22.11.2021 - 14:36 Uhr
NabburgOberpfalz

Corona bestimmt die Saison für Hallensportler

2G, Quarantäne, Spielverlegung. Hand- und Basketballer hangeln sich durch. Drei Sportfunktionäre aus dem Landkreis Schwandorf halten den Saisonabbruch für fatal, aber möglich.

Beim Handball geht es zur Sache. Doch wie lange noch? Corona und Absagen bestimmen den Spielbetrieb. Ein vorzeitiges Saisonende ist nicht auszuschließen.
von Irma Held Kontakt Profil

Für Hallensportarten im Amateurbereich gilt die 2G-Regel. Zum Training und in die Halle dürfen nur Geimpfte und Genesene. "Ungeimpfte haben ganz klar Hallenverbot", sagt Günter Uschold, Jugendleiter und Trainer des HV Oberviechtach, zu Oberpfalz-Medien. Das gilt auch für die Zuschauer. "Es ist ständig etwas in Bewegung." Die Worte Günter Uscholds klingen recht entspannt.

Wenn er aber erzählt, verbirgt sich dahinter viel Arbeit. Er hat zum Beispiel zwei Mannschaften von zwei impfunwilligen Trainern übernommen. Jonglieren muss er vor allem mit Spielabsagen und -verlegungen. Wegen der 2G-Regel hat der Bayerische Handballverband Spielverlegungen zwar erleichtert, aber das Infektionsgeschehen und sich ändernde Bestimmungen erfordern Flexibilität. Für ein Auswärtsspiel des HV muss zum Beispiel ein Bus organisiert werden. "Macht das Sinn zu planen?" Diese Frage stellt sich Günter Uschold immer wieder aufs Neue.

Corona-Update für Bayern: Diese Regeln gelten

Rechtzeitig zum Piksen

Ein Coronafall in einem Team führt zu einer Spielabsage. Es folgen Quarantäne und ein neuer Termin. Die Oberviechtacher Handballer können, falls niemand positiv getestet wird, noch antreten. "Wenn einer von zehn nicht spielen kann, weil er noch nicht oder nicht geimpft ist, geht das." Günter Uschold hadert keineswegs damit, dass Ungeimpfte ihren Sport nicht mehr ausüben können. "Das entwickelt sich in die richtige Richtung", meint er in Bezug auf den Druck, der aufgebaut werde. "Für mich ist das völlig in Ordnung." Der Oberviechtacher denkt schon über Weihnachten hinaus, wenn am 1. Januar die Übergangsfrist für Schüler ausläuft. Sie sollten spätestens in der nächsten Woche mit der Impfung beginnen, "sonst dürfen sie im Januar nicht mehr in die Halle".

Alternative Outdoor-Sport

Zweifel hat Günter Uschold, was einen ordnungsgemäßen Abschluss der Saison 2021/22 betrifft. Schließlich ließen sich Spiele wegen Coronafälle auch nicht unbegrenzt verschieben. Sachsen habe den Spielbetrieb bereits eingestellt. Heiner Fleischmann, Jugend- und Gesamt-Spielleiter der HSG Nabburg/Schwarzenfeld, wagt ebenfalls keine Prognose zum Fortgang der Saison. Einen Abbruch hält der Schwarzenfelder für fatal. Denn damit einher ginge ein Mitgliederschwund. Es habe bereits Abgänge im Seniorenbereich gegeben. Der eine oder andere spare sich die Beiträge oder suche sich eine Outdoor-Sportart.

Noch ist es aber nicht so weit. Die Teams seien einsatzbereit. Eine Spielverlegung am 13. November sei auf Wunsch des Gegners erfolgt. Das Match wird am 4. Dezember in Obertraubling nachgeholt. "Es gibt auch ungeimpfte Spieler und Spielerinnen in den Seniorenmannschaften." Heiner Fleischmann spricht von einer und einem. Diese seien ausgeschlossen. Das müsse und könne aber kompensiert werden. "Wird sind, Gott sei Dank, in der glücklichen Lage, dass wir spielen können."

"Alle Trainer sind geimpft", zeigt sich Fleischmann in dieser Hinsicht erleichtert. Seiner Meinung nach ist die Aufteilung der BOL (Bezirksoberliga) auf jeweils sechs Mannschaften ein wichtiger Schritt durch weniger Spiele eine Saison "zu retten".

Teams geschwächt

"Schwierig ist das auf jeden Fall", sagt auf Nachfrage Alwin Prainer, Abteilungsleiter Basketball beim TSV Schwandorf. Der Verein könne Mannschaften mit Geimpften stellen, geschwächt seien diese schon. Ein Spiel der Herren musste bereits verschoben werden, weil dem gegnerischen Team vier Ungeimpfte angehört hätten. Problematisch sieht Alwin Prainer Coronafälle, dann müsse die ganze Mannschaft in Quarantäne. Er spricht von vielen Unwägbarkeiten und glaubt nicht, "dass die Saison durchgespielt wird".

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Hintergrund:

2G im Hallensport

  • Nur geimpfte und genesene Amateursportler und Zuschauerdürfen Sportstätten betreten.
  • Ausgenommen von dieser Regelung sind Kinder unter zwölf Jahren, weil es für sie noch keinen Impfstoff gibt.
  • Für ungeimpfte 12- bis 17-jährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, gilt bis 31. Dezember 2021 eine Ausnahmeregelung.

"Wir sind, Gott sei Dank, in der glücklichen Lage, dass wir spielen können."

Heiner Fleischmann, Jugendleiter und Leiter Gesamtspielbetrieb HSG Nabburg/Schwarzenfeld

Heiner Fleischmann, Jugendleiter und Leiter Gesamtspielbetrieb HSG Nabburg/Schwarzenfeld

"Es entwickelt sich in die richtige Richtung. Für mich ist das völlig in Ordnung "

Günter Uschold, Schiedsrichter, Trainer und Jugendleiter HV Oberviechtach, zum Druck auf Ungeimpfte.

Günter Uschold, Schiedsrichter, Trainer und Jugendleiter HV Oberviechtach, zum Druck auf Ungeimpfte.

 

 

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