16.04.2019 - 18:48 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Sicher in den Sommer fahren

Jetzt ist höchste Zeit für den Räderwechsel. Auf was Autofahrer bei den Reifen achten müssen, verraten zwei Fachleute.

Auf was man beim Wechsel auf die Sommerräder achten sollte, verrät der Fachmann.
von Konrad RosnerProfil

(kro) Der Winter verabschiedet sich endgültig. Zeit, die Sommer-Räder auf das Auto zu stecken. Technisch Versierte machen das in der heimischen Garage oder auf dem Hof. Wer nicht so begabt ist oder nicht über den nötigen Platz verfügt, lässt den Fachmann ran. Dieser rät generell zum Werkstatt-Besuch - schon aufgrund der drohenden Unfallgefahr beim nicht sachgemäßen Umgang mit dem Wagenheber. So oder so lohnt sich vor der Montage der Reifen ein aufmerksamer Blick auf selbige.

Auf Schäden prüfen

Werner Meier, Geschäftsführer eines Waldsassener Reifenhändlers, appelliert an die Autofahrer, sich einen Termin zum Reifenwechsel geben zu lassen. Denn gerade in der "Reifenwechsel-Zeit" müsse man sich immer auf Wartezeiten einstellen. Ohne Termin in die Werkstatt zu fahren und "mal schnell die Reifen" wechseln zu lassen, sei wohl kaum möglich. Sein Sohn und Partner Daniel Meier empfiehlt, die Sommerreifen vor der Montage genau zu betrachten - zum einen, um die Profiltiefe zu kontrollieren, und zum anderen, um die Räder auf Beschädigungen zu prüfen.

"Gesetzlich ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vorgeschrieben", erklärt Daniel Meier. Er rät aber dazu, sich bereits Gedanken über neue Reifen zu machen, wenn die Profiltiefe vier Millimeter unterschreite. "Abgefahrene Reifen wirken sich auf die Verkehrssicherheit, den Bremsweg und die Nasshaftung aus." Wichtig sei auch, auf das Alter der Reifen einen Blick zu werfen. "Alte Reifen werden mit der Zeit hart, die Griffigkeit ist dann nicht mehr so gegeben. Reifen, die älter als sechs Jahre sind, sollte man nicht mehr fahren."

Reifen-Alter

Das Reifen-Alter könne der Kfz-Halter anhand der "DOT"-Nummer (siehe Artikel "Hintergrund"), die im Reifen eingeprägt sei, ganz einfach ablesen. Es handelt sich um eine vierstellige Zahl, bei der zuerst die Wochen- und anschließend die Jahreszahl angezeigt werde. "2714" beispielsweise bedeute, dass der Reifen in der 27. Woche im Jahr 2014 hergestellt worden sei. Die Experten raten, vom Kauf billiger No-Name-Fabrikate oder sogenannten runderneuerten Reifen abzusehen. Sie seien "nicht der Hit".

"Viele der neuen Reifen haben mittlerweile eine Laufrichtung. Deshalb ist es wichtig, dass die Räder auch immer richtig auf das Auto montiert werden." Man könne die Räder auch schon mal von vorne nach hinten tauschen, jedoch niemals kreuzweise.

Daniel Meier rät auch dazu, vor dem Radwechsel die gelagerten Sommer-Räder auswuchten zu lassen. "Denn eine Unwucht kommt immer wieder mal vor. Eine Unwucht der Räder ist oftmals daran zu erkennen, dass das Lenkrad während der Fahrt "zittert." Ein professionelles Auswuchten der Räder bietet jede Werkstatt an. Wichtig sei auch, die Räder mit einem entsprechenden Drehmoment festzuziehen. Mittlerweile habe fast jedes Auto andere Drehmomente. "Also ein weiterer Grund, dies von einer Werkstatt machen zu lassen." Nach 50 bis 100 Kilometern sollten die Räder nachgezogen werden. "Sicher ist sicher." Abmontierte Reifen werden gekennzeichnet, damit man weiß, wo die Räder gefahren wurden, zum Beispiel "VL" (vorne links) oder "HL" (hinten links).

Reifendruckkontrolle

Wichtig sei auch der richtige Luftdruck in den Reifen, ergänzt Werner Meier. Die Hersteller geben ihn vor. Es lohnt sich, darauf zu achten. "Auch dies schützt vor übermäßigen Reifenverschleiß." Bei den neueren Fahrzeugen ist das RDKS, das Reifendruckkontrollsystem verbaut, sprich: Die Reifenluftdruckwerte müssen im Fahrzeug nach jedem Reifenwechsel wieder neu konfiguriert werden. Sollten neue Reifenventile mit RDKS eingebaut werden, muss dieses RDKS mittels eines Spezialwerkzeugs eigens "angelernt" werden.

Nach dem Reifenwechsel sollten auch die Winterreifen gleich auf ihre Profiltiefe und Beschädigungen, wie Risse oder gar eingefahrene Nägel, überprüft werden. Werner und Daniel Meier raten zudem, die Räder auch zu waschen, damit der Bremsstaub und andere Ablagerungen entfernt werden. Viele Reifenhändler und Autowerkstätten bieten mittlerweile gegen einen Unkostenbeitrag an, die Räder einzulagern. Ein Service, den viele Autobesitzer gerne annehmen. Das lästige Herumtragen der Räder und das Einlagen in der heimischen Garage oder im Keller entfällt damit.

Daniel Meier empfiehlt, die Sommerreifen vor der Montage genau zu betrachten – zum einen, um die Profiltiefe zu kontrollieren, und zum anderen, um die Räder auf Beschädigungen zu prüfen.
Nach 50 bis 100 Kilometern sollten die Radmuttern aus Gründen der Sicherheit nachgezogen werden.
Daniel Meier beim Auswuchten eines Rades.
Daniel Meier am Anlernen eines Reifendruckkontrollsystem-Ventils. In der linken Hand hält er eines der modernen RDKS-Ventile
Werner Meier im Reifenlager. Ungefähr alle sechs Jahre sollte man neue Reifen kaufen.
Hintergrund::

DOT-Nummer

Die Abkürzung DOT steht für „Department of Transportation“, das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie verlangten als erstes den Code ab 1980. Inzwischen wird die Kennziffer allerdings weltweit angewandt. Eigentlich handelt es sich um die TIN, die „Tire Identification Number“ (dt. Reifen-Identifikationsnummer). Sie umfasst vier Zeichengruppen. Die ersten beiden Zeichen kennzeichnen das Werk, die beiden nächsten stehen für die Reifengröße. Danach folgt optional ein herstellerspezifischer Code, aus dem auch die Marke ablesbar ist. Die letzten vier Ziffern (seit 2000; zuvor drei) verraten das Produktionsjahr: die beiden ersten stehen für die Kalenderwoche, die beiden letzten für das Jahr.

Der Code ist oft nur auf einer Reifenflanke zu finden: bei Reifen mit definierter Laufrichtung auf der rechten, bei Reifen mit definierter Außenseite ebendort. (dt)

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