26.07.2020 - 13:06 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Stadt Tirschenreuth erweitert Bürgerserviceportal

Künftig können Bürger der Kreisstadt noch viel mehr Verwaltungsangelegenheiten online erledigen. Der Stadtrat beschloss, das Angebot erheblich auszuweiten. Auch das Rathaus II bot teils Diskussionsstoff in der Sitzung.

Stadtrat Karl Berr (WGU) forderte, dass der Dachstuhl des Ruffing-Hauses erneuert und nicht saniert wird. Doch Stadtbaumeister Andreas Ockl entgegnete, dass wegen der guten Substanz der Balken nichts gegen eine Dachstuhlsanierung spreche. Dies sei auch so mit dem Denkmalamt abgesprochen.
von Konrad RosnerProfil

Gerade in der Coronakrise zeigte sich, dass den Bürgern so viele Dienstleistungen wie möglich zusätzlich auch per Internet zugänglich gemacht werden sollten, erklärte Bürgermeister Franz Stahl in der Sitzung des Stadtrats. Gerade auch deshalb erarbeitete die Stadtverwaltung einen Katalog von möglichen Onlinediensten für das Bürgerserviceportal. Gab es in Tirschenreuth bisher bereits acht Onlinedienste, so werden diese nun um weitere zwanzig Dienste erweitert. So können Bürger künftig Anträge für eine Gaststättenerlaubnis, den Fischereischein oder für Eheschließungen online stellen. Auch Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden können künftig so eingereicht oder ausgestellt werden.

Umsetzung noch dieses Jahr

Das Online-Zugangsgesetz, so Franz Stahl, verpflichte Bund, Länder und Kommunen, bis 2022 alle Verwaltungsleistungen auch digital zugänglich zu machen. Bayern wolle sogar noch in diesem Jahr die wichtigsten Verwaltungsleistungen online umsetzen. Stahl betonte, dass bis Ende des Jahres das Formular-Center noch auf bis zu vierzig weitere Dienste ausgebaut werden soll. Die Gesamtkosten für die Einrichtung der Onlinedienste belaufen sich auf 21.421 Euro. Nachdem der Staat dies mit neunzig Prozent fördert, muss die Kreisstadt lediglich 2142 Euro bezahlen. Der Stadtrat stimmte einstimmig dem Bürgerserviceportal zu.

Kritik an Dachstuhlsanierung

Unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen kritisierte Stadtrat Karl Berr (WGU) die Tatsache, dass der alte Dachstuhl des ehemaligen Ruffing-Hauses - auf dem Areal entsteht das Rathaus II - bis zum nächsten Jahr gelagert und dann wieder aufgebaut werden soll. "Das Ruffing-Haus steht nicht unter Denkmalschutz, deshalb verstehe ich nicht, dass man Brandschäden aus den 70er Jahren ausbessern will, anstatt den gesamten Dachstuhl zu erneuern", sagte Berr. Ein ausgebessertes Balkenwerk würde seiner Meinung nach den Anforderungen nicht standhalten.

Baufortschritt am Rathaus II:

Tirschenreuth

Stadtbaumeister Andreas Ockl erklärte, dass der Dachstuhl von der Substanz her nicht schlecht sei. Nach einer fachgerechten Aufbereitung könne dieser wieder genutzt werden. Für die weiteren baulichen Maßnahmen sei es notwendig gewesen, den Dachstuhl zu entfernen. Das habe man so auch mit dem Denkmalamt abgesprochen. "Es ist alles im grünen Bereich", sagte Stahl abschließend dazu.

Rückblick: Der Bauantrag für das 13-Millionen-Euro-Vorhaben auf dem Ruffing-Areal wurde genehmigt

Tirschenreuth
Info:

Bürgermeister trifft dringende Entscheidungen für BRK-Kindergarten

Bürgermeister Franz Stahl gab in der Juli-Sitzung des Stadtrats noch eine große Anzahl an Beschlüssen weiter. So wurde er ermächtigt, zeitlich dringende Entscheidungen für die Container-Übergangslösung des neuen BRK-Kinderhauses „Weltentdecker“ in der Altstadt zu fällen, um die Inbetriebnahme zum 1. September 2020 nicht zu gefährden. Stahl wurde zudem ermächtigt, die einzelnen Gewerke zu vergeben.

Den Auftrag für die Gestaltung der Außenanlagen beim Aufzug-Anbau am Rathaus erhielt die Firma Punzmann aus Windischeschenbach, sie hatte einen Angebotspreis von 116.000 Euro abgegeben. Die Elektroinstallation im neuen BRK-Kindergarten führt die Firma Hubmann aus Bärnau aus, Kosten 206.814 Euro. Außerdem wurde bekannt, dass die Baumeisterarbeiten an den Arkaden die Firma Reim und Kraus aus Schirmitz und die Zimmererarbeiten die Zimmerei Kraus aus Mähring bekommt. Die Zimmerei Kraus wird auch die Dackdeckerarbeiten ausführen. Die Tragwerkplanung für den Neubau der Schlammentwässerung führt das Büro Härtl aus Tirschenreuth aus.

 

 

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