Die Entstehung des Buchbergfestes

Schnaittenbach
18.07.2022 - 17:58 Uhr

Bereits seit über 100 Jahren wird auf dem Buchberg gefeiert. Der Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler Schnaittenbach erinnert nun auch mit einer Gedenktafel an die Entstehung des beliebten Festes.

100 Jahre Heimatfest auf dem 667 Meter hohen Buchberg, dem zweithöchsten Berg der mittleren Oberpfalz. Dieses wohl älteste heimatkundliche Fest unter freiem Himmel will der Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler traditionell am ersten Sonntag im August entsprechend feiern. Die Vorbereitungen zu dem bedeutenden Jubiläum am 7. August sind seitens der Trachtler in vollem Gange. Nun haben die beiden Vorsitzenden Erwin Meier und Hans Grieger zusammen mit HVV-Wanderwart Heinz Gebhardt sowie Vereinsarchivar und Vereinschronisten Ewald Großmann an der Geburtsstätte des Buchbergfestes eine selbst gefertigte Erinnerungstafel aus Holz angebracht. In der Inschrift heißt es "1. Buchbergfest 1922 am Steinplattl, Dank Georg Landgraf".

Studententreffen 1921

Nachforschungen von Großmann und Grieger hatten ergeben, dass die Geburtsstunde des Buchbergfestes bereits im Jahre 1921 schlug. Der aus Schnaittenbach stammende und in München tätige Studienrat und Heimatforscher Georg Landgraf, der im Jahre 1908 die erste gebundene "Geschichte des Marktes Schnaittenbach" verfasste, traf sich 1921 nämlich während der Semesterferien mit "seinen" Studenten zu einem fröhlichen und musikalischen Gedankenaustausch am Buchberg. Eingeladen waren Studenten aus Landgrafs Heimatstadt sowie aus Kemnath, Freudenberg, Amberg, Weiden und Neustadt – zusammen mit Buchberg-gebürtigen Persönlichkeiten.

Bei dieser Gelegenheit erforschte und erkundete man auch die Burgställe der ehemaligen Keltenfliehburg sowie der Burg Haldenrode, was auf überaus großes Interesse der Studenten stieß. Dieses Treffen im Kreise Gleichgesinnter soll so schön und interessant gewesen sein, dass man übereinkam, es jedes Jahr während der Semesterferien abzuhalten. Und so feierte man 1922 das erste Buchbergfest "am Steinplattl" bei einer alten, fast baufälligen Schutzhütte der Forstarbeiter. Dort genossen die Anwesenden nicht nur das Bier, das Andreas Rom aus Sitzambuch mühsam mit dem Rucksack zum "Steinplattl" getragen hatte, sondern auch das musikalische und unterhaltende Programm sowie die interessanten und lehrreichen Buchbergfestreden. Die wurden Anfang der 1930er-Jahre sogar als heimatkundliche Beilagen in Zeitungen abgedruckt, wie zum Beispiel die Rede von Landgraf 1931 oder die Rede von Studienrat Wolfgang Kiener aus dem Jahre 1932.

Dankbarkeit und Erinnerung

Lange Zeit sei man der Meinung gewesen, dass es sich bei der Buchbergfesthütte 1922 um die ehemalige Forstarbeiterunterkunft und jetzige alte Wanderhütte oberhalb der Trachtlerhütte gehandelt habe, was Heinz Gebhardt nun anhand von Aufzeichnungen und einem von Landgraf selbst gezeichneten Lageplan jedoch widerlegen konnte. Denn diese Hütte befand sich direkt unterhalb des jetzigen Gipfelkreuzes. In dessen Nähe wurde nun von den Trachtlern aus Dankbarkeit und zur Erinnerung an das erste, hauptsächlich von Georg Landgraf initiierte Buchbergfest 1922, eine Tafel angebracht.

Hintergrund:

Der Buchberg

  • 667 Meter hoch
  • Name stammt von reichem Buchenbestand
  • Hausberg von Schnaittenbach
  • Naherholungsgebiet für Wanderer und Wintersportler
  • Ort für Freilichtspiele und das Buchbergfest
  • Gastronomie mit Buchberghütte des Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler Schnaittenbach
 
 

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