09.06.2021 - 15:50 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Passt Nazi-Dichter Hans Watzlik ins Toleranz-Bild der Stadt Sulzbach-Rosenberg?

Hans Watzlik war Nazi-Sympathisant und Namensgeber für eine Straße in Sulzbach-Rosenberg. Wie geht die Stadt mit diesem Erbe um?

Um die Umbenennung der Hans-Watzlik-Straße in Sulzbach-Rosenberg ist eine Diskussion entbrannt.
von Andreas Royer Kontakt Profil

In mehreren Sitzungen beschäftigte sich der Stadtrat mit der Personalie Hans Watzlik. Nach einem Antrag von SURO2030, der auf Umbenennung der gleichnamigen Straße am Loderhof abzielte, setzte sich eine Diskussion in Gang, wie mit Straßen in Sulzbach-Rosenberg generell zu verfahren sei, deren Namensgeber keine Vorbilder für eine demokratische Gesellschaft darstellen. Diesen Faden nehmen nun aktuell am Dienstag, 15. Juni, um 19 Uhr die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und der Verein für Politik und Kunst (PunK e.V.) mit der Online-Veranstaltung „Nazis auf dem Stadtplan – Wer war Hans Watzlik?“ auf.

Wie in einer Pressemitteilung der Veranstalter zu lesen ist, habe Hans Watzlik zu den nationalsozialistischen Propagandisten der ersten Stunde gehört. Als Autor des Völkischen Beobachters und Mitglied der Reichsschrifttumskammer sei er eng in das NS-Regime eingebunden gewesen und von den nationalsozialistischen Machthabern mit Ehrungen überhäuft worden. „Als Funktionär der nationalsozialistischen Sudetendeutschen Partei schürte er insbesondere immer wieder den Hass gegen unsere tschechischen Nachbarn. Hans Watzlik blieb bis zu seinem Lebensende Verehrer Adolf Hitlers und bekennender Nationalsozialist“, so der Pressetext im Wortlaut.

Ideologie als Thema

Die bisherige Diskussion werfe nach Auffassung der Veranstalter folgende Fragen auf: Kann eine Straße weiterhin nach einem bekennenden Nationalsozialisten benannt sein? Womit verdient Hans Watzlik diese Ehre? Und was bedeutet es für das Geschichtsbild der Stadt Sulzbach-Rosenberg, dass man sich bisher noch nicht auf eine Umbenennung einigen konnte?

Die Veranstaltung mit Dr. Harald Munding, Landessprecher der VVN Bayern, soll nun Hans Watzliks Tätigkeit als NS-Propagandist sowie die menschenverachtende Ideologie, die sein Werk und Denken prägte, thematisieren. Außerdem wird die Frage gestellt, ob dessen anhaltende Ehrung mit den von der Stadt vertretenen Werten wie Toleranz und Weltoffenheit vereinbar ist? Die Online-Veranstaltung läuft auf der Plattform Zoom: https://us02web.zoom.us/j/88119776707. Meeting-ID: 881 1977 6707

Diskussion um die Umbenennung der Watzlik-Straße in Sulzbach-Rosenberg

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Eine stramme Verbindung zur NS-Diktatur ist für den Schriftsteller Hans Watzlik belegt.
Grubenleiter und Stadtrat Gustav Steberl beantragte 1953 die Benennung der Hans-Watzlik-Straße.

 

 

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