21.09.2021 - 15:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Mehrwert und Wertschätzung lieber als Prämien

Die Amberg-Sulzbacher und Neumarkter Kreisverbände des Bauernverbandes hatten Bundestagsdirektkandidaten eingeladen. Drei Frauen folgten der Einladung.

Auf dem Bild von links: Brigitte Trummer, Konrad Maget, Susanne Hierl (CSU), Sieglinde Hollweck, Peter Beer, Susanne Witt (ÖDP), Andreas Otterbein, Daisy Miranda (Freie Wähler), Michael Gruber und Robert Pirner.
von Externer BeitragProfil

Zumindest Susanne Hierl (CSU), Daisy Miranda (Freie Wähler) und Susanne Witt (ÖDP) aus der Riege der Bundestagsdirektkandidaten im Wahlkreis Amberg-Neumarkt wissen nun aus erster Hand, welche Stimmung in der heimischen Landwirtschaft herrscht. Sie hatten die Einladung der BBV-Kreisverbände Amberg und Neumarkt zum „Politikerbrunch auf Bayerisch“ in die Gaststätte Gehr nach Pfaffenhofen, hart an der Grenze zwischen den beiden Landkreisen, angenommen. Die eingeladenen Kandidaten anderer Parteien hatten sich entschuldigt.

Im Mittelpunkt des Austauschs, den die Kreisobmänner Peter Beer (Amberg-Sulzbach) und Michael Gruber (Neumarkt) moderierten, standen der umfangreiche Forderungskatalog des Bayerischen Bauernverbandes für die Bundestagswahl und die Vorstellungen der Landfrauen, die von den Kreisbäuerinnen Brigitte Trummer, Sieglinde Hollweck und ihrer Stellvertreterin Rita Götz vertreten wurden. Den Landfrauen geht es laut einer Mitteilung vor allem darum, dass bei den zukünftigen Weichenstellungen in der Agrarpolitik gelingen muss, die sozio-ökonomische und psychosoziale Lage für Familien zu verbessern und Hofnachfolgen zu sichern. Konkret heißt es: „Frauen müssen in der Landwirtschaft auf Augenhöhe agieren können.“

„Bauernland muss in Bauernhand bleiben und dazu gehört es auch, den Flächenfraß zu stoppen“, sagte Gruber und war sich mit Beer einig, „dass die von der Gesellschaft geforderten ökologische Leistungen eine wirtschaftliche Basis brauchen und daher die hohe Einkommenswirksamkeit der Direktzahlungen erhalten bleiben muss.“

Der Kandidatin der Freien Wähler, Daisy Miranda, ist es ein wichtiges Anliegen, „dass der sehr ländlich geprägte Wahlkreis erhalten bleibt.“ Und dieser lebensfähige ländliche Raum brauche eine nachhaltige Forst- und Landwirtschaft. Als eines ihrer Ziele formulierte sie den Abbau der ständig wachsenden Bürokratie. Damit wäre schon vielen Bauern geholfen.

Susanne Hierl (CSU) bezeichnete sich in Sachen Landwirtschaft als „interessierter Laie“. Sie sprach sich für Nachhaltigkeit aus, die sowohl die ökologische als auch die ökonomische und soziale Komponente im Blick habe. Die Politik könne zwar nicht alles regeln, „aber wir brauchen vernünftige Rahmenbedingungen, müssen dabei aber die ganze Gesellschaft mitnehmen.“

Susanne Witt (ÖDP) äußerte sich zur Tierhaltung und sprach sich dafür aus, diese an die Fläche zu binden. In einem Punkt waren sich die drei Kandidatinnen einig: Das Bewusstsein für die regionale Erzeugung der Lebensmittel müsse weiter gestärkt werden. Gerade Corona habe die Wichtigkeit gezeigt. Allerdings merkte Kreisbäuerin Brigitte Trummer dazu an, dass dieses Bewusstsein bei vielen Verbrauchern leider schon wieder nachlasse.

Der stellvertretenden Amberg-Sulzbacher Kreisobmann Robert Pirner formulierte es so: „Die Landwirtschaft macht alles, wenn es sich rechnet.“ Weil dies aber nicht der Fall sei, brauche man die Prämien, „ohne die können wir nicht überleben.“ Dabei wäre allen „Mehrwert und Wertschätzung lieber als Prämien.“ Und Landwirt Hans Dobmeier mahnte die „gleichen Standards für alle Erzeuger“ an. Solange dies nicht der Fall sei, werde sich nichts ändern.

Daisy Miranda: Die Direktkandidatin der Freien Wähler

Amberg

Susanne Witt: Die Direktkandidatin der ÖDP

Amberg

Susanne Hierl: Die Direktkandidatin der CSU

Amberg

 

 

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