Als sich Michael Birner im Jahr 2011 von "seiner" Amberger Berufsschule verabschiedete und in den Ruhestand ging, da adelte ihn die damalige Regierungspräsidentin der Oberpfalz, Brigitta Brunner, mit den Worten: "Sie sind ein feiner Mann." Tatsächlich war Michael Birner immer einer, der erst gut zuhörte, bevor er sich eine abschließende Meinung bildete. Er ließ sich durch gute Argumente überzeugen, verstand es seinerseits aber auch, andere Menschen von sich einzunehmen. Wie die Familie jetzt mitteilt, ist der langjährige Leiter des Berufsschulzentrums Amberg am 18. Juni im Alter von 75 Jahren gestorben.
Der Beruf des Lehrers war dem 1946 in Kemnath Stadt geborenen Michael M. Birner nicht in die Wiege gelegt. Bevor er von 1968 bis 1972 das Studium für das höhere Lehramt an beruflichen Schulen an der TU in München mit dem Schwerpunkt Metalltechnik absolvieren konnte, ging er den Umweg über eine Lehre und die Berufsaufbauschule hin zum Abitur. Von 1973 an unterrichtete Birner an der Amberger Berufsschule als Lehrer. 1992 erfolgte die Ernennung zum Leitenden Berufsschuldirektor und die Versetzung zur Regierung der Oberpfalz als Leiter des Sachgebiets 520, gewerbliche Berufsschulen. Bereits fünf Jahre später kehrte er an seine Amberger Schule zurück und übernahm deren Leitung. 2002 wurde Birner zusätzlich Direktor der Fachober- und Berufsoberschule.
Modernes Berufsschulzentrum geschaffen
Was dann folgte, war die bauliche und organisatorische Umgestaltung der schon etwas in die Jahre gekommenen Berufsschule an der Raigeringer Straße in ein hochmodernes Berufsschulzentrum, in dem auch die FOS und BOS untergebracht sind. Schon 2004 wurde Birner auf Vorschlag des Bundesrats für vier Jahre in den Beirat für Ausbildungsförderung im Bildungsministerium berufen. Zudem war er geladener Experte zum Thema "Perspektiven der beruflichen Schulen" im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Bayerischen Landtags. Seine schulische Karriere endete schließlich am 1. August 2011.
Nach seiner Pensionierung wandte sich Michael Birner der Politik zu. Für die ÖDP zog der Freudenberger 2014 in den Kreistag ein, dem er bis 2020 als Fraktionsvorsitzender angehörte. Dabei verfolgte er immer den Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie, legte großen Wert auf Nachhaltigkeit bei allen Projekten, die der Kreistag auf den Weg brachte. 2018 kandidierte er für die ÖDP auf der Liste zur Landtagswahl. Gleichzeitig zu seinem politischen Wirken engagierte sich Michael Birner im Vorstand der Lebenshilfe Amberg und beim Verband der Lehrkräfte an beruflichen Schulen in Bayern (VLB).
Ausgesprochener Familienmensch
Beinahe wundert es, dass Michael Birner trotz seiner vielfältigen Aktivitäten ein ausgesprochener Familienmensch war. Auf einer von ihm selbst erstellten Rangliste seiner Hobbys steht die Familie an allererster Stelle. Noch vor seiner Liebe zur Barock-Musik, zu Büchern und natürlich auch zum Sport. Michael M. Birner hinterlässt seine Frau Brigitte sowie die Söhne Christoph und Matthias. Er bleibt in der Erinnerung der Menschen, die mit ihm privat und beruflich zu tun hatten, als ein angenehmer, umgänglicher Mensch, der die Amberger Berufsschule mit Tatkraft und Entschlossenheit zu dem gemacht hat, was sie heute ist: eine Vorzeigeschule.



















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