Mit einem Gefühl der Genugtuung, die sportliche Herausforderung geschafft zu haben und voller Eindrücke aus ganz Deutschland näherte sich Weigl seiner Heimat. "Kurz vor Gebenbach grüßte mich aus der Ferne der Turm der Mariahilfbergkirche. Das bedeutete, ich hatte nicht mehr weit bis zum Ziel. Über Ursulapoppenricht, Altmannshof und Traßlberg kam ich dann von Norden her nach Witzlhof, das ich vor 39 Tagen Richtung Süden verließ", so beschreibt Weigl seine letzten Kilometer.
Weigl war am Sonntag, 9. Juni, Richtung München aufgebrochen und klapperte die deutschen Bundesländer im Uhrzeigersinn ab. Auf München folgte die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, danach Saarbrücken, Mainz und Wiesbaden, bevor es über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nach Hamburg und bis nach Kiel ging. Über Berlin und die ostdeutschen Landeshauptstädte fuhr Weigl dann wieder Richtung Oberpfalz.
"Als Fazit möchte ich sagen, die Tour war schön, sie war aber auch anstrengend, ich gewann viele Eindrücke, sah viel von Deutschlands Schönheit, traf viele Menschen, mit denen ich interessante Gespräch führte, lernte hilfsbereite Menschen kennen und machte keinerlei schlechte Erfahrungen betreffs meiner Übernachtungsplätze." Weigl hatte sein altbewährtes Zweimann-Zelt im Gepäck und suchte sich jeden Abend irgendwo in der Natur einen Schlafplatz. "Froh bin ich auch, dass mein Sturz so glimpflich ausgegangen ist, von dessen Blessuren nur noch wenig zu sehen ist." Kurz nach Köln hatte Weigl einen Unfall, der viel schlimmer hätte ausgehen können. "Hätte ich bei meinem Sturz keinen Helm getragen, wäre eine Kopfplatzwunde das Mindeste gewesen. Aber so hat nur der Helm eine Delle davon abbekommen, die noch an den Sturz erinnert."
"Vom Wetter her gesehen hatte ich bis auf Schneefall alles. Unwetter mit Starkregen, stundenlangen Dauerregen, Hagel, Bruthitze, starken bis stürmischen Wind und für mein Empfinden ziemliche Kälte. Erst in den letzten beiden Tagen wurde es wieder angenehm warm." Er sei jetzt ein bisschen wehmütig, dass die Tour vorbei ist. "Das Herumzigeunern hat mir schon Spaß gemacht." Weigl hatte bereits 2017 mit einer Tour vom tiefsten Punkt Deutschlands in Schleswig-Holstein bis auf den Gipfel der Zugspitze für Schlagzeilen gesorgt. Ob er schon wieder eine neue Ausfahrt plant, lässt er offen. Jetzt hat er erst einmal eine andere Strecke im Kopf: den Weg auf den Annaberg zum Verarbeiten der vielen Erlebnisse und zur Stärkung mit einer kühlen Mass.
3296 Kilometer
39 Tage
84,51 Kilometer pro Tag
Längste Tagesstrecke: 109 Kilometer
Gesamtfahrzeit: 224 Stunden, 49 Minuten oder 9 Tage, 8 Stunden und 49 Minuten
Längste Tagesfahrzeit: 7 Stunden, 38 Minuten
Durchschnittliche Tagesfahrzeit: 5 Stunden, 46 Minuten
2017 war Weigl bereits von Schleswig-Holstein bis zur Zugspitze geradelt

















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