10.09.2021 - 17:11 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Autokran bringt Wechselrichter: Photovoltaik-Park Striegel auf Zielgeraden

27.000 Module, 20-Kilovolt-Stromkabel, ein Autokran für 100 Tonnen Last: Das zweitgrößte Photovoltaik-Projekt in Sulzbach-Rosenberg nähert sich der Fertigstellung – bald fließt dort grüner Strom. Zuvor wird das Herzstück installiert.

Das Herzstück der Anlage wird montiert: Der Zentralwechselrichter mit 18 Tonnen Gewicht wandelt den Strom von Nieder- in Mittelspannung um.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Mit der Energiewende in Sulzbach-Rosenberg geht es voran. Die Bauarbeiten am Photovoltaik-Park Striegel im Stadtteil Oberschwaig haben ihren Höhepunkt erreicht. Am Freitag, 10. September, hat die zuständige Firma Münch Energie aus dem Landkreis Kulmbach dort das Herzstück der Anlage installiert: Mit Tiefladern wurden drei sogenannte Zentralwechselrichter in Container-Größe antransportiert. Ein schwerer Autokran mit einer Lastenkapazität von bis zu 100 Tonnen rückte an, um die Wechselrichter abzuladen. Deren Funktion ist es, den Strom von Nieder- auf Wechselspannung umzuwandeln.

Philipp Schwarz ist gemeinsam mit seinem Kollegen André Rosenbusch für die Projektleitung zuständig. Der Maschinenbau-Techniker Schwarz erklärt, was es damit auf sich hat. "Die Arbeiten im PV-Park selbst sind weitgehend abgeschlossen. Die Platten sind auf den Halterungen montiert, Gräben für die Kabel ausgehoben und die Leitungen verlegt." Doch die 27.000 Module in dem zweitgrößten PV-Park der Stadt produzieren Niederspannungsstrom – der umgewandelt werden muss, bevor er auf den Weg zur nahegelegenen Firma Kurz geschickt werden kann. "Die drei Wechselrichter wandeln die elektrische Energie in Wechselspannung um. So wird der Strom dann weitergeleitet." Aus der 8,4 Hektar großen Anlage entlang der Verbindungsstraße von Oberschwaig nach Hahnbach wird der Folienhersteller künftig circa ein Viertel seines Strombedarfs decken.

600 Meter Kabeltrasse

"Um die Firma mit der Anlage zu verbinden, haben in den vergangenen Tagen bereits Grabungsarbeiten stattgefunden", informiert Schwarz. "Das Bauunternehmen RKE aus Landshut hat eine 600 Meter lange Trasse ausgehoben. Darin wird dann ein 20-Kilovolt-Mittelspannungskabel verlegt, das den Strom zum Kurz-Gelände transportiert."

Die drei Zentralwechselrichter wurden in Sizilien gefertigt. Für ihre Montage in Sulzbach-Rosenberg kam schweres Gerät zum Einsatz. "Jeder Wechselrichter wiegt 18 Tonnen und kommt per Tieflader. Der Autokran hebt sie dann an die vorgesehenen Stellen im PV-Park." Rund 25 Arbeiter und Planer aus unterschiedlichen Firmen seien dafür in Oberschwaig im Einsatz.

Steht die Anlage damit kurz vor der Inbetriebnahme? Keineswegs, sagt Projektleiter Schwarz. "Wir haben Ende Mai mit dem Bau begonnen und liegen sehr gut im Zeitplan. Von außen betrachtet, rein visuell, ist der Park auf der Zielgeraden. Aber es ist noch einiges zu tun, das man nicht sieht." Der Maschinenbau-Techniker rechnet damit, dass die Anlage Ende Dezember komplett fertig ist und ans Netz angeschlossen werden kann. "In den kommenden Wochen steht jetzt die Abnahme an. Es muss die Anmeldung beim Netzbetreiber gemacht werden, Tests und Prüfstellen müssen ihr Ok geben." Doch Schwarz ist optimistisch. "Es geht voran, die Installation der Wechselrichter war ein Meilenstein."

Massiv CO2 einsparen

Die erneuerbare Energie, die in der Anlage produziert wird, spare jährlich soviel CO2 ein, wie 8753 Fußballfelder voller Buchen speichern würden, erklärte ein Mitarbeiter von Münch-Energie bereits im vergangenen Jahr unserer Zeitung. Dieses Einspar-Potenzial könne auch die Stadt voll auf ihre CO2-Bilanz anrechnen.

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Hintergrund:

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  • Größe: Der Park beinhaltet 27.000 PV-Module vom Hersteller Jinko auf einer Fläche von 8,4 Hektar
  • Ort: Im Stadtteil Oberschwaig entlang der Verbindungsstraße nach Hahnbach, circa 600 Meter nordwestlich der Firma Kurz
  • Leistung: Der PV-Park "Striegel" ist nach der Anlage am Annabergweg das zweitgrößte PV-System der Stadt. Sie kostet knapp neun Millionen Euro und wird laut Angaben der Firmen Kurz und Münch Energie rund 13.000 kWh Strom aus Sonnenenergie erzeugen – das entspricht dem CO2-Speichervolumen von 8753 Fußballfeldern voller Buchen
  • Zeitplan: Baubeginn war am 26. Mai. Fertigstellung ist nach der Abnahme und Vorab-Prüfungen für Ende Dezember 2021 geplant. Am Freitag, 10. September, erfolgte die Montage des Herzstücks der Anlage: Drei 18-Tonnen-Zentralwechselrichter wurden per Autokran installiert. Auch die 600 Meter lange Trasse für ein 20-kV-Verbindungskabel zwischen PV-Park und Firma Kurz ist bereits ausgehoben.

"Von außen betrachtet, rein visuell, ist der Park auf der Zielgeraden. Aber es ist noch einiges zu tun, das man nicht sieht."

Projektleiter Philipp Schwarz

Projektleiter Philipp Schwarz

 

 

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