25.05.2021 - 16:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Filmprojekt über die Geschichte von Erz und Eisen lässt Funken sprühen

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Eine alte Geschichte modern verpacken, wie es eine Beteiligte ausdrückt, wollen Studenten der OTH in der Fortsetzung ihres Filmprojekts. Nach dem Bergbau rückt jetzt die Montangeschichte in den Fokus.

Museumsleiter Martin Schreiner demonstriert vor laufender Kamera die Funktionsweise eines Eisenhammers.
von Klaus HöglProfil

Die Städte Sulzbach Rosenberg und Amberg gehören zu jenen Orten in der Oberpfalz, die sich als Zentren der erfolgreichen Eisenerzförderung betrachten konnten und sich dadurch auch bedeutsam entwickelt haben. Wobei beide Städte durchaus in steter Konkurrenz beim Abbau und der Verhüttung standen.

Das Eisenhüttenwesen reicht bis ins Mittelalter zurück. Nicht von ungefähr trägt die Oberpfalz den Beinamen „Ruhrgebiet des Mittelalters". Eine heikle Zeit damals, in der die Menschen unter härtesten Bedingungen arbeiten mussten. Unzählige Wissensträger und Dokumente belegen den Aufstieg, aber auch den Niedergang von Erz und Eisen in der Region. Eine spannende Geschichte, auf deren Spuren sich in Sulzbach-Rosenberg insbesondere der Historische Verein Stiber-Fähnlein gemacht hat, allen voran seine Vorsitzende Tanja Weiß. Und OTH-Studenten aus Amberg gingen im vergangenen Jahr daran, einen Film über den Sulzbacher Bergbau zu drehen. Er hat die Studenten dermaßen und nachhaltig inspiriert, dass schließlich die Idee entstand, einen zweiten Teilmit dem Titel "Auf den Spuren der Montangeschichte" folgen zu lassen. Die Arbeiten dazu sind jetzt im vollen Gange.

Die letzte Schicht im Sulzbach-Rosenberger Bergbau

Sulzbach-Rosenberg

Und was liegt dabei näher, als das Hammerherrenschloss in Theuern einzubeziehen; ein Schloss, dass wohl seinen Ursprung hat im 15. Jahrhundert, zu einer Zeit also, in der durch reichliche Eisenerzlager hunderte von Hütten- und Hammerwerken die Montangeschichte bereicherten. „Für das Bewusstsein der Region ist eine solche Forschung sehr wichtig, weil sich unsere Städte und das, was wir haben, auf den Fundament Montangeschichte entwickelt hat“, sagt Tanja Weiß, in Personalunion Museumsführerin, über das Filmprojekt. „Wenn wir jetzt nicht aktiv etwas machen, verleugnen wir unsere Geschichte. So müssen wir auch junge Menschen für die Thematik Montageschichte begeistern.“

Junge Leute – das sind sie sehr wohl, die Studenten im 6. Semester der OTH Amberg-Weiden, die im Rahmen ihrer Semesterarbeit begleitet werden von Professor Klaus Grüger und von Tanja Weiß, die mit fundierten Kenntnissen über die Thematik zur Seite stehen kann. Zwischen 150 bis 180 Stunden werden die Studenten des Fachs Medienproduktion und -technik auf den Spuren der Montangeschichte sein, lassen die Filmbesucher eintauchen in die Eisenerzförderung und in die Montangeschichte.

Die Dreharbeiten haben in Theuern im Industrie Bergbaumuseum begonnen. Museumsleiter Michael Schreiner, vom Eltern-Haus aus mit Schmiedearbeiten versiert, ließ dafür in der Außenstelle Eisenhammerwerk die Funken sprühen und erläuterte die Funktion eines Hammers.

OTH-Studenten setzen Sulzbach-Rosenberger Museen ins Bild

Sulzbach-Rosenberg

Geplant ist, den Film Ende Juli, Anfang August der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ex-Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl (Schnaittenbach), Josef Gilch (Ebermannsdorf), Kreisheimatpfleger Dieter Dörner (Amberg), Landrat Richard Reisinger, Stadtheimatpfleger Markus Lommer (Sulzbach-Rosenberg), Andreas Wilhelm und Matthias Regn (Auerbach) kommen in Interview-Sequenzen zu Wort. Beide Filmproduktionen der OTH-Studierenden werden nach der Präsentation – geplant Ende Juli in Theuern – im Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg, im Museum in Theuern und im Bergbaumuseum Maffeischächte in Auerbach zu sehen sein.

Studentin Sabrina Bauer, derzeit mit Romy Maderer und Brian-Fabian Diehl am Set in Theuern beschäftigt, sagt: "Das Projekt liegt uns sehr am Herzen. Eine alte Geschichte modern zu verpacken, das ist sehr wichtig. Es ist ein cooles Thema, das sonst wohl auf die Dauer untergeht."

Museumsleiter Martin Schreiner hält viel von diesem Projekt: "Es ist ein wichtiger Schritt der regionalen Vernetzung im Bereich der Darstellung und Vergegenwärtigung der reichen Oberpfälzer Montangeschichte."

Erinnerungslücken in Sachen Montangeschichte auffrischen

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Filmprojekt "Auf den Spuren der Montangeschichte"

Beiträge für die Dokumentation der OTH-Studenten liefern:

  • Martin Schreiner gibt Einblicke in die Abteilung Bergbau des Museums Theuern und die Bedeutung des Hammerherrenschlosses.
  • Reinhold Strobl erläutert die Familiengeschichte und die Rolle der Hammerherren für die Entwicklung Schnaittenbachs.
  • Josef Gilch schildert an einem Beispiel in Ebermannsdorf den Anteil der Kohlenmeiler an der Verhüttung und am Raubbau in der Natur.
  • Dieter Dörner beschreibt die Handelswege des Erzes und die Geschichte des Theresienstollens für den Amberger Bergbau.
  • Richard Reisinger erklärt, was er persönlich als Sulzbach-Rosenberger mit der Montangeschichte und der Maxhütte verbindet.
  • Markus Lommer steuert Geschichtliches über die Bergmannswallfahrt im Peutental und die Entwicklung des Annafestes in Sulzbach-Rosenberg bei.
  • Andreas Wilhelm und Matthias Regn stellen die Grube Nitzlbuch und die Maffeischächte in Auerbach mit dem heutigen Bergbaumuseum vor.

 

 

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