Amberg
06.04.2023 - 00:01 Uhr

Politische Ideologien waren ihr immer zuwider

Sie ist im Nordrhein-Westfälischen geboren und trotzdem eine Ur-Ambergerin. Seit 2020 sitzt Veronika Niklaus für die Freien Wähler im Amberger Stadtrat. Heute wird sie 60 Jahre alt.

Stadträtin Veronika Niklaus wird heute 60. Archivbild: Wolfgang Steinbacher
Stadträtin Veronika Niklaus wird heute 60.

Veronika Niklaus, Stadträtin der Freien Wähler in Amberg, feiert am heutigen Donnerstag ihren 60. Geburtstag. Doch obwohl sie seit fast genau 60 Jahren auch in Amberg lebt, geboren wurde Veronika Niklaus am 6. April 1963 im nordrhein-westfälischen Ennepe-Ruhr Kreis. "Ich bin aber mit vier Monaten nach Amberg gekommen." In der Archivstraße verbrachte sie ihre Kindheit, von der Luitpoldschule folgte der Übertritt an die Realschule der Armen Schulschwestern. Nach der Mittleren Reife absolvierte Veronika Niklaus eine Ausbildung zur Altenpflegerin, arbeitete anschließend in verschiedenen Altersheimen und war 17 Jahre in der Altenpflege selbstständig.

Für sie eine erfüllende Zeit, weil sie die ihr anvertrauten Menschen in der offenen Tagespflege nicht nur betreute, sondern mit ihnen viel unternahm. "Wir waren zum Beispiel auf Landes- und Bundesgartenschauen unterwegs." 1984 heiratete sie ihren jetzigen Mann Erwin, der ebenfalls bei den Freien Wählern sehr aktiv ist. Zwei inzwischen erwachsene Söhne gingen aus der Ehe hervor. "Frei denken, frei wählen, war immer unsere Devise", erklärt Veronika Niklaus, warum sie politisch bei den Freien Wählern gelandet ist. "Ich mag es immer dann nicht, wenn es ideologisch wird", begründet sie ihren Entschluss, sich beispielsweise nicht der CSU anzuschließen.

Generell für 120 auf Autobahnen

Ideologie ist auch im Amberger Stadtrat nicht die Art und Weise, wie Veronika Niklaus dort agiert. Sie sucht den Ausgleich, macht oft die Vorschläge, die eine festgefahrene Diskussion in eine neue Richtung lenken. Zuletzt beim Thema "Tempo 30" in der Weißenburger Straße, als sie vorschlug, einfach mal die Autos dort zu zählen, bevor man eine Entscheidung trifft. So wurde es dann auch gemacht. Mit dem Ergebnis, dass Tempo 30 dort dann plötzlich überhaupt kein Problem mehr war. Generell ist die Reduzierung der Geschwindigkeit eines ihrer Lieblingsthemen. 120 auf Autobahnen reicht, so ihre Grundeinstellung. "Da bin ich anderer Auffassung als FW-Chef Hubert Aiwanger."

Aber wie gesagt: Veronika Niklaus ist keine Ideologin. Sie überlegt und reflektiert. E-Autos schön und gut, aber nicht unter den Bedingungen, unter denen dafür notwendige Rohstoffe wie Lithium in den armen Ländern der Welt abgebaut werden. Aus diesem Grund will Veronika Niklaus mehr Forschung zu alternativen Antrieben wie Wasserstoff. "Aber das ist schwierig, weil da Jahre nichts passiert ist." ÖPNV ja. Aber nicht jede Linie muss um jeden Preis weiter bedient werden. Auf der anderen Seite verlangt sie von den Bürgern schon, dass sie mal auf ihr Auto verzichten und ihre Fahrten öfter mal am Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel orientieren. "Wir wollen nicht ständig Verbote, wir müssen nach neuen Technologien forschen", sagt Veronika Niklaus noch – die sich gerade auf dem Weg nach Österreich befinden. "Mit Tempo 100 übrigens."

 
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