05.11.2019 - 17:16 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Ein Topf für einen warmen Bauch

Eintopf bei 30 Grad im Schatten? Eine fürchterliche Vorstellung. Schon das Wort Eintopf wärmt. Umso willkommener sind die dicken Suppen, wenn es kühler wird und die Tage kurz werden. Wir haben Leser nach ihrem Lieblingsrezept gefragt.

Nichts wärmt so schön von innen wie ein Eintopf oder eine dicke Suppe.
von Gabi EichlProfil

Einen „Topf für einen warmen Bauch“ empfiehlt Jutta Kirner, Inhaberin eines Deko-, Schmuck- und Delikatessen-Ladens in Vohenstrauß. Ihr Ingwer-Hackfleisch-Topf ist eine Eigenkreation, die wegen des Hackfleischs auch ihre beiden Männer zu Hause gern essen und dabei gnädig über den wärmenden Ingwer hinwegsehen. Jutta Kirner brät Hackfleisch – Rind oder Rind und Schwein gemischt, das spielt keine Rolle – mit Zwiebeln und Knoblauch an und rührt Tomatenmark unter. Dann kommen stückige Tomaten in den Topf, der anschließend mit Brühe – Gemüse- oder Fleischbrühe, ganz nach Geschmack – aufgegossen wird. Es folgen kleingeschnittene Kartoffeln und Karotten und schließlich ein zwei bis drei Zentimeter langes Stück Ingwer, das entweder gepresst oder in winzigste Würfelchen geschnitten wird.

Der Topf darf dann bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln, bis Kartoffeln und Karotten gar sind. Abgeschmeckt wird mit Oregano, Paprika, etwas Chili, Salz und Pfeffer. Mengenangaben macht Kirner nicht; es komme bei diesem Eintopf nicht auf exakte Mengen an, sagt sie. Nur beim Ingwer müsse man etwas vorsichtig sein, daher sollte das Stück auch nicht größer sein als zwei bis drei Zentimeter.

Auch die Oberlinder Hausfrau Martina Meier kann bei ihrem geliebten Pichelsteiner nicht mit Mengenangaben dienen. Es muss auch so gehen. Sie brät gemischtes Gulasch (Rind und Schwein) zusammen mit Zwiebeln scharf an („schön resch“) und gibt dann in Würfelchen geschnittene Kartoffeln und Karotten, Porree und Sellerie dazu und röstet auch das Gemüse kurz an. Dann wird mit Gemüsebrühe aufgegossen, so dass alle Zutaten bedeckt sind. Nach etwa 30 Minuten Kochzeit wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Vor dem Anrichten streut Meier noch etwas Petersilie über den Klassiker unter den Eintöpfen. „Geht schnell und uns schmeckt’s“, sagt sie.

Dorit Schmid, Konrektorin an der Grundschule Vohenstrauß, hat ihren Eintopf extra gekocht, um anderen Lesern genaue Mengenangaben machen zu können. Ebenso die Bestattermeisterin Christine Schmidt, die keinen Eintopf beisteuert, sondern eine Suppe, die aber so gehaltvoll ist, dass sie locker mit jedem Eintopf mithält.

Dorit Schmid nennt ihre Eigenkreation schlicht „Wintereintopf“. Man könnte aber auch von einem aufgepeppten Pichelsteiner sprechen. Sie verwendet für vier Personen folgende Zutaten: 500 Gramm Schmorfleisch (Rind, Schwein, Wammerl), zwei Karotten, zwei kleine Petersilienwurzeln, eine Pastinake, ein bis zwei Knoblauchzehen, eine halbe Stange Lauch, ein bis zwei Zwiebeln, 250 Gramm Wirsing, 125 Gramm Sellerie, zwei bis drei Kartoffeln, Olivenöl oder Butter, einen halben Liter Gemüsebrühe und einen Bund Petersilie. Gewürzt wird nur mit Salz, Pfeffer und Kümmel. Die Zubereitung ähnelt sehr Meiers klassischem Pichelsteiner.

