17.09.2020 - 10:51 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Viele Klimazonen auf kleinstem Raum

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Die neueste Zierde im Schnaittenbacher Lehrgarten ist eine Kräuterspirale. Diese Art des Anbaus ermöglicht es, jedes Kräutlein am idealen Ort zu pflanzen. Das lässt sich auch im Privatgarten umsetzen. Gärtnermeisterin Tanja Götz hat die Tipps.

Für Gärtnermeisterin Tanja Götz ist eine Kräuterspirale mit ihren unterschiedlichen Klimazonen eine „geniale Beetform“. Sie schafft für Kräuter mit unterschiedlichen Anforderungen optimale Wachstumsbedingungen auf kleinem Raum.
von Adele SchützProfil

Frische Küchen- und Gewürzkräuter vom Beet oder von der Fensterbank geben Gerichten das besondere Etwas und sorgen bei Tisch für einen Augen- und Gaumenschmaus. Zudem leisten sie mit ihrem hohen Mineralstoff- und Vitamingehalt einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu einer gesunden Ernährung und damit zum Wohlbefinden.

Im Zuge der Umgestaltung des Schnaittenbacher Kräutergartens vom Schau- zum Lehrgarten ist es Gärtnermeisterin Tanja Götz ein Anliegen, den Besuchern Küchen-, Gewürz- und Heilkräuter mit ihrer Wirkung näher zu bringen. Daneben möchte sie auch Kenntnisse zur Pflege der Pflanzen, Anbauformen und Gartengestaltung vermitteln. So haben inzwischen die Hildegardkräuter ihren Platz in rechteckigen Bodenbeeten gefunden, die Küchenkräuter sind in Hochbeete umgezogen.

Eine neue Zierde des Lehrgartens ist die Kräuterspirale. "Bei dieser Anbauform handelt es sich um ein spiralförmig angelegtes Hochbeet für Kräuter", erklärt Tanja Götz. Die Gärtnermeisterin möchte den Besuchern damit zeigen, wie "sie auf kleinen Raum verschiedene Klimazonen" schaffen können, um Kräutern mit unterschiedlichen Anforderungen optimale Wachstumsbedingungen zu bieten. Umsetzbar ist das auch im heimischen Garten. Für das Anlegen einer Kräuterspirale empfiehlt sie das zeitige Frühjahr oder den Spätherbst.

Eine Kräuterspirale mit einem Durchmesser von zwei mal drei Metern und einer Höhe von rund einem Meter bietet rund 15 unterschiedlichen Kräutern Platz - auch in kleineren Gärten. Damit die Wärme-liebenden Kräuter aus dem Mittelmeerraum ihre Duft- und Aromastoffe optimal entfalten könnten, sollte die Kräuterspirale unbedingt einen sonnigen und windgeschützten Standort haben. Noch besser sei es, wenn die Pflanzen zusätzlich Wärmerückstrahlung von einer weißen Hauswand bekommen würden. Damit wäre eine weitere Grundbedingung für deren Standort - ein kurzer Weg zwischen Beet und Kochtopf - ebenfalls erfüllt.

Weiterhin sei auf eine Nord-Süd-Ausrichtung der Kräuterspirale zu achten. Die Spirale sollte nach Süden auslaufen, wo zu deren Optimierung eine Wasserzone geschaffen werden könnte.

Vor dem Bau der Kräuterspirale sollte der Platz unbedingt ausgemessen und mit Sand markiert oder einer Schnur abgesteckt werden. Der Boden muss gelockert und von Wurzeln befreit werden. Dann könne bereits die erste Reihe aus heimischen Steinen gelegt werden. "Je flacher die Steine, desto besser für die Standfestigkeit. Dazu tragen auch versetzte Fugen bei", erklärt die Gärtnermeisterin. Der Kern der Kräuterspirale wird mit Schotter aufgefüllt. Wenn die Trockenmauer aus Steinen gebaut ist (sie geben die am Tag gespeicherte Wärme nachts an die Kräuter ab), geht es an die Befüllung mit Erde und an die Bepflanzung.

Die richtige Bepflanzung der Kräuterspirale sei ganz einfach, erklärt die Gärtnereimeisterin. Das Prinzip der Kräuterspirale sein, Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen mit entsprechenden Anforderungen beste Wachstumsbedingungen zu bieten. Bei der Befüllung muss auf eine unterschiedliche Bodenbeschaffenheit geachtet werden:

  • Am Gipfel der Kräuterspirale ist die wasserdurchlässige Trockenzone aus sandigem Boden anzulegen. Sie bietet für die mediterranen Sonnenanbeter wie Salbei, Rosmarin, Ysop, Lavendel, Bergbohnenkraut und Thymian optimale Wachstumsbedingungen.
  • In der Übergangszone zur Normalzone (gefüllt mit Blumenerde gemischt mit Sand; das sorge für einen durchlässigen, humosen Bereich) gedeiht bestens Basilikum, Majoran, Oregano, Schafgarbe und Johanniskraut.
  • In der Normalzone ist Pimpinelle, Sauerampfer, Bohnenkraut, Zitronenmelisse, Borretsch, Petersilie, Kresse und Kerbel zu kultivieren.
  • In der Feuchtzone mit einem humusreichen Boden fühlen sich Schnittlauch, Estragon und Liebstöckel wohl.
  • In der Nasszone ("falls noch Platz ist, kann sie mit einem Maurerkübel geschaffen werden") bietet die Kräuterspirale optimale Wachstumsbedingungen für Brunnenkresse, Kalmus, Fieberklee und Wasserminze.

Minzen gehörten aufgrund ihrer starken Wucherung in einen Topf und nicht in die Spirale gepflanzt, erklärt Tanja Götz, "ebenso wenig wie hochwachsende Kräuter". "Eine Kräuterspirale hat viele Vorteile", schwärmt die Gärtnermeisterin, "denn unter anderem hat man von Frühjahr bis Herbst nicht nur immer frische Kräuter, sondern sie bietet verschiedenen Insekten ein Zuhause und verschönert den Garten".

Ausreichend flache Steine sind die Basis für das Anlegen einer Kräuterspirale.
Nord-Süd-Ausrichtung und ein sonniger und windgeschützter Standort sind optimale Voraussetzungen für eine Kräuterspirale.

Die Umgestaltung des Kräutergartens in Schnaittenbach

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