20.01.2021 - 16:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Neujahrsempfang der Amberger CSU kommt völlig digital

In Wahljahren wie 2021 ist der Neujahrsempfang der Amberger CSU immer auch Auftakt zum Wahlkampf. Mit Dorothee Bär, der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung, erfährt diese rein digitale Veranstaltung einen adäquaten Gast.

So sieht ein Neujahrsempfang der Amberger CSU aus, wenn er digital ist. Staatsministerin Dorothee Bär beantwortet die Fragen der Christsozialen aus dem fahrenden Auto.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

In "normalen" Jahren ohne Pandemie lädt die Amberger CSU zum Neujahrsempfang gerne mal ins Autohaus oder an andere mehr oder weniger exotische Orte ein. In diesem Jahr, am Dienstagabend, blieb es denn auch irgendwie exotisch, weil rein digital. Die Gäste saßen am heimischen Küchentisch oder im Büro. Der "Stargast", die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Staatsministerin Dorothee Bär, beteiligte sich aus dem fahrenden Auto - das aber natürlich vom Rücksitz aus.

Auch die Landkreis-CSU traf sich schon virtuell

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Ein Thema des Empfangs war nahe liegend: Deutschland ist, was die Digitalisierung angeht, teilweise noch Entwicklungsland. Wie zum Beweis dessen war die Ministerin selbst über weite Strecken ihrer Autofahrt nur sehr schwer zu verstehen. Ein zweiter Themenblock drehte sich um die Pandemie, die aus dem Neujahrsempfang der CSU die digitale Version gemacht hat: Corona. "Uns allen fehlt der persönliche Kontakt", sagte Dorothee Bär und traf damit wohl den Nerv aller Teilnehmer, deren Zahl sich knapp unter 40 bewegte.

Die Infektionszahlen gehen in die richtige Richtung, so Bär, was Sorgen macht, sind die zuletzt aufgetretenen Mutationen des Virus. Insofern sei es gut, die Maßnahmen dagegen zu verlängern und teilweise noch zu "konkretisieren". Wobei sich Bär entgegen des Beschlusses der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin vom gleichen Abend eher gegen einen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office aussprach. "Dafür braucht es doch nicht immer gleich ein Gesetz", sagte sie mit Blick auf die Tatsache, dass es Unternehmen ja auch lieber sei, gesunde Mitarbeiter zu haben.

Die Digitalisierung in Deutschland, so sagte es Dorothee Bär, habe nicht zuletzt dank Corona einen enormen Sprung nach vorne gemacht. "Ich hoffe, das es danach kein Rollback gibt." Der E-Identität, also beispielsweise dem Personalausweis auf dem Smartphone, gehöre die Zukunft. Und die anfangs viel gerühmte Corona-Warn-App? Die sei von Anfang an mit zu vielen Erwartungen behaftet gewesen. "Wir wollten die eierlegende Wollmilchsau", so Bär. Trotzdem: Die Ministerin hält die App für ein Erfolgsmodell. Trotz aller Diskussionen um den Datenschutz.

Die Digitalisierung an den Schulen schreitet laut Dorothee Bär ebenfalls voran, es hake aber - wie so oft - an Kompetenzgerangel und Bürokratismus. "Es muss doch nicht jede Schuldirektorin ein eigenes Medienkonzept schreiben", bemängelte Bär ein großes Problem. "Das muss sie nicht." Ein Punkt, an dem ihr auch Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny zur Seite sprang. "Wir sind hier für 14 Schulen mit 14 eigenen Digitalkonzepten zuständig", sagte Cerny. "Das ist der größte Hemmschuh."

Und wer wird 2021 Bundeskanzler? Kann es Armin Laschet, oder soll es doch der Franke werden, Markus Söder? Dorothee Bär wollte sich da nicht eindeutig festlegen. "Wir trauen unserem CSU-Vorsitzenden natürlich alles zu - wie alle anderen Parteien ihren Vorsitzenden auch", gab sich die Ministerin diplomatisch. Gut, für das Amt des Papstes sei der bayerische Ministerpräsident vielleicht nicht geeignet, schließlich sei Markus Söder evangelisch. Ohnehin müsse man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen, wer Kanzlerkandidat der Union sein soll. "Bis Ostern ist noch reichlich Zeit, sich darüber Gedanken zu machen", lässt die Ministerin die Entscheidung offen.

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