01.02.2021 - 16:24 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Problemfall Storg-Ruine: Junge Union bringt Rückkauf und Abriss ins Spiel

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Baubeginn Mitte 2020, bis zu 140 Betten, separates Restaurant: Die angekündigten Hotel-Pläne auf dem Areal des früheren Storg-Kaufhauses in Sulzbach-Rosenberg sind ambitioniert – doch seit Monaten tut sich nichts. Nun macht die JU Druck.

Das Storg-Gebäude ist ein trister Leerstand an der wichtigen Verbindungsachse zwischen historischer Altstadt mit dem Stadtturm im Hintergrund und den gerade im Bau befindlichen Oberpfalz-Arkaden. Die JU-Politiker Maximilian Klose (links) und Florian Bart wollen endlich Fortschritte sehen.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Ungeduld macht sich breit: Im Fall des ehemaligen Storg-Kaufhauses am Eingang der Sulzbacher Altstadt will die Junge Union nicht länger untätig bleiben. Obwohl die Rinkenburger Objektbau GmbH das leerstehende Gebäude bereits im Sommer 2019 erworben und anschließend umfangreiche Pläne zur Realisierung eines Hotels öffentlich gemacht hat, gibt es seitdem keinerlei sichtbaren Fortschritt bei der grauen Betonruine. JU-Stadtrat Florian Bart hat deshalb einen Antrag im Rathaus eingereicht: Die Stadt solle Druck auf den Investor ausüben, seine Pläne öffentlich zu konkretisieren oder anderenfalls gar einen Rückkauf und Abbruch der Immobilie in Betracht ziehen.

Im Pressegespräch gemeinsam mit JU-Ortsvorsitzendem Maximilian Klose begründet Bart seinen Antrag: "Das Gebäude ist unfassbar hässlich. Seit Monaten haben wir von dem Investor nichts mehr gehört. Wir brauchen eine schnelle Lösung." Klose sekundiert, indem er auf die zunehmend brodelnde Gerüchteküche verweist. "Die Gespräche mit der Bevölkerung zeigen, dass die Leute wissen wollen, was los ist." Gerade auch in den sozialen Medien sei der Wunsch spürbar, endlich Fortschritte bei diesem für die Sulzbacher Stadtentwicklung so wichtigen Gebäude zu sehen.

In seinem Antrag, der Oberpfalz-Medien vorliegt, regt Bart eine "Alternativplanung" durch die Verwaltung an, "ob nach Rückerwerb des Gebäudes ins Eigentum der Stadt, Fördergelder für den Abbruch des Gebäudes und eine Neugestaltung des Areals verfügbar wären". Auch der frühere "Aladin"-Imbiss sei hier unbedingt mit einzubeziehen. "Der Storg ist das zentralste Gebäude in der Stadt. Es muss hier auch etwas hinein, das des Platzes würdig ist", fordert Bart. Dem 35-Jährigen zufolge sei der Storg momentan ein "Schandfleck", der aber nach einem Abriss zugleich ein "enormes Entwicklungspotenzial" biete.

Die Wirte in Sulzbach-Rosenberg wehren sich gegen die Hotel-Pläne im Storg-Gebäude

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Hotelpläne "illusorisch"

Beide JU-Vertreter glauben offenbar nicht mehr an eine Umsetzung durch die Rinkenburger Objektbau GmbH. "In der momentanen Coronakrise glaube ich sowieso, dass die Hotelpläne illusorisch geworden sind", sagt Klose. Aufgrund des langen Stillstands rechnet der JU-Ortsvorsitzende damit, dass der Investor abspringt. "Ein Abriss wäre wohl die beste Lösung." "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Konzept überhaupt noch ernsthaft zur Debatte steht", äußert auch Bart Zweifel an der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit eines Hotelbaus mit bis zu 140 Betten in der Pandemie.

Gegner der Hotel-Pläne sind die beiden CSU-Politiker jedoch nicht. Klose glaubt, dass ein Hotel, das in der Lage ist, einen ganzen Reisebus aufzunehmen, "zweifelsohne zur Belebung der Altstadt beigetragen hätte". Auch Bart beteuert, "einer positiven Entwicklung immer offen gegenüber" zu stehen. Doch diese müsse eben erst einmal beginnen. "Wir schauen dem Trauerfall schon seit Jahren zu und wollen nicht länger untätig sein. Der Storg ist ein zentrales Areal - bei dem kann die Stadt nicht darauf warten, dass sich von selbst was tut."

"Der Storg ist ein zentrales Areal – bei dem kann die Stadt nicht darauf warten, dass sich von selbst was tut."

Florian Bart, JU-Stadtrat

Florian Bart, JU-Stadtrat

Park mit Café als "Stadtplaza"

Gerade weil der Storg als Verbindungselement zwischen bald neu gebauten Oberpfalz-Arkaden und historischer Altstadt eine Schlüsselrolle zukomme, solle die Stadt ihre Möglichkeiten ausschöpfen, einen Rückkauf und Abriss prüfen. Mögliche Zuschussoptionen müssten frühzeitig eruiert werden. Bart kann sich nach einem etwaigen Abriss auf dem Terrain eine "Stadtplaza" mit Café und Grünfläche vorstellen. Klose schlägt einen Park vor und will den Friedhofsberg einbeziehen. "Dann hätten wir mit der Allee einen grünen Ring um die Altstadt."

Solche Überlegungen bleiben vorerst aber lediglich eine Vision. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bei Thilo Rinkenburger versichert der Investor nämlich, dass sich an seinen Plänen nichts geändert habe. Schon in den nächsten Wochen will der Geschäftsmann dem Stadtrat seine aktualisierten Pläne präsentieren - und danach der Öffentlichkeit. "Es gebietet der Anstand, den Stadtrat nicht zu übergehen", sagt Rinkenburger. Er stehe mit der Stadt in "engem Austausch". Das Warten solle schon bald ein Ende haben, lässt er wissen. "Es wird kein Jahr mehr dauern, bis es los geht, sondern eher nur noch ein paar Wochen."

Ein Kommentar von Tobias Gräf: Fortschritte beim Storg sind überfällig

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Zur Vorgeschichte: Aus dem Storg soll ein Hotel werden

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"In der momentanen Coronakrise glaube ich sowieso, dass die Hotelpläne inzwischen illusorisch geworden sind."

Maximilian Klose, JU-Ortsvorsitzender

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