16.12.2021 - 14:42 Uhr
Oberpfalz

Mitfreude macht glücklich

Wer von uns hat nicht schon einmal über das Unglück eines anderen gelacht? Doch ab jetzt sollten wir uns viel öfter mit jemanden freuen, der glücklich ist, so die OWZ-Glücksexpertin. Denn Mitfreude ist viel schöner als Schadenfreude.

Es gibt nichts Schöneres, als seine Freude zu teilen.
von Evi WagnerProfil

„Ein wirklich glücklicher Mensch findet keinen Gefallen am Schaden anderer“, sagte Sonja Lyubomirsky, eine weltweit renommierte Forscherin zum Thema Glück, einmal in einem Interview. „Leider ist diese Erkenntnis nicht sehr weit verbreitet. Alle kennen das Wort Schadenfreude, niemand kennt das jiddische Wort Shep Naches. Das bedeutet, glücklich für jemand anderen zu sein.“ Auch im Buddhismus kennt man dieses Konzept, die Freude über das Glück anderer wird hier Mudita genannt. Es bedeutet das Gegenteil von Neid, Eifersucht und Gier.

„Geteiltes Glück ist doppeltes Glück“ heißt es auch in einem Sprichwort so schön. Warum freuen wir uns also nicht einfach öfter mit, wenn jemand die Liebe seines Lebens gefunden, seinen Traumjob bekommen oder einen Wettbewerb gewonnen hat? Der Grund ist, dass wir uns viel zu oft mit anderen vergleichen, uns aus der Perspektive derer betrachten und so unsere eigenen Grenzen erkennen. Doch ist es wirklich so schlimm, dass wir nicht auch alles genauso bekommen und hinbekommen? Schließlich ist der Weg jedes einzelnen Menschen auf der Welt einzigartig und unwiederholbar.

Mitfreude ist nicht nur ein wahnsinnig schönes Gefühl, sondern hat außerdem eine erstaunliche Wirkungskraft. Sie beruhigt den Geist und schafft Frieden. Und sie verdrängt negative Gefühle wie Enttäuschung, Bitterkeit oder Frustration. Deswegen sollten wir uns in Zukunft freuen, wenn jemand das bekommt, was wir uns auch schon lange wünschen. Wenn der Kollege befördert wird oder der Nachbar im Lotto gewinnt. Oder wenn wir ein glückliches, verliebtes Paar treffen. Klar, ganz von selbst geht das nicht. Wir müssen unsere Mitfreude bewusst kultivieren.

Probieren Sie es einfach mal aus: Denken Sie an einen lieben Freund und an eine Situation, in der er sich so richtig über etwas freut. Richten Sie ihre Mitfreude auf ihn, denken Sie sich etwa: „Oh, wie glücklich er aussieht. Wie schön das ist!“ Spüren Sie schon dieses positive Gefühl? Denn auch hier gilt: Auf was man seine Aufmerksamkeit lenkt, das verstärkt man auch im eigenen Leben. Voraussetzung ist hier nur die richtige Perspektive. Doch diese lohnt sich. Denn sich über das Glück anderer zu freuen, das macht auch uns selbst glücklich.

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