08.06.2021 - 17:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Wirte in Sulzbach-Rosenberg atmen auf: Wieder Gäste im Lokal

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Nach über sieben Monaten Lockdown darf die Innengastronomie wieder öffnen. Wenn auch unter strengen Voraussetzungen. Wie ist die Stimmung in den Lokalen in Sulzbach-Rosenberg? Und: Was sagen die Gastwirte?

Die Eheleute Haar sind Stammgäste im Ristorante Imperatore. Restaurantinhaber Leo (Mitte) freute sich, dass er seine Gäste endlich auch wieder in den Innenräumen bewirten kann.
von Heidi FranitzaProfil

Die Stimmung in den Restaurants in Sulzbach-Rosenberg war am Montag, als die Innengastronomie wieder öffnen durfte, verhalten. Trotz drohender Regenwolken waren die Außenflächen gut besetzt. Drinnen hingegen waren noch viele Plätze frei. "Natürlich sind wir froh, endlich auch unsere Innenräume öffnen zu können", sagte Michael Sperber vom Gasthaus Sperber.

Als ungute Situation bezeichnete er die Tatsache, dass zwar Übernachtungsgäste drinnen sitzen durften, alle anderen aber bei Regen nach Hause gehen mussten. Montag sei grundsätzlich ein ruhiger Tag, sagte er am Tag, als die Innengastronomie wieder aufmachte. "Aber telefonisch haben wir schon viele Reservierungen erhalten."

Im Lockdown Essen abgeholt

Seit Jahren pflegt das Ehepaar Haar den "Lunedi italiano", den italienischen Montag. Und dazu gehört auch ein Besuch im Ristorante Imperatore. Während des Lockdowns hatten die Eheleute das Restaurant unterstützt, indem sie Essen zum Abholen bestellten. "Keine Frage, dass wir an diesem Montag hier sind", sagten sie am Tag eins der Wiederöffnung der Innengastronomie. In gewohntem Ambiente schmecke ein Gläschen Vino rosso einfach besser. Das gefiel Restaurantchef Leo, dem die Freude über den Schritt in die Normalität ins Gesicht geschrieben stand.

In der Taverne Korfu waren Innen- und Außenplätze gut besetzt. Das Ehepaar Kurz freute sich, dass ihr Restaurant-Besuch mit der Öffnung der Innengastronomie zusammenfiel. Ein Platz im Außenbereich war dem Paar angesichts der dunklen Wolken, die so manchen Regentropfen verloren, zu risikoreich. Der Tag wird den Eheleuten sicher in Erinnerung bleiben, denn sie feierten nicht nur ihr zehnjähriges Kennenlernen, sondern auch den zweiten Hochzeitstag.

Georgiou Georgios, Inhaber der Taverne Korfu, betonte, dass er seinen Stammkunden zu Dank verpflichtet sei. "Sie haben uns über die schweren Monate hinweg geholfen." Jammern bringe nichts, so seine Meinung. "Blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft", sagte Georgiou Georgios.

Renate und Joachim Kiel vom Hotelgasthof Bayerischer Hof sind voller Tatendrang, hätten sich von der Staatsregierung aber mehr Vorlaufzeit gewünscht. "Einen Hotelbetrieb wie unseren kann man nicht innerhalb von einem Tag von null auf 100 hochfahren", sagten sie. Die Lager müssten erst wieder aufgefüllt werden. Deshalb werde es für ihre Gäste einige Tage noch eine kleine Speisekarte geben.

Das Ehepaar sieht positiv in die Zukunft. "Seit wenigen Wochen ist es ja möglich, die Außengastronomie zu erweitern", erzählten Renate und Joachim Kiel. Das sei ein deutliches Signal, die Innenstadt für Besucher attraktiver zu gestalten. "Auch wir werden unseren Biergarten aufpeppen", so Joachim Kiel.

Durchhaltevermögen gefragt

Für die Mannschaft des Café Stadtgespräch war Durchhaltevermögen die Losung der letzten Monate. "Seit der offiziellen Eröffnung am 18. Juni 2020 hatten wir länger geschlossen als geöffnet", bilanzierte Inhaber Alexander Schulze. Seine rechte Hand, Shelley Lutz, ergänzte: "Unser Stammtisch hatte nach Bekanntwerden über die Öffnung der Innengastronomie für heute sofort einen Tisch reservieren lassen."

Verhalten positiv war die Stimmung an diesem ersten Abend. Sie spiegelte sich auch in der Tatsache wider, dass viele Wirte, die ihren Ruhetag traditionell am Montag haben, diesen trotz der langersehnten Wiedereröffnung der Innengastronomie beibehalten haben.

Das sagen die Amberger Wirte zur Öffnung der Innengastronomie

Amberg
Hintergrund:

Der Gastro-Lockdown

  • Alle gastronomischen Betriebe in Deutschland waren seit 2. November 2020 geschlossen.
  • Außerhausverkauf beziehungsweise Lieferservice waren in dieser Zeit für viele Lokale das Sicherungsseil, das mehr schlecht als recht vor dem kompletten Absturz bewahrte.
  • Die Entscheidung der Staatsregierung, die Innengastronomie unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder zu öffnen, war das Fangseil, das manchen Betrieb im freien Fall gerade noch erreichte.

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