27.10.2021 - 18:30 Uhr
Oberpfalz

Schluss mit der Unzufriedenheit

Statt uns darüber zu freuen, wie gut es uns geht, sind wir immer öfter unzufrieden. Schluss damit, fordert die OWZ-Glücksexpertin. Denn schließlich haben wir es fast immer selbst in der Hand, was wir aus uns und unserem Leben machen.

Der erste Schritt zu mehr Zufriedenheit ist es, dankbar für das zu sein, was wir haben.
von Evi WagnerProfil

„Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte“, so Schriftsteller Berthold Auerbach. Tatsächlich scheinen immer mehr Menschen an chronischer Unzufriedenheit zu leiden. Sie sind weder zufrieden mit ihrem Job, ihrem Kontostand oder ihrem Zuhause, noch mit ihrem Aussehen, ihren Fähigkeiten – oder überhaupt mit sich selbst. Sie sind immer der Meinung, dass es nicht reicht, was Sie können und haben, wollen immer mehr. Genug bekommen sie jedoch nie.

Diese allgemeine Unzufriedenheit wird inzwischen sogar als gesellschaftliches Problem angesehen. Soziologe Zygmunt Bauman erklärt das zum Beispiel so: „Wir leben in einer liquiden Konsumgesellschaft, die darauf aus ist, materielle Bedürfnisse sofort zu befriedigen. Das führt jedoch dazu, dass sich der Vorrat an Produkten schnell erschöpft, wir sind nie zufrieden und wollen ständig mehr konsumieren, um uns vollständig zu fühlen.“ Da spielt es dann gar keine Rolle mehr, ob wir die neuen Dinge, die wir schon wieder kaufen, tatsächlich brauchen.

Manchmal könnte man tatsächlich meinen, wir sind Weltmeister in der Disziplin Unzufriedenheit. Und das, obwohl wir in einem der reichsten Länder leben und unser Lebensstandard zu einem der besten auf der ganzen Welt gehört. Eigentlich ein Unding, finden Sie nicht? Deswegen sollten wir schnellstens damit aufhören, diese permanente Unzufriedenheit noch länger zu tolerieren. Denn einen wirklichen Grund, nicht zufrieden zu sein, haben tatsächlich die wenigsten von uns. Und meist haben wir es selbst in der Hand, die Dinge zu ändern, die uns unzufrieden machen.

Der erste Schritt: Hören wir auf damit, uns ständig mit anderen zu vergleichen. Wir alle sind einzigartig, wir müssen mit niemandem konkurrieren. Statt auf das Leben von anderen zu schielen, sollten wir wieder mehr in uns hineinschauen und herausfinden, was uns wirklich glücklich macht. Eins sei schon mal verraten: Mehr Shoppen, Alkohol, Drogen oder mehr Zeit online gehören nicht dazu. Lassen Sie uns doch endlich damit aufhören, zu denken, dass wir immer mehr brauchen. Und stattdessen damit beginnen, das zu sehen, was wir alles haben, und dankbar dafür zu sein. Und damit, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Dann klappt es auch mit der Zufriedenheit.

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