12.03.2019 - 17:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf den Spuren der Dampflokomotiven

Vom ehemaligen Bahnhof Drahthammer zum Haager Viadukt: Der erste Teil des Wandertipps von Heimatpfleger Josef Schmaußer.

Das Haager Viadukt war ein beeindruckendes Bauwerk.

(schß) Am 7. Dezember 1835 fuhr in Deutschland von Nürnberg nach Fürth die erste Eisenbahn. In den folgenden Jahren nahm der Streckenausbau einen rasanten Anstieg. Am 12. Dezember 1859 wurde die sogenannte "Ostbahn" von Nürnberg über Amberg nach Cham eröffnet.

Nun wollten auch kleinere Orte Anschluss an das neue Verkehrsmittel. Am 5. Oktober 1898 war für Hirschau und Schnaittenbach ein großer Tag. Die 21,5 Kilometer lange Lokalbahn Amberg- Schnaittenbach wurde feierlich eröffnet. 1910 dampfte die erste Lokomotive durchs Vilstal. Die Teilstrecke von Drahthammer bis Ensdorf wurde am 1. Mai 1910 in Betrieb genommen. Am 18. Dezember 1910 folgte schließlich auch das Endstück von Ensdorf bis Schmidmühlen.

Einst eine technische Errungenschaft, ist sie heute schon wieder Geschichte. Am 22. März 1902 wurde mit dem Bau der 28,4 Kilometer langen Bahnstrecke von Amberg nach Lauterhofen begonnen. Große Höhenunterschiede waren zu bewältigen. Zwischen Amberg (374 Meter) und Ursensollen-Bahnhof (527 Meter) musste der Zug einen Höhenunterschied von 153 Metern überwinden. Schon am 7. Dezember 1903 begann der regelmäßige Zugbetrieb.

Ein Hauptargument für den Bau der Lokalbahn war der Holzreichtum der Gegend. Rentiert hat sich diese Nebenbahn nie. So wurde schon am 1. Juli 1962 mit der Einstellung des Personenverkehrs das Ende dieser sehr schönen Nebenstrecke eingeläutet. Mit Erlass vom 27. Februar 1971 wurde die Strecke stillgelegt. Am 29. März 1972 fuhr der letzte planmäßige Güterzug.

Schweppermann-Radweg

Jetzt ist die ehemalige Bahnstrecke der "Schweppermann-Radweg". In drei Abschnitten wurde auf der Trasse der ehemaligen Lokalbahn ein Geh- und Radweg errichtet. Am 18. Juni 1996 wurde nach langwierigen Bemühungen der Abschnitt von Hohenkemnath bis Deinshof (rund sechs Kilometer) mit der sanierten "Hoibrücke" bei Ursensollen eröffnet. Schließlich folgte am Dienstag, 15. Juli 1997, der Abschnitt vom Haltepunkt Drahthammer bis zum ehemaligen amerikanischen Flugplatz in der "Köferinger Heide". Nach der Sanierung des Haager Viadukts (Überführung) durch die Gemeinde Ursensollen und den Landkreis Amberg-Sulzbach wurde schließlich am 16. Mai 2000 auch der letzte erhaltene Bahnkörper von der Haager Brücke bis zum bereits fertiggestellten Geh- und Radweg im Südwesten von Amberg seiner Bestimmung übergeben.

Der Streckenverlauf bis Haag: Vom Amberger Bahnhof startete die Strecke in Richtung Drahthammer. Nach 2,4 Kilometern war dieser Haltepunkt erreicht. Von hier zweigte die Strecke in Richtung Mantlachtal nach Westen ab. Hier beginnt die Wandertour. Nach der Eröffnung der Vilstalbahn wurde die Trasse auch für diese Lokalbahn benutzt, bevor sich die Schienen trennten. Nach 3,8 Kilometer war die Haltestelle Drahthammer-Amberg Süd erreicht. Südlich des Bundeswehrkrankenhauses stieg die Strecke nun in Richtung des ehemaligen amerikanischen Flugplatzes in der sogenannten "Köferinger Heide" an.

Tief durch das Gelände

Bis zum Kilometerstein 6 wurde die Trasse nun tief durch das Gelände geführt. Jetzt hat der Wanderer die Gemeindegrenze zwischen der Stadt Amberg und der Gemeinde Ursensollen erreicht.

Hier stößt man auf die schöne ehemalige Eisenbahnbrücke in der Nähe des "Kuhfelsens" im Haager Tal. Nach der Hoibrücke über das Allmannsfelder Tal ist das Haager Viadukt die imposanteste der ganzen ehemaligen Trasse.

Durch die Flurbereinigungsmaßnahme Haag und den Bau der A 6 wurden 1978/79 ab der Kreisstraße AS 27 knapp vier Kilometer der ehemaligen Trasse entfernt. In den vergangenen Jahren sind Schäden unterhalb des Brückenbauwerkes entstanden. Die Brücke ist zwar offiziell gesperrt, kann aber auf eigenes Risiko problemlos passiert werden. Die Strecke ist auch gut für Kinder und Radfahrer geeignet.

Diese historische Aufnahme des Amberger Bahnhofs entstand vor dem Jahr 1962.
In den vergangenen Jahren sind Schäden unterhalb des Haager Viadukts entstanden.
Landwirtschaftliche Arbeiten, im Hintergrund das Haager Viadukt.
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