31.01.2020 - 14:50 Uhr
HirschauOberpfalz

Florentin Siegert (22) seit einem Jahr CSU-Ortsvorsitzender in Hirschau

Seit einem Jahr ist Florentin Siegert Ortsvorsitzender der Hirschauer CSU. Bei seiner Wahl im Januar 2019 war er gerade einmal 21 Jahre alt.

Florentin Siegert aus Hirschau studierte in Bayreuth Politikwissenschaft. Derzeit arbeitet er in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und betreut das Thema Maritime Wirtschaft, bevor er im Oktober seinen Master beginnen will. Seit August 2018 ist der 22-Jährige Ortsvorsitzender der Jungen Union Hirschau, seit Januar 2019 zudem Ortsvorsitzender der CSU.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Im Interview mit Oberpfalz-Medien erzählt Florentin Siegert, was ihn antreibt, sich politisch zu engagieren. Und ob sein Alter eher Chance oder Hindernis ist.

ONETZ: Nach dem Abitur am Max-Reger-Gymnasium in Amberg entschieden Sie sich für ein Studium der Politikwissenschaft in Bamberg. Ging Ihr politisches Engagement in Hirschau damit schon einher?

Florentin Siegert: Nein. Ich habe mich Ende meiner Schulzeit viel mit Gesellschaft und Politik auseinandergesetzt. Und da gemerkt, wie spannend ich das finde, wie wichtig und relevant das ist. Ich wollte hinter die Prozesse blicken, die großen Zusammenhänge besser verstehen. Deshalb das Studium. Mein aktiver Einsatz in der Parteipolitik entwickelte sich tatsächlich erst zwei Jahre später. Ich bin erst 2017 zur Jungen Union, und erst 2018 in die CSU eingetreten.

ONETZ: Und Anfang 2019 wurden Sie dann gleich zum Ortsvorsitzenden gewählt?

Florentin Siegert: Ja, unser Bürgermeister Hermann Falk hat meinen Namen in den Ring geworfen. Ich war da schon Ortsvorsitzender der JU. Und mir war gleich klar: Ich möchte Verantwortung übernehmen, aktiv mitgestalten und anpacken.

ONETZ: Also fiel Ihnen die Entscheidung, sich zur Wahl zu stellen, leicht?

Florentin Siegert: Das nicht. Ich habe mir das lange durch den Kopf gehen lassen. Ich wusste noch nicht, was nach dem Bachelor-Studium auf mich wartet. Es ist ja schon eine gewisse Bindung an die Heimat. Aber im Endeffekt kann man das in der heutigen Zeit schon sehr gut vereinbaren. Wenn ich im Zug sitze, ist das für mich Arbeitszeit.

ONETZ: Studium, Arbeit, Ortsvorsitz von JU und CSU. Wird das manchmal zu viel?

Florentin Siegert: Es ist oft anstrengend. Aber wenn ich den inneren Antrieb, mitzugestalten, nicht hätte, würde ich es nicht machen. Ich habe außerdem ein gutes Zeitmanagement, da bleibt schon auch Raum für Freizeit, Familie und Freunde. Die unterstützen mich sowieso. Sie finden toll, was ich mache, und haben Verständnis.

ONETZ: Gibt es diese volle Unterstützung auch innerhalb der Partei?

Florentin Siegert: Man muss sich was trauen. Und ich hab' von der ersten Sekunde gespürt, man lässt mich hier nicht in kaltes Wasser springen. Ich hatte schon Respekt, weil ich mich mit Leuten auseinandersetzen muss, die viel mehr Lebenserfahrung haben. Das kann man gar nicht aufwiegen. Und dann soll ich auch noch an der Spitze stehen. Das funktioniert nur mit Rückhalt – und den genieße ich.

ONETZ: Ist Ihr Alter manchmal Thema?

Florentin Siegert: Überhaupt nicht. Ich werde ernst genommen. Auch von anderen Ortsvorsitzenden. Die Leute schätzen Engagement. Es ist eine große Chance, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen innerhalb einer Partei vertreten sind. Wenn Erfahrung und frische Ideen zusammenkommen. Ich möchte damit auch ein Vorbild für andere junge Menschen sein. Sie zum Mitgestalten bewegen, das muss ja nicht parteipolitisch sein.

ONETZ: Sie haben sich für eine Partei entschieden. Warum wurde es die CSU?

Florentin Siegert: Ich identifiziere mich mit dem christlich-sozialen Menschenbild. Und den Sozialprinzipien. Absolute Extreme werden damit gemieden. Stattdessen steht der Mensch im Fokus. Alle Bevölkerungsgruppen sollen einbezogen werden. So kann meiner Meinung nach Gesellschaft gestaltet werden, wenn keiner ausgeschlossen wird. Die Geschichte hat gezeigt, es wurde immer dann politisch und gesellschaftlich prekär, wenn Gruppen ausgegrenzt wurden.

Hirschau

ONETZ: Welche konkreten Ziele verfolgen Sie für Hirschau?

Florentin Siegert: Aufgabe Nummer eins ist es, die Stadt lebenswert zu gestalten – und zwar für alle Bürger. Wir haben eine Stadt, in der man gerne lebt und das soll so bleiben. Dafür muss es auch wirtschaftlich stimmen. Hirschau hat ja als große Wirtschaftskraft das AKW. Doch die Ressource Kaolin ist endlich. Wir müssen Überlegungen anstellen, wie wir auch in Zukunft ein starker und attraktiver Standort bleiben.

ONETZ: Welche Themen sind Ihnen persönlich wichtig?

Florentin Siegert: Europa ist mir ein großes Anliegen. Ich möchte informieren und sensibilisieren, wie wichtig dieses Friedensprojekt ist. Das Thema Rente ist im politischen Diskurs angekommen, aber es gibt kein Konzept zur Lösung. Und auch auf Nachhaltigkeit sollte mehr gesetzt werden. Nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich. Das muss Hand in Hand gehen. Menschen brauchen Arbeit, aber auch eine gesunde Natur, in der sie leben können. Und der Aufruf zur Partizipation ist mir wichtig. Deutschland hat zwei Diktaturen erlebt und trotzdem herrscht Politikverdrossenheit.

ONETZ: Jetzt sind die Stichworte Nachhaltigkeit und Partizipation gefallen. Was sagen Sie zur Fridays-for-Future-Bewegung?

Florentin Siegert: Es ist toll, dass in Deutschland Jugendliche aufstehen und sagen: Hört uns zu! Wenn sich junge Menschen interessieren, engagieren und einbringen, ist das das Beste, was uns passieren kann. Ob das freitags während der Schulzeit stattfinden muss, ist für mich allerdings fraglich. Es ist jetzt jedenfalls Aufgabe der Politik, in Diskurs zu treten.

Junge Leute aus der Region engagieren sich politisch:

Kümmersbruck
Freudenberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.