, was die Größe der Klassenzimmer angeht. Während der Bildungsoffensive der 60er- und 70er- Jahre hingegen, in der der MRG-Erweiterungsbau entstanden ist, dachte man da noch viel großzügiger. Die Entscheidung steht aber noch in den Sternen, der Haushalt des Freistaats gibt derzeit nicht mehr viele Mittel für solche Maßnahmen her. Übrigens: Vom Wasserschaden, der die Schule und das Internat vor den Sommerferien heimgesucht hat, ist kaum mehr etwas zu sehen. Viele Trocknungsgeräte, ein paar Eimer Farbe und Geräte zum Abschleifen der Böden haben hier wohl beinahe ein Wunder bewirkt. "Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen", sagt MRG-Direktor Georg Meyer.

Mehr zum Wasserschaden am Max-Reger-Gymnasium

Amberg

Mehr zum III. Bauabschnitt der Sanierung

Hintergrund:

Auch Max Reger hat die Schule besucht

  • Das Max-Reger-Gymnasium ist eines der wenigen rein musischen Gymnasien in ganz Bayern mit derzeit etwas mehr als 400 Schülern.
  • Errichtet wurde das Gebäude am Kaiser-Wilhelm-Ring im Jahr 1880 als Königliche Lehrerfortbildungsanstalt Amberg.
  • 1889 bestand der 16-jährige Max Reger hier die Aufnahmeprüfung mit der Note 1 in allen Fächern. Erst mit dieser Absicherung erlaubten ihm seine Eltern sein Kompositionsstudium in Sondershausen.
  • 1934 Umwandlung in die Deutsche Aufbauschule.
  • 1954 Umbenennung in Deutsches Gymnasium.
  • 1965 Umwandlung in das musische Max-Reger-Gymnasium mit Internat.
  • 1970 Aufstockung des Altbaus.
  • 1976 Einweihung des Erweiterungstrakts.
  • 2008 Inbetriebnahme des sanierten Westflügels.
  • 2012 Sanierung des Nordtrakts.
  • 2018 Start des III. Bauabschnitts der Generalsanierung (Ost- und Südtrakt).
  • Gesamtkosten Bauabschnitte I bis III: circa 24 Millionen Euro.

"Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen."

MRG-Direktor Georg Meyer zu den Überschwemmungsschäden an der Schule

MRG-Direktor Georg Meyer zu den Überschwemmungsschäden an der Schule

 

 

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