Schmid würzt das Fleisch und brät es an, gibt die Zwiebeln dazu, anschließend das kleingeschnittene Gemüse (mit Ausnahme des Wirsings) und würzt dann noch einmal nach, ehe sie mit Brühe aufgießt. Sie lässt den Topf dann eineinhalb bis zwei Stunden vor sich hin köcheln. Der Wirsing kommt erst nach einer Stunde dazu. Kurz vor dem Anrichten wird auch hier mit frischer Petersilie bestreut. Der Topf lädt zum Experimentieren ein. Er schmeckt Schmids Worten zufolge auch mit allen anderen Arten von Wintergemüse, zum Beispiel Rosenkohl.

Christine Schmidt hat für uns ihr Maronensüppchen gekocht. Für vier Personen braucht man 300 Gramm gekochte Maronen, zwei Schalotten, zwei (!) Becher Sahne, 50 Milliliter Madeira, einen halben Liter Gemüsebrühe, zwei Esslöffel Olivenöl, einige Spritzer Balsamico-Essig. Die Schalotten werden sehr fein gewürfelt und im Olivenöl glasig gedünstet. Dann kommen die zerkleinerten Maronen dazu, Brühe, Sahne und Madeira. Die Suppe muss nur etwa zehn Minuten köcheln, ehe sie mit dem Mixstab püriert und aufgeschäumt wird, und zwar so, dass noch ein paar Stückchen der Maronen übrig bleiben.

Abgeschmeckt wird nur mit Salz und Pfeffer und einigen wenigen Spritzern eines nicht zu süßen Balsamico, denn die Maronen sind ohnehin schon leicht süß. Das Rezept ist heute ein schnelles dank der Möglichkeit, Maronen schon vorgekocht kaufen zu können. Christine Schmidt hat die Suppe auch schon mit Maronen gekocht, die erst im Backofen langwierig gegart werden mussten. „Das ist dann richtig Arbeit.“

Einen ausgefallenen Eintopf stellt der Zollbeamte Robert Mittelmeier vor, seit vielen Jahren begeisterter Hobbykoch. Sein Louisiana-Schmortopf braucht etwas Vorbereitung, die Zutaten dürfte kaum jemand alle im Haus haben. Für vier Personen wird folgendes gebraucht: Chili-Salami (150 Gramm), Bacon (50 Gramm), Zwiebeln (2), Knoblauchzehen (4), Olivenöl (2 Esslöffel), Tomatenmark (1 Esslöffel), Mehl (3 Esslöffel), Gemüsebrühe (800 Milliliter), eine grüne Paprika, eine kleine Aubergine, sechs grüne Tomaten (oder rote), zwei Chilischoten, Catfish-Filet (500 Gramm), Garnelen (100 Gramm). Dazu an Gewürzen: jeweils ein Teelöffel Paprikapulver, Oregano und Majoran, ein halber Teelöffel Fenchelsamen, Salz und Pfeffer.

Salami, Bacon, Zwiebeln und Knoblauch werden klein gewürfelt und im Öl angeschwitzt. Dann Tomatenmark und Paprikapulver mitrösten, das Mehl einrühren und mit der Brühe aufgießen. Als nächstes das klein geschnittene Gemüse und den Catfish (Wels/Waller) dazu geben. Mit den Gewürzen abschmecken, die Garnelen hinzu, Deckel auf den Topf und für 35 Minuten bei 175 Grad in den Ofen. Anstelle des Catfishs, der nicht ohne weiteres zu bekommen ist, kann auch eine andere Fischart verwendet werden.

Christine Schmidt püriert ihr Maronensüppchen.
Dorit Schmid kocht ihren „Wintereintopf“, einen aufgepeppten Pichelsteiner.
Beim Ingwer-Hackfleisch-Topf von Jutta Kirner kommt es nicht auf exakte Mengen an.
Martina Meier kocht einen klassischen Pichelsteiner.
Der Louisiana-Schmortopf von Robert Mittelmeier enthält Fisch und Garnelen.

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