Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, dann wären die vier Musikerinnen der Hirschauer Hausmusik gerade in der Vorweihnachtszeit so gut wie ausgebucht. Seit Jahren waren sie für die musikalische Umrahmung der Jahresabschlussfeier des Hirschauer Stadtrats ebenso gefragt wie für die Mitwirkung beim Adventsingen in der Stadtpfarrkirche. Doch dieses Jahr ist alles anders – und dies nicht erst seit Beginn der Adventszeit.
Begonnen hatte alles 1985 mit der Weihnachtsfeier der TuS-Dienstagsturnerinnen. Übungsleiterin Doris Weih suchte für deren Gestaltung in den Reihen ihrer Damenriege nach musikalisch bewanderten Sportlerinnen. Sie wurde fündig: Mit Martha Pruy, Luzia Dietz, Annegret Holzer, Inge Mangelberger und Gabi Meindl erklärten sich fünf Turnerinnen bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Damit schlug die Geburtsstunde der Hirschauer Hausmusik. Martha Pruy (Hackbrett), Luzia Dietz und Annegret Holzer (beide Zither), Inge Mangelberger (Gitarre) und Gabi Meindl (verschiedene Flöten) machten sich eifrig ans Üben und erfüllten ihren ersten Auftrag ausgezeichnet. Mit dem Üben und der erfolgreichen Premiere wuchs bei ihnen der Wunsch, die musikalische Zusammenarbeit fortzusetzen.
Schon sehr bald hatte sich die Gruppe in Hirschau einen exzellenten Ruf erworben. Das Quintett wurde von vielen Vereinen und Institutionen zur Umrahmung ihrer Feierlichkeiten eingeladen. Die Gruppe verband ihre musikalischen Aktivitäten von Beginn an mit großem sozialem Engagement. Noch im Gründungsjahr wurden die Gagen an die Selbsthilfegruppe krebskranker Kinder übergeben, die zwischenzeitlich mehrmals mit Spenden bedacht wurde. Ebenso zum Beispiel die vom Hirschauer Augenarzt Prof. Dr. Dieter Dausch geleitete Hilfsorganisation Africa Luz. Sie stand im Mittelpunkt des 25-jährigen Bestehens, das im Oktober 2010 im voll besetzten Josefshaus gefeiert wurde. Anlässlich des Jubiläums hatte die Hausmusik eine CD produziert. Den Verkaufserlös spendete man für Africa Luz.
Als der Stadtrat 1996 die Hirschauer Hausmusik mit dem Kulturpreis der Stadt auszeichnete, würdigte er damit nicht nur das ausgezeichnete musikalische, sondern gleichzeitig auch das soziale Engagement von Martha Pruy, Inge Mangelberger, Gabi Meindl und Luzia Dietz.
















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