09.06.2021 - 20:01 Uhr
AuerbachOberpfalz

Realschule Auerbach: So digital wie noch nie

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Auch für die Realschule Auerbach war 2020/21 ein durch die Pandemie dominiertes Schuljahr. Bei der Sitzung des Zweckverbands wurde jedoch deutlich: dass die Kinder lange Zeit nicht im Gebäude waren, hat man sinnvoll genutzt.

Um den neuen Glasfaseranschluss auch im Gebäude optimal nutzen zu können, wurden während des Schul-Lockdowns in der Realschule Auerbach insgesamt 16 Kilometer an Kabeln verlegt.
von Markus Müller Kontakt Profil

Die Realschule Auerbach wird getragen von einem Zweckverband, dem der Landkreis Amberg-Sulzbach, die Stadt Auerbach und die Bayerische Provinz der Kongregation der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau angehören. Sie stellen jeweils drei Mitglieder für die Verbandsversammlung, die sich am Mittwoch in der Turnhalle der Schule traf, um den Haushalt 2021 zu verabschieden.

Aktuell werden an der Schule im Klostergebäude in 13 Klassen 327 Schüler unterrichtet. 116 davon sind Gastschüler; 62 kommen aus dem Landkreis Neustadt/WN (vor allem aus dem Bereich um Kirchenthumbach), 40 aus dem Landkreis Nürnberger Land und 14 aus dem Landkreis Bayreuth.

116 Schüler aus anderen Landkreisen

Jeder von ihnen bringt im Jahr 2021 dem Zweckverband einen Gastschulbeitrag von 1600 Euro ein. Das macht 2021 in der Summe knapp 186.000 Euro, wie Kreiskämmerer Anton Weber zum Haushalt 2021 erläuterte. „Das tut uns richtig gut“, bemerkte Landrat Richard Reisinger zur hohen Zahl an Gastschülern, die er nicht zuletzt auf den guten Ruf der Schule zurückführte.

Für das neue Schuljahr sind laut Direktorin Schwester Lioba Endres aus den Grundschulen 50 Kinder fest angemeldet, bei weiteren 4 sei der Übertritt noch unklar. Den Landrat interessierte auch, wie weit hinein in den Landkreis Amberg-Sulzbach die Realschule zugkräftig sei. Schwester Lioba konnte ihm von 7 Neuen aus Königstein und 4 aus Edelsfeld ab September berichten.

Jetzt mit Glasfaseranschluss

Das zu Ende gehende Schuljahr war laut der Direktorin bis zum 16. Dezember unter Corona-Vorzeichen ziemlich komplikationslos: „Bis dahin hatten wir nur einmal eine Klasse in häuslicher Isolation.“ Den Lockdown danach habe man für Arbeiten an der IT-Ausstattung der Schule genutzt. Etwa für den Glasfaseranschluss, zu dem Schwester Lioba aktuell mitteilen konnte: „Morgen wird die Glasfaser aufgeschaltet.“ Insgesamt seien 16 Kilometer Kabel im Schulhaus verlegt worden. Kreiskämmerer Weber bedankte sich für die umfangreichen und kostenintensiven Baumaßnahmen, die die Kongregation als Gebäudeeigentümer vorgenommen hat. Der Mietpreis, den sie vom Zweckverband bekommt, steigt 2021 um 11.300 Euro.

„Was die Digitalisierung betrifft, sind jetzt weitestgehend alle Wünsche erfüllt“, stellte Landrat Richard Reisinger fest. Auch mit Blick auf weitere Investitionen zur Verbesserung der IT-Ausstattung der Schule in Höhe von 89.000 Euro, die im Haushalt 2021 auftauchen.

Das betrifft etwa die Anschaffung eines Servers und von zwei unterbrechungsfreien Stromversorgungen. 15.000 Euro sind für die Anschaffung von 19 schulgebundenen mobilen Lehrer-Dienstgeräten vorgesehen, insgesamt 40.000 Euro für die Schaffung einer W-LAN-Infrastruktur im Schulgebäude. Dadurch funktioniert das Arbeiten mit dem Computer künftig auch in den Klassenzimmern und man muss nicht auf einen freien Platz im IT-Raum warten, wie die Direktorin erklärte.

Lob für Familien

Den Schülern stellte Schwester Lioba für das Coronajahr schon mal ein gutes Zeugnis aus. „Sie haben fast alle gut gelernt. 80 bis 90 Prozent der Schüler haben wir mitgenommen“, schätzte sie die negativen Folgen der Pandemie als überschaubar ein. Was nicht zuletzt an der heimischen Unterstützung gelegen habe: „Die meisten Familien haben Großartiges geleistet.“

Für die Fünft- und Sechstklässler habe es eine Notgruppe gegeben, bei der die Schulleitung vor allem bei Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund auf eine Teilnahme gedrängt habe, „damit sie hier Deutsch sprechen“. Für die anstehenden Zeugnisse müsse man aber einschränken, dass die Noten dieses Jahr nur teilweise aussagekräftig seien, obwohl auch per Videokonferenz mündliche Leistungsnachweise möglich gewesen seien.

Rekordsumme vom Landkreis

Die Mitglieder des Zweckverbands nahmen den Haushalt 2021 einstimmig an. Er umfasst zum Ausgleich des nicht gedeckten Bedarfs eine neue Rekordzuweisung des Landkreises Amberg-Sulzbach in Höhe von 1,1 Millionen Euro. 2020 hatte sich 1,08 Millionen betragen.

Das Gesamtvolumen beträgt 2,52 Millionen Euro (2,36 Prozent Steigerung gegenüber 2020). Im Verwaltungshaushalt von 2,37 Millionen Euro sind die Personalausgaben von knapp 2,03 Millionen der größte Posten. Sie steigen aber im Vergleich mit dem Vorjahr nur um 0,15 Prozent. Der Vermögenshaushalt umfasst 150.000 Euro. Der Zweckverband hat keine Schulden, aber Rücklagen in Höhe von 660.336 Euro. Eine Kreditaufnahme ist auch 2021 nicht vorgesehen.

Einstimmig genehmigt wurden zudem überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 3387 Euro aus dem Haushalt 2020. Diese entstanden bei der Heizkostenbeteiligung, der Kostenbeteiligung bei Strom, Wasser und Abwasser sowie bei der Kostenerstattung an die Kongregation für die Nachmittagsbetreuung.

Bei der Verteilung der Zwischenzeugnisse war die Realschule Auerbach heuer sehr kreativ

Amberg

Wie der Haushalt des Zweckverbands für 2020 aussah

Auerbach
Hintergrund:

Zweckverband Realschule Auerbach – die großen Einnahmen 2021

(alle Angaben in Euro)

  • Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke vom Land Bayern 1.043.700
  • Zuweisungen des Landes für den Vermögenshaushalt 111.800
  • Gastschulbeiträge 185.600
  • Nicht gedeckter Bedarf 1.112.000
  • Dieser wird folgendermaßen umgelegt:
    - Landkreis Amberg-Sulzbach 1.100.000
    - Stadt Auerbach 6000
    - Bayerische Provinz der Kongregation der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, Auerbach 6000
Schwester Lioba Endres, die Direktorin der Realschule Auerbach.
Um den neuen Glasfaseranschluss auch im Gebäude optimal nutzen zu können, wurden während des Schul-Lockdowns in der Realschule Auerbach insgesamt 16 Kilometer an Kabeln verlegt.
Um den neuen Glasfaseranschluss auch im Gebäude optimal nutzen zu können, wurden während des Schul-Lockdowns in der Realschule Auerbach insgesamt 16 Kilometer an Kabeln verlegt.

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