19.11.2020 - 10:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Knuffige Engel für den Gabentisch

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Wenn die Supermarkt-Regale mit Lebkuchen und Schoko-Nikoläusen gefüllt werden, ist es Zeit für Galina Schorich, zu Alufolie und Toilettenpapier zu greifen. Die Kunsthandwerkerin fertigt damit Weihnachtsengel aus Pappmaché.

Nicht nur Engel, auch Schäfchen macht Galina aus Pappmaché.
von Helga KammProfil

Bescheiden bezeichnet sich Galina Schorich als Bastlerin. Das Spektrum ihrer Arbeiten aber zeigt, dass sie viel mehr ist. Sie kann mit verschiedenen Materialien umgehen, mit Holz, Wolle, Metall, mit Stoffen und Papier. Mit Fantasie, Kreativität und Geschick fertigt sie kunstvolle Dinge an, mit denen sie Familie und Freunde beschenkt.

In der Vorweihnachtszeit sind das vor allem ihre Engel aus Pappmaché. "Ich mache immer gleich mehrere", sagt sie, "damit sich der Aufwand lohnt". Der Aufwand, das sind vor allem mehrere Phasen des Trocknens. Dazu stellt sie ihre mit Spachtelmasse geformten Engelskörper und Flügel in die Nähe des Heizkörpers, muss sie wenden und auf den Kopf stellen, bis alles fest und bruchsicher geworden ist. Am Anfang ihrer Handarbeit aber steht etwas anderes. Einen großen Bogen Alufolie knetet und knüllt Galina Schorich so lange, bis eine Körperform entsteht, aus einem zweiten bildet sie einen runden Kopf. "Die Proportionen müssen stimmen", erklärt sie, "der Kopf muss in der Größe zum Körper passen".

Dann kommt das Toilettenpapier ins Spiel. In einen großen Joghurtbecher kommt Bastelleim, danach ein Blatt nach dem anderen das Papier. Mit einem Löffel oder behandschuhten Fingern wird gerührt, bis eine weiche, gleichmäßige Paste entsteht, was schon 20 bis 30 Minuten dauern kann.

Das Spachteln beginnt Galina Schorich am Fußende der Figur, streicht hinauf bis zur Mitte und lässt sie erst einmal umgedreht in einem Glas trocknen. Danach wiederholt sie das Ganze mit dem Engel-Oberkörper. Da die geknetete Alufolie eine ungleiche Oberfläche aufweist, müssen Lücken und Spalten mit mehr Paste ausgefüllt werden.

Auch die Arme werden aus Spachtelmasse geformt und mit einem Zahnstocher "gestylt", lediglich für die Hände verwendet Galina Schorich etwas Ton. Wenn auch der Kopf mit Paste bestrichen und getrocknet ist, wird der Körper mit dem Kopf durch einen Zahnstocher und etwas Leim verbunden. Das Engelshaar besteht aus dick auf den Kopf aufgetragene Spachtelmasse und wird mit einem Stift zu Locken gestupst.

Für die Flügel macht sich die Handwerkerin eine Schablone aus Papier und überträgt sie auf die Wellpappe. Diese wird dann zuerst mit Kleber und dann dick mit Paste bestrichen, erst die eine, dann die andere Seite. "Besonders auf die Flügelkanten muss ich achten", weiß Galina Schorich, denn die Wellpappe darf nicht hervorschauen. Das Muster der Federn zeichnet sie mit Stift und Spatel.

Der ganze Engel samt Haaren und Flügeln wird dann zunächst mit dunkler Acrylfarbe zweimal eingestrichen und muss wieder einmal trocknen. Darauf kommt die helle Farbe für das Kleid, rosa oder hellblau, und eine Gesichtsfarbe für den Kopf. "Die dunkle Farbe muss etwas durchkommen", erklärt Galina Schorich. "Das gibt Struktur und macht den Engel rustikal."

Ganz zum Schluss geht es an die Feinheiten. Mit dunkler Pearl-Pen-Farbe tupft seine Schöpferin dem Engel Augen, mit goldener färbt sie Haare und Flügel. Der Kragen und die Ärmelbündchen werden mit Pearl-Pen in Gold gezeichnet. Das Sternchen aus Glas oder Styropor, das sie ihrem Engel in die Hand gibt, steckt auf einer Nadel oder einem Stück Draht.

"Bis alles fertig ist, vergeht schon eine Woche", sagt Galina Schorich, "dann aber stehen meine Engelchen in Reih' und Glied und machen mir Freude". Noch mehr Freude machen sie sicher den Kindern, Enkeln und Freunden, die zum Fest so ein kleines Kunstwerk aus Pappmaché geschenkt bekommen.

Service:

Einkaufsliste

Das brauchen Sie für den Engel aus Pappmaché:

  • Alufolie und Toilettenpapier
  • Bastelleim und Spatel
  • Wellpappe und einen Stift
  • etwas Ton, Zahnstocher und Draht
  • Acrylfarben, dunkel und hell
  • Pearl-Pen-Farben
Hintergrund:

Zur Person

Galina Schorich stammt aus Russland, ist seit 27 Jahren in Deutschland. Nach Stationen in Garmisch und München lebt sie heute in Sulzbach-Rosenberg in der Nähe ihrer Kinder und Enkel.

Aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihren erlernten Beruf als Friseurin aufgeben. Um ihre Finger beweglich zu erhalten, riet ihr eine Therapeutin, „mit den Händen kleine Dinge zu machen“.

Das war der Beginn von Galina Schorichs Handwerk. Ihr Beruf ist heute die Arbeit mit Menschen in einer sozialen Einrichtung, ihre Freizeit aber gehört ihrer Kunst. (hka)

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