26.05.2019 - 17:36 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

US-Armee Grafenwöhr prüft Auslagerung der Fahrzeug-Werkstätten

Die amerikanische Armee verändert regelmäßig ihre Abläufe. Immer wieder droht deshalb der Abbau von Arbeitsplätzen. Doch die jüngste Ausschreibung hat es in sich.

Bei einem Kommandowechsel wird auf dem Paradefeld vor dem Wasserturm in der US-Garnison Grafenwöhr regelmäßig Salut geschossen. Doch die jüngsten Nachrichten haben es in sich.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die US-Armee in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) prüft die Auslagerung der Werkstätten in ihren Garnisonen. Derzeit erkundet die Vergabestelle den Markt. Sie will wissen, ob es Unternehmen gibt, die Wartung und Reparatur der Fahrzeuge der amerikanischen Garnisonen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz übernehmen wollen.

Sollte dies tatsächlich umgesetzt werden, wären allein in den Oberpfälzer US-Standorten Vilseck, Grafenwöhr und Hohenfels mehrere Hundert Arbeitsplätze für deutsche Mitarbeiter betroffen. Ein Abbau dieser Stellen wäre ein deutlicher Aderlass. Derzeit sind rund 3000 der Zivil-Beschäftigen in der US-Garnison Bavaria, zu der die Standorte Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch gehören, Deutsche.

Bislang werden die Lastwagen, Bulldozer, Walzen, Bagger und Feuerwehrfahrzeuge von deutschen Angestellten in den jeweiligen US-Garnisonen repariert und gewartet. Die Fahrzeuge werden etwa zum Erhalt der Straßen auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels (Kreis Neumarkt) eingesetzt. Seit mehr als 20 Jahren werden in den technischen Bereichen auch deutsche Lehrlinge ausgebildet. Ein Jubiläum, das die US-Garnison im November noch groß in den Rose Barracks in Vilseck gefeiert hatte.

Aktualisierung

Grafenwöhr

Auch den vergangenen Jahrzehnten haben Umstrukturierungen bei der US-Armee die Sorge um die deutschen Arbeitsplätze geweckt. Häufig konnten große Streichungen durch den Einsatz deutscher Politiker und der Arbeitnehmervertreter abgemildert werden. Allerdings gibt es seit langem Klagen aus der Gewerkschaft Verdi und der Arbeitnehmervertretung, dass ein schleichender Stellenabbau eingesetzt habe. "Positionen werden darauf geprüft, ob sie auch ohne Neubesetzung beibehalten werden können", heißt es. Die amerikanische Regierung beabsichtige, einen Vertrag für die "Wartung und Reparatur von Spezialfahrzeugen (SPV) abzuschließen", heißt es in der Ausschreibung zur Suche nach geeigneten Unternehmen.

Diese ist am 20. Mai veröffentlicht worden und läuft noch bis zum 3. Juni. Demnach dient die Bekanntmachung ausschließlich zu Informations- und Planungszwecken. Interessierte Unternehmen müssen mit einer großen Typen-Vielfalt zurecht kommen, darunter sind viele Fahrzeuge deutsche Hersteller. Und: Die Betriebe sollen darlegen, ob sie Subunternehmer einsetzen würden. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass die Bekanntmachung die amerikanische Regierung nicht dazu verpflichtet, einen Vertrag für irgendein Angebot oder irgendeinen Dienst abzuschließen.

Ein Bulldozer schüttet während einer Übung in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) einen Erdwall auf. Die taktischen Fahrzeuge werden von den Soldaten selbst gewartet, die Maschinen der US-Garnison in deren Werkstätten. Nun prüft die US-Armee, ob es dafür private Anbieter gibt.

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