07.06.2021 - 16:21 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Endlich: Auch drinnen in den Wirtshäusern geht's wieder los

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Es geht weiter aufwärts. Seit Montag dürfen die Gaststätten auch drinnen wieder auftischen. Zwei Wirte im Landkreis Tirschenreuth freuen sich besonders drauf.

Der Zoigl fließt am Freitag wieder beim Kramer in Falkenberg. Auch viele andere Wirte nutzten die Möglichkeit, ab Montag wieder im Innenbereich Gäste zu empfangen.
von Armin Eger Kontakt Profil

Die niedrigen Inzidenzzahlen machen in der Gastronomie den nächsten Schritt möglich. Seit Montag dürfen die Wirte ihre Gäste auch wieder drinnen bewirten. Während in den großen Wirtshäusern die Vorgaben, wie etwa Abstandsregelungen, ein lösbares Problem sind, werden sich kleine Betriebe wohl eher fragen, ob sich der Aufwand lohnt.

"Wir sperren nächstes Wochenende auf", sagt Wolfgang Fischer von der Falkenberger Zoiglstube. Die Außengastronomie war für ihn kein Thema. "Mit acht Tischen und Sperrstunde um 22 Uhr braucht man erst gar nicht anfangen", sagt er. "Und dann war auch noch das Wetter in den vergangenen Tagen teilweise richtig schlecht."

Das ganze Jahr über gebraut

Inzwischen kommen täglich Anfragen, teilweise aus ganz Deutschland, wann denn endlich wieder Zoigl ist, erzählt der Gastronom. Ab Freitag geht es beim Kramer Wolf los. "Ich habe einen Saal und kann insgesamt 250 Leute unterbringen, auch mit den Vorgaben", meint Fischer. Für viele kleinere Zoiglstuben werde sich das nicht rechnen, wenn sie nur eine gewisse Anzahl an Leuten reinlassen dürfen, vermutet er.

Sein Vorteil sei, dass er eine eigene Metzgerei und somit immer genügend Vorrat habe. "Und natürlich, dass ich das ganze Jahr über, auch während Corona, weiter gebraut habe. Die Nachfrage bei uns im Geschäft nach Zoigl war da." Bei vielen anderen Zoiglstuben, die jetzt öffnen möchten, könnte es sein, dass sie kein Bier haben, weil die Vorlaufzeit einfach zu kurz sei. Drei bis vier Wochen würde man brauchen, so Fischer. Er sei auf jeden Fall gerüstet, um nach dem letzten Zoiglausschank im Oktober wieder durchzustarten. "Mal schauen, wie das alles läuft und wie man das kontrollieren kann. Ich schreibe auf jeden Fall alle Adressen auf."

"Gott sei Dank geht es wieder los", freut sich Alfred Ulrich vom Gasthof "Zum Tillenblick" in Bad Neualbenreuth. Er hatte das letzte Mal am 2. November komplett geöffnet. In den Monaten danach haben viele ihr Essen bei ihm geholt. Der Außerhausverkauf und die finanziellen Zugaben des Staates hätten ihn über Wasser gehalten. Jedoch hätte er sich die Öffnung des Außenbereichs in den vergangenen Tagen sparen können. "Der Aufwand hat sich nicht gelohnt, das Wetter hat nicht gepasst."

Zeit zum Renovieren

Viel Zeit hatten die Wirtsleute in den vergangenen Monaten, um einiges an Arbeiten zu erledigen. "Wir haben einen neuen Gartenzaun gemacht, Polster überzogen. Wir wussten schon nicht mehr, was wir noch tun sollten." Deshalb ist er froh, dass seit Montag wieder der Betrieb auch innen möglich ist.

Bei der Bewirtung im Innenbereich rechnet sich der Wirt einiges aus. "Wir haben drei Räume inklusive einem Saal, den wir nutzen können. 60 bis 70 Leute haben bei uns Platz." So richtig los gehe es aber erst, wenn das Sibyllenbad öffnet. "Ohne Bad können wir nicht leben, ohne Bad gehen wir unter", sagt Ulrich, der sein Personal jetzt wieder aus der Kurzarbeit holt.

Bereits über Pfingsten gut ausgelastet war das Aribo-Hotel in Erbendorf. Die Gäste seien, wie schon vor Corona, aus Ostdeutschland, aus Hessen und Bayern in die Steinwaldstadt gekommen. "Wir haben unser System hochgefahren", sagt Geschäftsführer Harald Bruischütz. Da die Gäste bisher nirgends anders essen konnten, war das Restaurant nur für Hotelgäste geöffnet. Seit Montag sei wieder für alle auf. Die Personalprobleme in der Gastronomie würden sein Haus nicht treffen. Er habe alle halten können und die kamen jetzt aus der Kurzarbeit zurück.

Der Aufwand im Hotel bezüglich der Vorschriften und Regeln habe sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht geändert. Fakt sei aber: "Es ist mehr Aufwand mit weniger Ertrag. Aber wir sind froh, Gäste begrüßen zu dürfen."

Für den Bayerischen Hotel und Gaststättenverband, Kreisstelle Tirschenreuth, war der stellvertretende Kreisvorsitzende, Josef Kormann, nicht bereit, eine Auskunft zu geben.

„Wir haben einen neuen Gartenzaun gemacht, Polster überzogen. Wir wussten schon nicht mehr, was wir noch tun sollten.“

Alfred Ulrich, Wirt des Gasthofs „Zum Tillenblick“ in Neualbenreuth

Touristisch geht schon einiges im Landkreis

Tirschenreuth
Hintergrund:

Gastronomie: Die Regelungen für den Landkreis Tirschenreuth (bei Inzidenzwert unter 50)

  • Innengastronomie: Speisegaststätten mit Hygienekonzept dürfen öffnen; geschlossen bleiben Clubs, Kneipen und Diskotheken. Bei Inzidenzwert unter 50 keine Tests, zwischen 50 und 100 verpflichtend.
  • Sperrstunde: Wird im Innen- und Außenbereich auf 24 Uhr verlängert.
  • Private Veranstaltungen und Feste (Hochzeiten, Geburtstage, Beerdigungen oder Taufen). 100 Personen draußen und 50 drinnen erlaubt – ohne Testpflicht. Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt.

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