15.02.2021 - 10:59 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

In Michelfeld steppt der Strohbär: Fasching in alten Zeiten

Küsschen und Schunkelrunden verboten, Masken Pflicht - das Motto für den Fasching in Corona-Zeiten. Unsere langjährige Mitarbeiterin Else Buchfelder erinnert sich, wie es früher an den tollen Tagen in Michelfeld zuging.

Auf das "Maschkera gehn" freuten sich die Kinder in Michelfeld schon lange im voraus. Auf diesem Foto steht die Jahreszahl 1968 zu lesen.
von Autor EBProfil

Ihren Höhepunkt erreichte die närrischen Zeit mit dem Faschingsball am Rosenmontag, initiiert von der Freiwilligen Feuerwehr Michelfeld. Unvergesslich auch die mehrmaligen Prunksitzungen der Faschingsgesellschaft Michelfeld unter Leitung von Elke Haberberger und Manfred Kohl, die jedes Mal bis auf den letzten Platz ausverkauft waren. Zur Generalprobe waren immer auch die Bewohner von Regens Wagner eingeladen. In die Bütt stiegen einzelne Narren mit lustigen Beiträgen, so zum Beispiel die "Kreuzbaumsänger". Ausgestattet mit zwei Fotoapparaten und einem Regenschirm, nahmen sie in Wort und Bild die örtliche Zeitungsreporterin auf die Schippe.

Für die Kinder ging es zum lustigen Treiben in den Michelfelder Pfarrsaal St. Otto. Dazu kamen auch Eltern mit ihrem Nachwuchs aus der weiteren Umgebung. Große Unterhaltung gab es auch beim Bauernfasching in Steinamwasser, wo Resi Götz in ihrer feinfühligen Art etliche Zeitgenossen aufs Korn nahm. Nahezu jeder Ort hatte seine eigene Faschingsveranstaltung.

"Maschkera gehn" war schon immer eine willkommene Abwechslung in der kalten Winterzeit. Einzelne Maskierte, Erwachsene wie Kinder, reihten sich in der Öffentlichkeit in das lustige Geschehen ein. Gerne erinnere ich mich an einen Schulkameraden, der sich als Strohbär präsentierte. Er war körperlich schon groß an Gestalt und wirkte in dieser Aufmachung noch viel mächtiger. Ein großer Spaß war es zu erraten, wer sich unter der Maske versteckt hatte. So war dies auch bei meinem Bruder, der sich mit Ruß Gesicht und Hände vollständig beschmiert hatte. Es war für ihn kein Leichtes, all diese Schwärze wieder los zu werden.

Für die Kinder setzten sich die Mütter an ihre Nähmaschinen und schneiderten einfache, aber auch fantasievolle Kostüme. Oft wurden auch aus Alltagsgegenständen lustige Verkleidungen gezaubert. Auf den Straßen konnte man dann Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Cowboys und Indianer, aber auch Schlotfeger und Clowns sehen. Die lustige Kinderfaschingsgesellschaft traf sich dann beim "Wogner-Wirt" im Saal im ersten Stock, um sich dort ausgelassen zu vergnügen.

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