07.06.2020 - 18:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Gewissheit über die US-Truppen hierzulande gibt erst im November

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US-Präsident Donald Trump will die Truppen in die USA zurückholen. Sollte er dies umsetzten, muss Deutschland seinerseits über die Unterstützung nachdenken. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Ihr schweres Gerät bringt die US-Armee für Übungen auch über deutsche Häfen nach Europa. Das könnte sich ändern. US-Präsident Donald Trump will Truppen aus Deutschland abziehen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

In Grafenwöhr, in Vilseck und in Hohenfels hat wie in vielen anderen amerikanischen Standorten in Deutschland wieder das große Bangen begonnen. Müssen die US-Soldaten gehen? Geht nur ein Teil? Vor allem aber: Was ist mit den Arbeitsplätzen?

Würde im Weißen Haus nach strategischen Kriterien entschieden, könnten sich alle entspannt zurücklegen. Deutschland ist ein unsinkbarer Flugzeugträger, ein Sprungbrett für US-Einsätze. Zwei Beispiele: Ohne das Militärkrankenhaus in Landstuhl gäbe es keine hochwertige medizinische Versorgung der Verwundeten. Ohne das 7. US-Armee Trainingskommando und die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels wären der Einsatz in Afghanistan und der Einmarsch im Irak kaum denkbar gewesen. Letzterer wurde in der Oberpfalz mit vorbereitet. Beides diente unmittelbar amerikanischen Interessen und - darüber lässt sich trefflich streiten - allenfalls mittelbar deutschen oder europäischen Interessen.

Die US-Abzugsankündigung, sendet Schockwellen durch Osteuropa. Denn die US-Truppen hierzulande dienen nicht der Verteidigung Deutschlands sondern der Nato-Partner im Osten. Noch haben diese keine Wahl zu den USA, aber wenn sie wollten, könnten die Europäer gemeinsam Russland selbst auf Abstand halten. Das ist eine Frage des Geldes.

Diese stellt sich auch für Deutschland. Ist die Ausweitung von Übungsplätzen noch sinnvoll, wenn nicht klar ist, ob der Partner bleibt. Diese Frage stellt sich auch bei Baumaßnahmen. Von 2012 bis 2018 zahlte der Bund 480 Millionen Euro für US-Baumaßnahmen. Bis 2030 von erwartet der Bund 650 Millionen Euro. Gut möglich, dass es besser ist, das Geld zum Schaffen von Arbeitsplätzen aufzusparen, als für Bauten zu verwenden, die bald leerstehen. Eine endgültige Antwort gibt es erst im November.

Der pensionierte US-General Frederick "Ben" Hodges zum geplanten Abzug

Grafenwöhr

 

 

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