20.02.2020 - 20:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Vom Leerstand zum Lernstandort

Nach zweijähriger Bauzeit wird die historische Fronfeste als Hochschul-Außenstelle eingeweiht. Wissenschaftsminister Bernd Sibler ist besonders angetan vom modernen Konzept mit Hightech-Ausstattung in dem geschichtsträchtigen Denkmal.

von Lena Schulze Kontakt Profil

Punktlandung: Bis wenige Stunden bevor die ersten der 130 geladenen Gäste zur Einweihung der historischen Fronfeste eintrafen, werkelten die Handwerker auf der Baustelle noch. Das zentral in der Innenstadt gelegene Denkmal wurde innerhalb von zwei Jahren für insgesamt 5,8 Millionen Euro vom Kellergewölbe bis zum Dach saniert und das Außenareal neu gestaltet.

Studenten ziehen im März ein

Mit Leben erfüllen werden das Gebäude ab Mitte März 35 Studenten des berufsbegleitenden Studiengangs "Soziale Arbeit" der OTH Regensburg und 9 Studenten des berufsbegleitenden Studiengangs "Wirtschaftsingenieurwesen Energie und Logistik" der Hochschule Landshut.

"Wir haben uns hier was gegönnt", sagte Bürgermeister Franz Stahl an die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Bildungswesen. Der neue Lernstandort sei einmalig in seiner Architektur, seiner Konzeption und seiner Lage in der Alstadt, schwärmte Stahl. "Die Nahtstelle von Historie und Bildung in diesem Gebäude sind die Grundlage, die Tirschenreuth bildungspolitische verändern wird", war er sich sicher.

Staatsminister Sibler zeigte sich als Fan von neuen Lernformen - digitale Lernphasen mit Anwesenheitsphasen zu verknüpfen. Dies sei die richtige Strategie: "Wir sind klug beraten, in die Fläche zu schauen. Wo gibt es Stärken, Anknüpfungspunkte und Interessen? Nicht nur in Großstädten. Das Land ist uns nicht egal." Für so ein Projekt seinen allerdings die Kommunen, die Hochschulen und gute Konzepte gefordert. All dies vereine sich in Tirschenreuth. Besonders beeindrucke ihn die Symbiose aus Historie und Moderne am Gebäude. "Wenn man das hier sieht, geht einem das Herz auf."

Gebäude vom Ballast befreit

Auf die Verpflichtung gegenüber des architektonischen und städtebaulichen Erbes ging Architekt Peter Brückner ein. Er und sein Team retten das zuletzt leerstehende Gemäuer vor dem Verfall und hauchten ihm neues Leben ein. Weniger die Substanz und die vielen Anbauten an der mittelalterlichen Stadtburg seien problematisch gewesen, sagte er über die Baumaßnahmen: "Wir mussten das Gebäude vom Ballast der 60er und 70er Jahre befreien." Innerhalb der zwei Jahre Bauzeit galt es, das Gestern mit dem Morgen zu verbinden. "Wir wollten den echten Charakter an manchen Stellen freilegen, an anderen erhalten oder weiter entwickeln", so der Architekt über das Baudenkmal. Ihn freue es besonders, dass aus dem Entwurf nun ein echter Arbeits- und Lebensraum geworden sei. "Jetzt beginnt eine neue Geschichte." Insgesamt wirkten 40 Firmen, bis auf wenige Ausnahmen aus der Region, an der Sanierung mit.

Pfarrer Georg Flierl und Pfarrerin Stefanie Schön segneten anschließend das Gebäude. Zum Schluss führten Peter Brückner und Franz Stahl die Gäste durch die Fronfeste und erläuterten die Umbauten.

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