05.12.2021 - 11:17 Uhr
IllschwangOberpfalz

Wasserpreis steigt für die Abnehmer der Illschwang-Gruppe ab 2022 um zehn Prozent

Ein Kubikmeter Wasser, bisher beim Zweckverband Illschwang-Gruppe um 1,30 Euro zu haben ist, kostet vom Jahr 2022 an 1,43 Euro. Neuerungen gibt es auch beim Bauwasser und bei den eingesetzten Zählern.

209.000 Kubikmeter Wasser lieferte der Zweckverband Illschwang-Gruppe 2020 an die knapp 3.600 Bewohner seines Versorgungsgebiets.
von Norbert WeisProfil

Zur Vollversammlung des Wasserzweckverbands der Illschwang-Gruppe trafen sich die sechs Verbandsräte der Gemeinden Illschwang und Poppenricht sowie der Stadt Sulzbach-Rosenberg im Sportheim des SV Illschwang. Auf der Tagesordnung stand eine Neukalkulation der Gebühren.

Seit dem 1. Januar 2019 bezahlen die Abnehmer 1,30 Euro je Kubikmeter Wasser. Die Grundgebühr richtet sich nach dem Durchfluss des Wasserzählers. Bis vier Kubikmeter pro Stunde beträgt sie 36 Euro, bis zehn Kubikmeter pro Stunde 90 Euro und bis 16 Kubikmeter pro Stunde 144 Euro im Jahr. Um kostendeckend zu arbeiten, wäre in den vergangenen drei Jahren ein Gebührensatz von 1,43 € je Kubikmeter nötig gewesen. Der Beschlussvorschlag an die Versammlung lautete demnach, den Wasserpreis um 13 Cent je Kubikmeter zu erhöhen, während die gestaffelte Grundgebühr unverändert bleibt.

Bauwasserpauschale geändert

Verbandsrat Hans Pirner wollte wissen, warum der Verbrauch teurer wird und die Grundgebühr gleich bleibt. Dadurch würden Großverbraucher, zum Beispiel Landwirte, stärker belastet als Abnehmer mit weniger Bedarf. Der Verbandsvorsitzende Dieter Dehling teilte mit, dass dies bei der nächsten Kalkulation in drei Jahren berücksichtigt werden könne. Die Verbandsräte stimmten der Erhöhung auf 1,43 Euro zu.

Dehling stellte eine Änderung bei der Bauwasserpauschale vor. Da bei Bauvorhaben keine Wasserzähler mitlaufen, gilt in der Satzung für eingeschossige Gebäude künftig eine Schätzmenge von 40 Kubikmeter. Bei zwei- oder mehrgeschossigen Gebäuden beträgt sie 50 Kubikmeter.

Umstellung auf Funkwasserzähler

Ab 2022 stellt die Illschwang-Gruppe schrittweise auf Funkwasserzähler um. Sie verbindet das mit dem turnusmäßigen Austausch der Wasserzähler. Wasserwart Ernst Herbst informierte dazu, dass der Austausch nur für die Hauptwasserzähler gelte. Die restlichen Wasserzähler müssen weiterhin selbst abgelesen werden. Die Versammlung stimmte der Umstellung auf Funkzähler ab 2022 zu.

"Gefahrenstellen bei Bauarbeiten vermeiden"

Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Hermann Böhm regte an, dass bei Arbeiten an viel befahrenen Straßen die betroffene Stelle vorübergehend gepflastert wird, ehe eine Asphaltierung erfolgt. Er möchte geschotterte Straßenöffnungen als Gefahrenstellen vermeiden. Sollte dies nicht möglich sein, sollte dieser Bereich gut beschildert sein. Wasserwart Ernst Herbst merkte an, dass das Pflastern einen erheblichen Zeitaufwand darstellt und immer versucht werde, möglichst schnell zu teeren. Außerdem sei der Untergrund meistens nach einem Wasserrohrbruch aufgeweicht und sinke in der Folgezeit nochmals ab. Böhm beharrte darauf, dass nach jeder Baustelle Rücksprache zu halten ist, ob eine Befestigung oder Beschilderung vorgenommen wird.

Laut der Jahresrechnung für 2020 erwirtschaftet der Verwaltungshaushalt eine Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 125.300 Euro. Der allgemeinen Rücklage werden 55.600 Euro zugeführt.

Haushalt 2021 unter Vorjahresansätzen

Der Verwaltungshaushalt 2021 beläuft sich auf 534.600 Euro und fällt damit um 17.800 Euro niedriger als im Vorjahr aus. Haupteinnahmen des Zweckverbands sind die Gebühren für die Wasserlieferungen, die im Vergleich zu 2020 leicht ansteigen dürften. Ausgaben fallen hauptsächlich für Personal sowie den Unterhaltungs- und Betriebsaufwand der Brunnen, Hochbehälter und des Leitungsnetzes an. Für 2021 ist eine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt in Höhe von 53.900 Euro veranschlagt.

Der Vermögenshaushalt für das laufende Jahr hat ein Volumen von 330.300 Euro und bewegt sich damit um 210.700 Euro unter dem Ansatz von 2020. Die Ausgaben im Vermögenshaushalt sind im Wesentlichen für Investitionen (242.000 Euro) und für Tilgungsleistungen (88.300 Euro) bestimmt. Größte Brocken sind die Restkosten der Erschließung des neuen Baugebiets Am Weidenberg in Illschwang und die Herstellung der Wasserleitung bei der Dorferneuerung Poppenricht.

Neuberechnung der Herstellungsbeiträge

Die Herstellungsbeiträge zur Wasserversorgungsanlage wurden zum bisher letzten Mal 2007 angehoben. Der Beitragssatz liegt seither bei 1,04 Euro pro Quadratmeter für die Grundstücksfläche und 6,40 Euro je Quadratmeter für die Geschossfläche. Ein Fachbüro übernimmt die Neuermittlung der beitragsfähigen Grundstücks- und Geschossflächen. Es ist eine Neuberechnung des Beitragssatzes in Form einer Globalberechnung erforderlich. Bisher nicht erhobene Flächen, unter anderem ausgebaute Dachgeschosse, sollen festgestellt und nachberechnet werden.

Die Wasserleitungserneuerung in Poppenricht im Bereich der Häringloher Straße sowie der Neuen Heimat mit einem Gesamtvolumen von 525.000 Euro wird auf die Jahre 2022 bis 2024 aufgeteilt. Den Vermögenshaushalt für 2021 gleicht eine Kreditaufnahme in Höhe von 50.000 Euro aus. Trotzdem sinkt der Schuldenstand, der Anfang des Jahres 1.032.600 Euro betrug, bis zum Jahresende voraussichtlich auf 994.300 Euro. Dies entspricht bei 3592 versorgten Einwohnern einer Pro-Kopf-Verschuldung von 276,81 Euro. Die Vollversammlung stimmte dem Haushaltsplan 2021 und dem Finanzplan für die Jahre bis 2024 zu.

Überraschung für die Kunden der Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Wasser-Zweckverband Illschwang-Gruppe

  • Versorgungsgebiet: 17 Ortschaften aus der Gemeinde Illschwang, vier aus der Gemeinde Poppenricht und ebenfalls vier aus der Stadt Sulzbach-Rosenberg
  • Anlagen: drei Brunnen, drei Hochbehälter mit einem Speichervolumen von insgesamt 1.200 Kubikmeter und ein Leitungsnetz von knapp 80 Kilometer Länge
  • Liefermenge im Jahr 2020: 209.000 Kubikmeter über 1.204 Wasserzähler an 3.592 Einwohner

 

 

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