Parkstein
18.10.2019 - 15:02 Uhr

Dachstuhl der Frauenkirche im Modell

Unter der Holzdecke des Steinstadls ist ein zweiter Dachstuhl zu bewundern. Selbst als Miniatur ist dieser gigantisch. Das Original der Münchener Frauenkirche würde das Gebäude locker überspannen.

Zimmerermeister Josef Hauer (links) stellt seinen Gästen Zimmermeister Karl Müller, Bürgermeisterin Tanja Schiffmann, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Professor Manfred Schuller, Dr. Clemens Knobling und Michal Panacek (von links) seinen bisher größten Modell-Dachstuhl vor. Bild: bey
Zimmerermeister Josef Hauer (links) stellt seinen Gästen Zimmermeister Karl Müller, Bürgermeisterin Tanja Schiffmann, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Professor Manfred Schuller, Dr. Clemens Knobling und Michal Panacek (von links) seinen bisher größten Modell-Dachstuhl vor.

Zimmerermeister Josef Hauer hat wieder ein grandioses Modell eines Dachstuhls gebaut. Im Steinstadl stellte der Parksteiner Zimmerermeister sein Modell des Dachstuhls der Münchner Frauenkirche vor. Zwölf Monate hatte Hauer daran gearbeitet. Die Gäste bei der Vorstellung waren von der Detailgenauigkeit fasziniert.

Bürgermeisterin Tanja Schiffmann freute sich über ein weiteres Richtfest des „unermüdlichen“ Zimmerermeisters Josef Hauer. Unter den Gästen waren Dr. Clemens Knobling von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Professor Manfred Schuller (Technische Universität München), Michael Panacek von der Stadt Eger und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher.

Zimmerermeister Karl Müller reimte den Richtspruch. „Es ist nicht sein erster Bau, 31 sind´s genau“, lautete eine Zeile des Richtspruches. Josef Hauer, seit 14 Jahren im Ruhestand, hat sich seit dieser Zeit mit dem Modellbau befasst.

Knobling nannte das neueste Werk Hauers, den Dachstuhl der Münchener Frauenkirche „gigantisch“. Jetzt aber tauche ein Problem auf, sagte er. Der Dachstuhl der Frauenkirche sei der zweitgrößte Dachstuhl des Mittelalters, so dass sich für Josef Hauer nur noch eine Steigerungsmöglichkeit ergebe: das Dach des Wiener Stephansdoms.

Josef Hauers Modell für Amberg

Hinter der Erstellung des Dachstuhls stehe eine „unvorstellbare Modellbauleistung“, erklärte Knobling. Hauer habe sein Modell im Maßstab 1:18 genau so gebaut wie die Zimmerer in den Jahren 1468–1488. Aus den Originalplänen, zur Verfügung gestellt von Professor Manfred Schuller von der TU München, hat Josef Hauer den damaligen Holzbedarf von 2000 Kubikmeter Rundholz errechnet, der nach der Bearbeitung 1105 Kubikmeter handbehauenes Kantholz ergab. Der Parksteiner Zimmerermeister hat an seinem beeindruckenden Modell zwölf Monate gearbeitet. Für den originalen Dachstuhl in München hat Josef Hauer eine Arbeitszeit von 191 Wochen für 20 Mann mit 50 Wochenstunden errechnet.

Josef Hauer baut Dachstuhl aus Eger nach

Professor Schuller sprach beim Anblick des Modells von einer „Faszination“, die dazu auch „anfassbar“ sei. Ohne Dachkonstruktion sei jedes Gebäude darunter, ob Kirche oder Wohnhaus, nicht baubar.

Michal Panacek aus Eger (Cheb) nannte Josef Hauer einen der größten Zimmerermeister in Europa und erhielt für dieses Lob spontanen Beifall. Weil der Dachstuhl Hauers so groß, und noch kein Aufstellungsort auf Dauer bekannt ist, bot Michal Panacek Räume in Eger dafür an. Im Parksteiner Steinstadl kann der Dachstuhl noch bis 22. Oktober besichtigt werden.

Richtfest für Amberger Dachstuhl

 
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