Ammersricht bei Amberg
25.10.2020 - 10:45 Uhr

Premiere in Amberg: Spezielles Pflaster für Radler

Nicht nur Radler sind hier bald auf neuen Wegen unterwegs: Die Stadt Amberg will einen steilen Feldweg von Ammersricht ins Industriegebiet Nord, den viele Pendler nutzen, durch ein Pflaster sicherer machen. Eine Premiere für Amberg.

Seit Anfang Oktober laufen die Bauarbeiten nahe Ammersricht. Hier wird ein besonders steiles und kurviges Teilstück eines Feldwegs für Fahrrad-Pendler sicherer gemacht. Bild: Petra Hartl
Seit Anfang Oktober laufen die Bauarbeiten nahe Ammersricht. Hier wird ein besonders steiles und kurviges Teilstück eines Feldwegs für Fahrrad-Pendler sicherer gemacht.

Der Feldweg ist steil und kurvig: Hier sind schon einige Radler gestürzt. Sie fahren hier umweltfreundlich auf zwei Rädern zur Arbeit ins Industriegebiet Immenstetten – und haben die Stadt Amberg gebeten, die Unfallgefahr zu beseitigen. Das geschieht jetzt, und zwar erstmals in dieser Form: Ein besonders gefährliches Stück des Wegs wird mit einem speziellen Pflaster versehen.

Eine neue Methode

Oberbürgermeister Michael Cerny ist selbst gespannt, wie sich die neue Methode bewähren wird. Er betont bei einem Besuch auf der Baustelle bei Ammersricht: "Wir sehen das auch als Teststück." Erziele man hier den gewünschten Effekt, dann könne man eine solche Pflasterung künftig auch öfter einsetzen. Es geht um einen Feldweg, den Landwirte befahren, der aber auch viele Radler nutzen, um von Ammersricht zur Arbeit ins Industriegebiet Nord bei Immenstetten und zurück zu kommen. Der bislang wassergebundene, geschotterte Weg macht ausgerechnet an einer sehr abschüssigen Stelle mit acht Prozent Gefälle eine scharfe Kurve – was manchen Radler schon zu Fall gebracht hat, zumal hier abfließendes Wasser den Schotter oft ausgespült hat.

"Das ist für Radfahrer echt gefährlich", betont OB Cerny. Deshalb sei es auch "der größte Wunsch" der betroffenen Rad-Pendler, hier etwas zu unternehmen. "Im Radwegekonzept der Stadt steht, diese Strecke auszubauen", berichtet Cerny, "aber damit ist noch nichts klar." Unter Regie von Roman Kick vom Tiefbauamt/Stabsstelle Mobilität wurde ein Plan ausgearbeitet, wie sich die Gefahrenstelle entschärfen lässt. Eine Vollversiegelung durch Asphaltieren sei hier aus Naturschutzgründen nicht möglich, erklärte Kick beim Baustellenbesuch. Und die bisherige Schotterung habe sich auch "nicht bewährt". Als Kompromiss habe man sich entschlossen, ein Teilstück des Feldwegs zu pflastern. In dieser Form hat das die Stadt bislang noch nicht gemacht.

Spezielles Pflaster

Auf etwa 250 Metern, im Bereich des steilen Kurvenstücks, wird laut Kick nun ein spezielles Pflaster verlegt: Die Steine sind miteinander verzahnt, in der Mitte wird ein Rasengitter eingebaut, um die Versiegelung möglichst gering zu halten. Seitlich davon sollen Gräben und teilweise auch Rohre dafür sorgen, dass das Wasser den Hang hinunterfließen kann, ohne den Weg auszuschwemmen. Rund 120.000 Euro investiert die Stadt hier insgesamt. Die Planung hat das Tiefbauamt, die Bauarbeiten laufen seit Anfang Oktober und sollen bis Ende November abgeschlossen sein.

OB Cerny verweist darauf, dass nur ein Teil des Wegs so befestigt werden kann, weil die Mittel begrenzt sind und es noch andere "Baustellen" im Radwegenetz der Stadt gibt: "Wenn wir das Pflaster als Standard auf dem gesamten Weg verlegen würden, wären alle unsere Mittel für Radwege weg." Die Experten seien aber zuversichtlich, dass mit der Entschärfung der gefährlichsten Stelle schon viel erreicht werden könne. "Ich bin gespannt", sagt Cerny – vielleicht erweise sich dieser Test ja als Vorbild für andere Problemstellen – "und für andere, die mal kommen und sich das ansehen". Stolz ist der OB darauf, dass dieses Projekt das Tiefbauamt selbst geplant hat. Dass man dort "gute Leute" habe, zahle sich also aus, meinte er auch mit Blick auf die in der Behörde angesiedelte, noch junge Stabsstelle Mobilität.

Amberg16.10.2020
Amberg01.07.2020
 
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