19.10.2021 - 15:27 Uhr
AmbergOberpfalz

Organisator des Amberger Weihnachtsmarkts ärgert sich über Kritik der SPD

Andreas Raab, der für die Park- und Werbegemeinschaft (PWG) den Amberger Weihnachtsmarkt organisiert, ärgert sich über jüngste Aussagen von Birgit Fruth (SPD) darüber. Raab reagiert mit „klärenden Worten“.

Andreas Raab, der Vorsitzende der Park- und Werbegemeinschaft (PWG), ist verstimmt über Äußerungen der SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzenden Birgit Fruth zu einem "08/15-Weihnachtsmarkt".
von Markus Müller Kontakt Profil

Birgit Fruth, die Vorsitzende der Amberger SPD-Stadtratsfraktion, hatte vorgeschlagen, den Weihnachtsmarkt, der bisher auf dem Marktplatz stattfindet, in den Innenhof des Landratsamtes zu verlegen. PWG-Vorsitzender Andreas Raab hielt davon nichts und tat seine Meinung zu dem Antrag deutlich kund: „Der beantwortet sich im Prinzip von selbst.“ Fruth ihrerseits konterte, mit einem „08/15-Weihnachtsmarkt“ könne man keine Leute von außerhalb nach Amberg locken. „Den hat doch heute jedes Dorf.“

Grundsätzlich fällt Andreas Raab dazu ein: „Oberflächlich herausposaunte Kritik erinnert mich an Kommentare, die ich sonst nur in den einschlägigen Handy-Medien lesen kann.“ In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der Amberger Zeitung schreibt er weiter: „Ich käme nie auf die Idee, die Amberger SPD und deren Aktivitäten als 08/15 zu bezeichnen! Obwohl man den einen oder anderen Vorschlag der letzten 30 Jahre aus den Reihen der Amberger SPD auch nur manchmal ernst nehmen konnte.“

Bitte nicht mit Regensburg vergleichen

Der erste Fehler, den man bei der Diskussion über den Amberger Weihnachtsmarkt machen kann, ist nach Raabs Ansicht, die Stadt Regensburg als Vergleich heranzuziehen. Das hatte Fruth unter Verweis auf die Zugkraft des „Romantischen Weihnachtsmarkts auf Schloss Thurn und Taxis“ gemacht. Dort seien die Besucher sogar bereit, Eintritt zu zahlen.

Raabs Erwiderung: „Wie kann man auf die Idee kommen, dass eine Veranstaltung in einer kleinen Stadt (unter 50.000 Einwohner) genauso funktionieren kann wie in einer Großstadt (Bezirkshauptstadt)?“ Jede Veranstaltung die über Jahrzehnte gewachsen sei, wäre gerne größer und bedeutender, wenn es nur möglich wäre, Umsätze, Kosten, Gewinne, also alle finanziellen Gründe unter einen Hut zu bringen. „Ich als Veranstalter brauche Fieranten, deren Sortimente passen und denen es ermöglicht wird, mit schwarzen Zahlen nach Hause zu gehen. Wenn das nicht der Fall ist, ist der Budenbetreiber beim nächsten Mal nicht mehr dabei“, schildert Raab die Situation.

Lieber Standgebühren erlassen

„Ein Vorschlag aus der SPD, uns die Standgebühren zu erlassen, wäre ein konstruktiver Vorschlag, der bewirken würde, dass der Amberger Weihnachtsmarkt sich sicher schneller entwickeln könnte.“ Den Markt mit geeigneten Maßnahmen wachsen zu lassen, sei bereits seit 2018 Ziel der PWG: „Es wurden Planungen eingereicht, die in sensiblen Schritten die Vergrößerung unserer Budenstadt vorsehen. Wohl gemerkt immer unter dem Gesichtspunkt, Erreichtes nicht zu gefährden.“

Leider sei aber Corona dazwischengekommen, und so wollen man dieses Jahr erst einmal wieder an das alte erfolgreiche Konzept (vor Corona) anknüpfen, um dann die bereits 2018 vorgestellten Erweiterungen in den nächsten Jahren durchführen zu können. „Die SPD hat scheinbar vergessen, dass vor zirka 15 Jahren bereits am Malteserplatz eine große Erweiterung – der ganze Platz wurde mit einer Budenstadt belagert – getestet wurde, mit dem Erfolg, dass er drei Jahre später nicht mehr stattfand, weil sich für die Standbetreiber der Aufwand nicht gelohnt hat“, legt Raab nach.

Attraktiv für die Jugend

Zum Thema junges Publikum ergänzt er, „dass die PWG als einer der ersten Weihnachtsmarkt-Veranstalter ein für die Jugend attraktives Bühnenprogramm eingeführt hatte. Junge Bands auf der Bühne und Veranstaltungen wie Karaoke werden heute von vielen Weihnachtsmarktveranstaltern kopiert.“

Keinen Eintritt zu verlangen, sei in einer kleinen Stadt ein wichtiges Argument, um jedem aus nah und fern, jeder Altersgruppe die Stadt als Treffpunkt nahezubringen. „Wer sich zum Beispiel an einem Sonntag Nachmittag mal in der Amberger Altstadt aufgehalten hat, wird sehen, wie viele Besucher aus dem Umland in der Fußgängerzone auf und ab flanieren, und unsere Budenstadt ist dabei der Anziehungspunkt.“ Schließlich sei 2012 bei einer Befragung durch die Fachhochschule Amberg-Weiden über die beliebtesten Veranstaltungen in Amberg der Weihnachtsmarkt auf Platz 2 gewählt worden. Raab schließt mit einem Seitenhieb: „Gerne würde auch ich öfter bei politischen Auseinandersetzungen mitreden, das tue ich aber nicht, weil mir Details und Hintergründe nicht bekannt sind – gerne empfehle ich das auch der Amberger SPD.“

In diesem Artikel spricht Birgit Fruth vom "08/15-Weihnachtsmarkt"

Amberg

So sehen die Planungen der PWG für den Amberger Weihnachtsmarkt aus

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"Ich als Veranstalter brauche Fieranten, deren Sortimente passen und denen es ermöglicht wird, mit schwarzen Zahlen nach Hause zu gehen. Wenn das nicht der Fall ist, ist der Budenbetreiber beim nächsten Mal nicht mehr dabei."

Andreas Raab

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