Eschenbach
26.07.2019 - 16:03 Uhr

Bürgermeister Peter Lehr kritisiert im Stadtrat CSU-Landtagsabgeordneten

Aussagen von Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und CSU/ÜCW-Sprecher Marcus Gradl veranlassten Bürgermeister Peter Lehr in der Stadtratssitzung am Donnerstag zu einer Erwiderung.

Bürgermeister Peter Lehr kritisiert in der Stadtratssitzung die Aussagen von CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und CSU-Bürgermeisterkandidat Marcus Gradl gegenüber Oberpfalz-Medien. Bild: Stefan Huber
Bürgermeister Peter Lehr kritisiert in der Stadtratssitzung die Aussagen von CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und CSU-Bürgermeisterkandidat Marcus Gradl gegenüber Oberpfalz-Medien.

Er bezog sich auf den Artikel, "Marcus Gradl wird der Stadt gut tun", und räumte ein, dass er im Allgemeinen zu Aussagen keine Stellung nimmt, die im Zusammenhang mit Wahlkampfveranstaltungen getroffen werden. Sollten jedoch Äußerungen getätigt werden, die einer "ergänzenden und damit meinungsbildenden Korrektur" bedürfen, weiche er verständlicherweise von dieser Grundhaltung ab.

Eschenbach21.07.2019

Er zitierte den CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß mit den Worten: "Es wird Zeit, dass die Lokomotive Eschenbach wieder unter Dampf kommt." Dem hielt der Lehr entgegen, dass die Lokomotive Eschenbach, wie in jeder anderen Gemeinde auch, aus dem Rathaus gesteuert werde. Die Formulierung "Wieder unter Dampf", untserstelle, dass derzeit kein Dampf im Rathaus vorhanden sei, was sich in der Arbeitsbelastung des Rathauses niederschlagen müsste.

"Als oberster Vorgesetzter aller Kolleginnen und Kollegen im Rathaus verwahre ich mich mit aller Deutlichkeit gegen solche diskreditierende Aussagen eines Abgeordneten des Bayerischen Landtags", erklärte Lehr mit Nachdruck und stellte sich vor die "hochmotivierten und hoch engagierten Kolleginnen und Kollegen, die sowohl für die Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach als auch für die Stadt Eschenbach ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen". Sie stünden täglich unter dem sprichwörtlichen Dampf, da die anstehenden und künftigen Vorgaben der drei Mitgliedskommunen jahrein, jahraus durch die Rathausmannschaft bearbeitet werden müssen.

Reiß, der in seinem bisherigen beruflichen Leben weder als Mitarbeiter noch als Bürgermeisterin in einem Rathaus tätig war, hielt er in diesem Fall eingeschränktes Urteilsvermögen entgegen. "Er wäre gut beraten, sich mit solchen herablassenden Aussagen, die direkt gegen das Rathausteam gerichtet sind, in der Öffentlichkeit zurückzuhalten oder sich vorher kundig zu machen", machte Lehr seine Position deutlich.

Widerspruch vom Bürgermeister erntete auch CSU-Bürgermeisterkandidat Marcus Gradl, der für die Stadtratssitzung entschuldigt war. Gradl habe gegenüber Oberpfalz-Medien auf die "entscheidenden Beiträge der CSU/ÜCW-Stadtratsfraktion die Schug- und Lippert-Gruppe in Eschenbach anzusiedeln". Lehr verwies darauf, dass die anfangs vorhandenen Planungen der Firma Lippert, vertreten durch Unternehmer Hubert Schug, auf einen Neuaufbau der Firma in Pressath abzielten und versicherte: "Nachdem sich diese aus uns nicht näher bekannten Gründen nicht realisieren ließen, kam der erfolgreiche Unternehmer auf die Stadt Eschenbach, vertreten durch die Bürgermeister und den Stadtrat, zu."

Als ausschlaggebend für die Verlegung der Firma wertete der Bürgermeister den rechtskräftigen Bebauungsplan für die Erweiterung des Gewerbegebiets am Stadtwald und die zum Zeitpunkt der Entscheidungen schon weit fortgeschrittenen Arbeiten zur dessen Erschließung. Hinzu komme, dass die vorhandenen Flächen als ideal für die Umsetzung des unternehmerischen Konzepts angesehen wurden.

https://www.onetz.de/pressath/wirtschaft/paukenschlag-in-pressath-aktualisierung-maschinenbauer-lippert-zieht-nach-eschenbach-d1866751.html

Den Zuhörern im Sitzungssaal ließ Lehr wissen, dass die Weichenstellungen, die sich in Form des Kaufvertrags niederschlugen, in der Verwaltung mit hohem Arbeitsaufwand vorbereitet und im Gremium des gesamten Stadtrats in mehreren Sitzungen entschieden wurden. Daraus folgerte er: "Entscheidende Beiträge der CSU/ÜCW-Fraktion zu diesem Thema erschließen sich mir in diesem Zusammenhang nicht."

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