15.07.2020 - 14:37 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Jugendlicher in Grafenwöhr weiter vermisst: Nun Suche mit Drohnen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Er hatte sich mit Freunden in einer Fischerhütte in Grafenwöhr getroffen und verschwand dann spurlos im Wald: Die Suche nach einem vermissten 17-Jährigen ging am Mittwoch mit Drohnen weiter.

Pilot Gerald Wagner (weißes Shirt) und Co-Pilot Benjamin Sertl von der Fachgruppe UAS (Unmanned Aerial System) des BRK-Kreisverbandes Tirschenreuths suchen mit zwei Drohnen nach dem vermissten 17-Jährigen.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Von Stefan Neidl und Kathrin Moch

17-Jähriger tot im Wald aufgefunden

Grafenwöhr

Auch an Tag zwei nach dem Verschwinden eines 17-Jährigen aus Grafenwöhr geht die Suche nach ihm weiter. Am Montagnachmittag hatte sich der Jugendliche nach Auskunft der Polizeiinspektion Eschenbach mit Freunden im Wald hinter der Fischerhütte in Grafenwöhr getroffen.

Gemeinsam mit einem Freund entfernte er sich von der Gruppe und lief weiter in den Wald, wo sich die Wege der Freunde trennten. Danach verschwand der 17-Jährige spurlos. Seine Eltern meldeten ihn noch in der gleichen Nacht als vermisst.

Wasserwacht durchkämmt Teichanlage

Am Dienstagvormittag startete eine großangelegte Suchaktion mit rund 120 Einsatzkräften, 9 Flächensuchhunden sowie 4 Personensuchhunden. Abgesucht wurde vor allem das Waldgebiet zwischen Grafenwöhr, Pressath und Schwarzenbach. Die Wasserwacht durchkämmte eine in unmittelbarer Nähe liegende Teichanlage. Laut Polizei: ohne Erkenntnisse. Nachdem alle zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft waren, wurde die Suche gegen 20 Uhr beendet.

Nun fahndet die Polizei öffentlich nach dem vermissten Jungen

Grafenwöhr

Handy gefunden

Werner Stopfer, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach, sagt am Mittwochmorgen: "Wir hatten die Hoffnung, dass er über Nacht wieder zurückkehrt. Doch Stand jetzt, ist er noch nicht aufgetaucht." Die Polizei geht derweil davon aus, dass der Junge sich noch im Waldgebiet befindet. Sein Handy wurde gestern im nahen Umfeld gefunden.

Hubschrauber und Drohne im Einsatz

Gegen 9.30 Uhr setzen die Einsatzkräfte die Suche nach dem Vermissten am Mittwoch fort. Nachdem ein Polizeihubschrauber das Waldgebiet abgesucht hat, kam ein Drohnenteam des BRK zum Einsatz. Pilot Gerald Wagner und Co-Pilot Benjamin Sertl von der Fachgruppe UAS (Unmanned Aerial System) des BRK-Kreisverbandes Tirschenreuths nutzten eine kleine Drohne mit Bildersuche und eine große mit Wärmebildkamera.

So begann die Suchaktion am Dienstag

Grafenwöhr

Die Drohne erreicht eine Flughöhe von rund 70 Metern und kann bis zum notwendigen Akkuwechsel 35 Minuten lang eingesetzt werden. Zwischen Mensch und Tier können die Fachleute anhand der Bewegungen unterscheiden. Ein Problem bei der Suche stellen Steine und Holz dar: Das wärmt sich durch die Sonne auf und kühlt nur langsam wieder ab.

Suche an Kiesgrube und Schießstand

Der Flug fand an einer Kiesgrube im Wald statt, an der sich der Vermisste oft aufgehalten haben soll. Gefunden wurde nur ein auffälliges Objekt, das sich als alter Plastikkorb entpuppte und keinen Bezug zur Person hat. Nächste Station war der Schießstand des Schützenheims.

Polizeihauptkommissar Walter Schäffler erklärte, dass die Randgebiete abgesucht wurden, an denen am Vortag die Suche eingestellt wurde. Laut Dienststellenleiter Stopfer sei der Jugendliche nicht krank oder medikamentenabhängig gewesen. Neben den Suchmaßnahmen werden auch die Befragungen im Umfeld des Jungen fortgeführt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.