09.06.2021 - 18:11 Uhr
Oberpfalz

Reden macht glücklich

Ihre bessere Hälfte, ein guter Freund oder ein netter Kollege - wer war eigentlich der Mensch, mit dem Sie als letztes geplaudert haben? Beginnen Sie ruhig auch mal ein Gespräch mit Fremden, rät die OWZ-Glücksexpertin. Das hebt die Laune.

Gespräche am Gartenzaun heben oft die Laune.
von Evi WagnerProfil

„Reden ist Silber, schweigen ist Gold“, sagt man. Vergessen Sie dieses Sprichwort am besten gleich wieder. Denn längst ist wissenschaftlich erwiesen, dass es uns Menschen besser geht, wenn wir mehr miteinander reden. Psychologen rund um Matthias R. Mehl von der University of Arizona und der Washington University in St. Louis zum Beispiel fanden in einer Studie heraus, dass die Leute, die weniger Zeit alleine verbringen und dafür häufiger mit anderen sprechen, sich glücklicher fühlen.

„Gute Gespräche sind Grundnahrungsmittel für unsere Seele“, sagt Aphoristiker Helmut Glaßl so schön. Die gute Nachricht ist: Um gute Gespräche zu führen, müssen wir noch nicht einmal von Leuten umgeben sein, die wir kennen. Ob an der Bushaltestelle, im Wartezimmer oder auf der Parkbank – es gibt unzählige Möglichkeiten, um mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Legen Sie also ruhig einmal Ihr Smartphone oder Ihre Zeitung zur Seite und beginnen Sie mal wieder eine nette Plauderei.

„Warum sollten Sie sich von geldgierigen Zynikern auf den Websites der sozialen Netzwerke mit Werbung zuschütten lassen, wenn Sie jeden Tag kostenlos mit dem Postboten plaudern können? Oder meinetwegen mit dem Gemüsehändler oder dem Metzger“, schreibt Tom Hodkinson in seinem „Buch der hundert Vergnügungen“. „Wir brauchen keine Internetportale, die dazu angelegt sind, uns etwas zu verkaufen, um mit anderen Menschen zu sprechen.“

Nette Gespräche können überall stattfinden: an der Kasse im Supermarkt, in der Umkleidekabine im Fitnessstudio, unter dem großen Regenschirm im Biergarten, beim Gassi gehen mit dem Hund oder am heimischen Gartenzaun. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Lassen Sie uns endlich damit aufhören, uns dauernd und überall anzuschweigen, sondern beginnen wir wieder damit, mehr mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren.

Ganz nebenbei steigt dabei auch noch die Laune enorm. „Gespräche mit Fremden und entfernten Bekannten können genauso glücklich machen wie ein Treffen mit einem Freund“, so die Verhaltensforscher Nicholas Epley und Juliana Schroeder von der Universität von Chicago, die eine Studie zum Thema durchgeführt haben. Die Sache ist also eindeutig: Reden ist nicht Silber, sondern meistens Gold. Zumindest dann, wenn es um unser Glück geht.

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