29.05.2018 - 15:09 Uhr
HahnbachOberpfalz

Die einzigen katholischen Gottesdienste

Schon 1665 ist eine Marienwallfahrt urkundlich erwähnt und ein Eremit zieht auf den Berg. Er kümmert sich um die Belange der vielen Pilger. Über den Hahnbacher Frohnberg und seine Vielseitigkeit erzählt Evelin Eckl.

Evi Eckl und ihr heimliches Steckenpferd: Alles Wissenswertes über die Entwicklung des Frohnbergs.

(dwi) „Powerwalking ist keine Idee von heute“, sagt Evi Eckl mit einem Lachen. Sie versetzt die Besucher der AOVE-Führung zurück in das 10. Jahrhundert am Frohnberg und wie das Leben damals so spielte. „Reitpferde waren die Maseratis.“ Die Wege zum Frohnberg von der Alten Straße sind die Handelswege vergangener Zeit. Am Hahnenkamm entlang ging es sich leichter als im Tal, denn dort sammelten sich Wasser und Erde. Außerdem verlangten die Hahnbacher Wegezoll. Auch das ist ein Grund, warum der Frohnberg unter Händlern so beliebt war. Die erste Besiedelung bot sich nicht nur wegen der stark frequentierten Handelsstraßen an, sondern auch aufgrund des Waldes. Die Holzkohle-Industrie war gefragter denn je.

Vermutlich diente die karolingische Burg und Wallanlage zur Überwachung des Vilstals. Im Umfeld der Kapelle fand Archäologe Mathias Hensch bei seinen Ausgrabungen auch einen Turm. Beachtliche neun Meter hoch soll er gewesen sein. Ab 1270 wurde die Burgfläche bereits landwirtschaftlich genutzt. An der Kapelle seitlich platziert waren drei blecherne Kreuze. „Ich kenne die noch“, sagt Evi Eckl. Diese wurden durch ein hochwertiges Kruzifix ersetzt.

Auch der mittelalterliche Brunnen ist noch vorhanden. Gegenüber der Kapelle wacht eine Jesus-Skulptur an der Kirche über Grund und Boden. Darunter liegt der mit Eisenketten betriebene Wasserspender. Teilnehmer Johann Lobenhofer erinnert sich noch an seine Nutzung. „Aber 1947 war ein sehr trockenes Jahr, da mussten wir 170 Stufen auf der anderen Seite hinab steigen, um an Wasser zu kommen“, erzählt der 79-jährige Hahnbacher. „Irgendwann riss auch das Seil, aber wir bekamen Ketten von der Maxhütte.“

Evelin Eckl ist ein wandelndes Frohnberg-Geschichtsbuch und erzählte lebhaft wie der Frohnberg zum Wallfahrtsort wurde und warum die Entwicklung so spannend ist. Auch erfuhren fast 50 Besucher der AOVE-Führung über das Innenleben der Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt. In dieser feierten Gläubige ab 1649 die einzigen katholischen Gottesdienste – denn im Sulzbacher Land hatte das evangelische Glaubensbekenntnis überhand.

Fast 50 Teilnehmer interessieren sich für die Geschichte des Frohnbergs.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.