Illschwang
24.07.2026 - 14:04 Uhr

Die Sanierung des Freibads in Illschwang beginnt frühestens 2027

Über 50 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen: Das Freibad in Illschwang ist dringend sanierungsbedürftig. Der Gemeinderat hat die Weichen dafür gestellt. Doch ohne die feste Zusage von Staatsmitteln kann nicht begonnen werden.

Das Freibad in Illschwang muss umfassend saniert werden: Bei einem Rundgang mit Bademeister Stefan Behringer konnte sich Oberpfalzmedien selbst ein Bild vom Gesamtzustand der Anlage machen. Das Herz des Freibads ist das Gebäude, direkt am Schwimmerbecken, mit den wichtigsten technischen Einrichtungen, welche für den Betrieb unerlässlich sind.

Generell, lässt sich laut Behringer sagen, dass sich dort alles in einem ziemlich maroden Zustand befindet. Dies betrifft die Filteranlage genauso wie den Schaltkasten, wo sämtliche Elektrik gesteuert wird, bis zu den Rohrbögen, wo sich der Rost teilweise schon ziemlich stark angesetzt hat. In der Filteranlage befinden sich noch die Teile, die aus der Neubauphase des Freibads in den Siebzigerjahren stammen. Auch die im Boden verlaufenden Zu- und Rücklaufleitungen bedürfen dringend der Erneuerung, wie der Bademeister sagt.

Viele Problemstellen

Die entscheidenden Problemstellen sind für die Badegäste nicht zu sehen: Der Zugang ist hier nur dem Bademeister erlaubt. Doch auch im für jedermann einsehbaren Bereich wären dringend Änderungen nötig. Dies betrifft zum Beispiel den Bereich der Umkleidekabinen, samt sich daneben befindlichen Schließfächern und die WC-Anlagen. Das Pflaster im gesamten Bereich der beiden Schwimmbecken ist sehr rau und kann leicht zu Verletzungen führen. Die Überlaufrinnen zu den Becken sind teilweise undicht, dies führt zu einem Wasserverlust. Die Betonrinne zwischen Pflaster und Becken ist an etlichen Stellen bereits rissig.

Jedes Jahr müssten abgefallene Fliesen in den beiden Becken erneuert werden, berichtet Behringer – wobei die diesbezüglichen Maßnahmen von Jahr zu Jahr mehr werden. Das Fazit des Bademeisters zur Gesamtlage: "Der Blick auf die Freibadeinrichtung ist nach wie vor optisch gut, allerdings gibt es zahlreiche Bereiche, wo durch eine Sanierung Entscheidendes verbessert werden würde."

Förderung bleibt ein Thema

2026 wurde man enttäuscht: Für das Projekt gab es sowohl vom Land wie auch vom Bund Absagen. Der Gemeinderat beschloss, für nächstes Jahr erneut entsprechende Anträge zu stellen. "Gerade die im Vorfeld in Aussicht gestellte Förderung von 58 Prozent wäre für Illschwang ein gewaltiger Anteil zur Finanzierung der Maßnahme gewesen", so sieht es Bürgermeister Dieter Dehling (CSU): "Wenn es dann auch noch eine Förderung vom Bund gibt, bedeutet dies, dass die benötigten Eigenmittel nicht zu hoch ausfallen."

Bei einem Besuch in Illschwang äußerte Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl (CSU) Verständnis für das Anliegen. Sie sah auch die Dringlichkeit der Maßnahme. Hierl sagte zu, sich in den Ausschüssen, welche darüber zu entscheiden haben, dafür einzusetzen, dass es für die Sanierung des Freibads eine finanzielle Förderung gibt. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) sieht die Dringlichkeit der Sanierung und hatte deshalb schon engen Kontakt zum zuständigen Bauminister Christian Bernreiter und den Förderstellen. Er bedauert, dass für 2026 insgesamt nur 20 Millionen Euro im Fördertopf für Freibadsanierungen gewesen seien, es aber eine Vielzahl von Anträgen gegeben habe. Allein Illschwang hätte ca. vier Millionen Euro bekommen sollen, kam 2026 aber nicht zum Zuge. Schwartz ist aber zuversichtlich, dass im kommenden Jahr die Mittel im Doppelhaushalt 2027/28 zugewiesen werden können. Damit stünde einem vorzeitigen Baubeginn nichts mehr im Wege.

"Schließung ist kein Thema"

Für die Gesamtmaßnahme gibt es eine genaue Kostenschätzung, welche bei ca. acht Millionen Euro liegt. Grundlage der Zahlen sind konkrete, detaillierte Pläne, erstellt von einem Architekturbüro aus Kulmbach im Auftrag der Gemeinde. Bürgermeister Dehling gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass seit 2024 (Jahr der Kostenermittlung) die zu erwartenden Ausgaben im Bausektor weiter gestiegen seien und somit bei den Gesamtkosten die acht Millionen Euro wohl nicht mehr ausreichten.

In einem Ausblick zeigte Dehling Wege auf, wie es mit der Freibadsanierung weitergehen könnte, wenn die Gemeinde auch 2027 keine Staatsmittel erhält. Die Weichen dafür sollen bei einer Klausurtagung des Gemeinderats im November gestellt werden. Eines machte der Bürgermeister deutlich: "Der gesamte Gemeinderat steht auch dann geschlossen hinter der Durchführung der Sanierung. Eine Schließung des Freibads ist absolut kein Thema."

In einem solchen Fall wären Rückbaukosten von ca. 2,8 Millionen Euro aufzubringen. Dies besagt eine vertragliche Vereinbarung mit der katholischen Pfründestelle Illschwang als Besitzer des Grundstücks. Dehling sagt anschaulich, was das bedeuten würde: "Das Freibad wäre weg, die Gemeinde hätte 2,8 Millionen für den Rückbau bezahlt."

Heizung umgestellt

Im Laufe der 50 Jahre gab es eine umfassende Maßnahme, die große Veränderung brachte. Vom Beginn des Freibadbetriebs an gab es eine elektrische Luftwärmepumpe, die jedoch, nach vielen Jahren im Einsatz, Abnutzungserscheinungen zeigte. Zugute kam der Gemeinde, dass der Schulverband von elektrischen Speicheröfen auf Hackschnitzelheizung umgestellt hat. Beide Seiten beschlossen einen Wärmeliefervertrag. Von der Schule zum Freibad wurde eine Nahwärmeleitung verlegt. Umgesetzt wurde dies 2013 und 2014. Dieter Dehling fand lobende Worte für den Bademeister, den Beschäftigten der Gemeinde Herbert Dürgner, sowie die Mitarbeiter des Bauhofs, die trotz aller technischen Einschränkungen, für einen reibungslosen Badebetrieb sorgten.

Sehr positiv nahm Dieter Dehling die Worte von Thea Roth aus dem Sulzbach-Rosenberger Stadtteil Kauerhof auf, die seit Jahren in der Badesaison fast jeden Tag das Freibad besucht hat. Gegenüber Oberpfalz-Medien sagte sie: " Ich bin zum Schwimmen viel lieber in Illschwang als im Rosenberger Waldbad. Ich genieße die tolle Lage, die Grünflächen sind bestens gepflegt. Wenn ich mit meinen Enkeln komme, freue ich mich, dass das Nichtschwimmerbecken gut einsehbar ist. Wenn ich selbst schwimme, genieße ich die gute Wasserqualität. Ich habe keine Probleme, einen nahegelegenen Parkplatz zu finden. Für mich übt das Freibad einen gewissen Charme aus."

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