22.09.2021 - 15:49 Uhr
Oberpfalz

Intelligenter Optimismus

Nein, es ist nicht alles rosarot. Und das Glas ist auch nicht immer halbvoll. Dennoch sollten wir es alle viel öfter mit Optimismus versuchen, so die OWZ-Glücksexpertin. Dafür müssen wir das Schlechte in der Welt auch gar nicht leugnen.

Kluger Optimismus besteht darin, dass wir uns und anderen etwas zutrauen.
von Evi WagnerProfil

„Setz doch mal deine rosarote Brille ab“, wird Optimisten wie mir oft mal gesagt. Oder: „Wie kannst du in diesen Zeiten noch so gut drauf sein? Die Welt ist nicht schön. Schau doch einfach mal, was um dich herum passiert.“ Zunächst sollten wir vielleicht einmal klären, was Optimismus eigentlich bedeutet. Allgemein definiert wird er als die Fähigkeit, immer das Positive an einer Situation zu sehen. Doch das ist nicht alles. „Optimist zu sein, bedeutet, sich zu bemühen, Lösungen, Vorteile und Möglichkeiten für jegliche Probleme zu finden, die uns auf unserem Lebensweg begegnen“, erklärt Psychologe Martin Seligman, Schöpfer der positiven Psychologie.

Vielleicht sollten wir tatsächlich zwischen dummem und intelligentem Optimismus unterscheiden, wie Visionär Matthias Horx das tut. „Zunächst gilt es, den dummen Optimismus zu verstehen“, schreibt er in seiner Zukunftskolumne. „Das ist jene Welthaltung, der die Welt eigentlich egal ist. Hauptsache, die Laune stimmt. Das ist der Optimismus von Schlagersängern, die sich innerlich kaum auf den Beinen halten können, aber vom großen Glück singen. Von Tschakka-Börsen-Brokern oder Werbestrategen, die den Optimismus als Verkaufsparole benutzen.“

Natürlich kann es nicht Sinn und Zweck sein, das Schlechte, das es nun mal in der Welt gibt, zu leugnen. Ein Beispiel können wir uns da tatsächlich wieder einmal an unseren Kindern nehmen. Oder wie Horx so schön schreibt: „Kinder haben meistens einen schlauen Optimismus. Sie wissen, dass sich das Monster unter dem Bett verstecken kann. Und dass der böse Mann vielleicht gleich um die Ecke wohnt. Aber Kinder lassen sich, wenn sie in einer gesunden Beziehungswelt leben, von Monstern und bösen Männern nicht über alle Maßen beeindrucken.“

Natürlich wissen Optimisten wie ich, dass nicht alles um uns herum rosarot ist. Und doch machen wir eben einfach das Beste draus. Und da möchte ich noch ein letztes Mal meinen Lieblingsvisionär zitieren: „Der kluge Optimist versteht, dass der menschliche Geist in der Lage ist, sich selbst unentwegt zu täuschen. Er ist Konstruktivist, das heißt, er hat verstanden, dass die Welt nicht da draußen entsteht. Sondern in unseren inneren Bildern, den Frames unseres Denkens.“ Und ich bleibe dabei: Ständiges Negativ-Denken ist Gift – nicht nur für uns, sondern auch für die Welt um uns herum. Die ändern wir nämlich nur mit intelligentem Optimismus.

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