07.10.2021 - 12:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Preis bei Diakoniewettbewerb geht nach Amberg: Alt und Jung halten zusammen

Die Diakonie Bayern zeichnet Projekte aus, die zeigen, wie sich ehrenamtliches Engagement in der Krise behaupten und entwickeln kann. Prämiert wurde die Zusammenarbeit von Schönwerth-Realschule und Seniorenheim der Diakonie in Amberg.

Große Freude in der Schönwerth-Realschule: Bei einer Preisverleihung der Diakonie Bayern geht der dritte Platz, prämiert mit 1000 Euro, gespendet von der Evangelischen Bank, an das Projekt „Mia halten zam“ des Diakonischen Lernens in Amberg.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Seit mehr als 20 Jahren stehen die Schönwerth-Realschule und das Seniorenheim der Diakonie in Amberg in engem Kontakt. Schüler besuchen die Senioren zu Spieletagen, Senioren nehmen am Unterricht teil, es gibt gemeinsame Ausflüge und Sommerfeste. Begonnen habe all das damit, dass die Schule eine Weihnachtsfeier im Seniorenheim gestaltet hat, erzählte Religionslehrerin und Koordinatorin Dagmar Gawinowski. Mit diesem Projekt des "diakonischen Lernens“ sollten die Schüler soziale Verantwortung übernehmen. Es war so erfolgreich, dass die Weihnachtsfeier von da an jedes Jahr von den Schülern organisiert wurde bis 2019. Im Jahr 2020 musste sie nach fast 20 Jahren erstmals ausfallen: Schuld war die Corona-Pandemie. Die machte eine Feier im Seniorenheim viel zu gefährlich.

Weihnachts-CD und Karten

Doch so einfach gaben die Realschüler nicht auf. Unter dem Motto "Mia halten zam" nahmen sie eine Weihnachts-CD mit Liedern, Gedichten und besinnlichen Texten auf, gestalteten das Cover und schenkten sie den Senioren. Zusätzlich bastelten sie Windlichter aus gebrauchten Milchtüten und schrieben Karten an die rund 100 Bewohner im Seniorenheim der Diakonie. Daraus entwickelten sich sogar Brieffreundschaften zwischen den Schülern und Senioren.

Für dieses Engagement gab es nun einen Preis. Unter dem Motto „Zukunft gestalten – Wir fördern ehrenamtliche Projekte“ schrieb das Diakonische Werk Bayern zum 1. Februar den Diakonie-Wettbewerb 2021 aus. Den dritten Platz machte nun das Projekt "Mia halten zam" aus Amberg, damit gehen 1000 Euro an den Diakonieverein Amberg.

Praxisnahes Lernen

"Uns haben die Senioren so leid getan, sie haben besonders unter dem Lockdown gelitten", erklärten die Schüler bei der Preisverleihung in der Schönwerth-Realschule. "Unsere Aktion ist ein gutes Beispiel dafür, dass es immer einen Weg gibt." Dem stimmte Wolfgang Janowsky, Zweiter Vorsitzender des Vorstands des Diakonischen Werkes Bayern, zu. "Die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes wird immer noch unterschätzt", sagte er. "In der Krise wurde die Herausforderung noch größer. Die Bewerbungen zeigen auf vielfältige Weise, wie Ehrenamt trotzdem funktionieren kann." Bei der Zusammenarbeit des Seniorenheimes mit der Schule würden Jung und Alt gegenseitig voneinander lernen. Besser und praxisnäher könne das Konzept des diakonischen Lernens nicht umgesetzt werden. "Das zeigt ganz deutlich, wie sinnstiftend Ehrenamt ist. Davon brauchen wir mehr, viel mehr."

Stolz auf die Schüler und Lehrer zeigte sich auch Schulleiter Matthias Schall. Und auch Diakon Marcus Keil, der Leiter des Seniorenheimes, brachte seine Dankbarkeit zum Ausdruck. "Uns hat das sehr bewegt und es hat uns enorm geholfen, die schwierige Zeit durchzustehen", betonte er. "Wir hoffen weiterhin auf gute Zusammenarbeit." Für die gäbe es sogar schon Pläne: Die Schüler gestalten ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der Senioren und Seniorinnen.

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