Nicht immer sind die Fakten so klar wie im Erotikcreme-Fall. Zur Erinnerung: Vor kurzem ließ eine 45-Jährige eine Erotikcreme in Weiden mitgehen. Wer's war, ist klar. Und warum? Dumme Frage, zum Zähneputzen wollte sie die Creme wahrscheinlich nicht nutzen. Oder der Beutezug der Tirschenreuther Gummibärenbande, auch so ein klarer Fall. Zwei fünf- und zehnjährige Mädels klauten eine Tüte Gummibären. Warum? Naja, Haribo macht halt Kinder froh.
Aber, die Realität ist - leider - keine Werbung, also einfach und verständlich. Es gibt immer wieder Fälle, in denen nichts klar ist, weder Täter, noch Motiv - weil die Taten so absurd sind. Was folgende Fragen aufwirft: Was geht ab? Wer klaut sowas? Und vor allem: warum? Jetzt endlich gibt es Antworten - obwohl die der Polizei zu hundert Prozent nicht helfen werden.
Soko Wein
DIEBESGUT: Mehrere Tetra-Pak Rotwein, aus einem Lastwagen bei Pfreimd, in der Nacht auf den 6. Oktober.
TÄTERPROFIL: Person mit gutem Messer (Aufgeschlitzte Lastwagen-Plane!), aber schlechtem Geschmack. Rotwein aus dem Tetra-Pak? Ernsthaft?
ALIBI: Jeder Weinkenner. Also jeder, der wenigstens eine Weinflasche mit dem Korkenzieher öffnen kann.
MOTIV: Saufen. Wer hat Mitte Oktober schlechten Wein ausgeschenkt?
Der Klau vom Bau
DIEBESGUT: Eine komplette Baustellen-Beschilderung (von der Spezialanfertigung „Zufahrt Wildenhof gesperrt“ bis zum Klassiker „Anlieger bis Baustelle frei“), auf der Gemeindeverbindungsstraße Pruppach – Wildenhof, in der Nacht auf den 9. September.
TÄTERPROFIL: Zukünftiger Hausbesitzer, der gerade baut. Kurz zuvor wurde in Vilseck ein ganzes Baugerüst gestohlen, kurz darauf in Plößberg eine Baggerschaufel. Zufall?
ALIBI: Jeder Bauarbeiter. Wer nimmt sich schon gerne die Arbeit mit nach Hause?
MOTIV: Sorgfalt. Sicher ist sicher.
Der Wasser-Fall
DIEBESGUT: Wasser aus einer Wasserflasche, in einem Kindergarten in Regensburg, zwischen 22. Dezember 2017 und 8. Januar 2018.
TÄTERPROFIL: Grausame, kaltblütige, gefühllose Person. Wer bricht schon Kinderherzen, indem er in einen Kindergarten einbricht?
ALIBI: Fürst Heinz von Sayn-Wittgenstein. Was, den kennen Sie nicht? Macht nichts. Der Adoptiv-Fürst, der in Regensburg aufwuchs, ist dieses Jahr vor allem durch seine Teilnahme bei "Promi Big Brother" - wenn man das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt schreiben darf – bekannt geworden. Ausgestiegen ist er da noch am ersten Tag, weil, kein Witz, er in der Show Wasser hätte trinken müssen. Unerhört! Denn: Wasser benutze er nur zum Hintern putzen, wie er damals sagte.
MOTIV: Rache. Der fünfjährige Lauser, dem die Wasserflasche gehörte, hätte dem Täter niemals die Zunge ausstrecken dürfen.
Die Polizeimeldungzum Wasser-Fall
Der Marc-Terenzi-Fall
DIEBESGUT: Drei E-Gitarren und ein Deko-Skelett, in Wiesau, in der Nacht auf den 9. Dezember.
TÄTERPROFIL: Klammer Musiker, der für jeden Blödsinn zu haben ist – zum Beispiel Dschungelcamp. War nicht Marc Terenzi erst vor kurzem mit der Strip-Show „Sixx Paxx“ in der Oberpfalz?
ALIBI: Marc Terenzi. Der war in eben jener Nacht in München, hatte doch dort den unvergessenen Live-Auftritt bei „Keta‘s Fight Gala“ in der Sportscheck-Allwetteranlage.
MOTIV: Da es Marc Terenzi nicht war, bleibt nur ein Motiv: Fasching. Also bitte aufpassen, ob nächstes Jahr einer als Keith Richards unterwegs ist.
Die Playboy-Akte
DIEBESGUT: Wäsche einer 78-jährigen Frau, in Weiden, am 20. Januar.
TÄTERPROFIL: Mann, ganz klar ein Mann. Frauenheld, Playboy, Schürzenjäger. Einer, der – Achtung, Wortwitz! – noch jeder Frau an die Wäsche geht.
ALIBI: Hugh Hefner, der legendärste aller Playboys. Er ist leider im September 2017 gestorben. Und auch Marc Terenzi war's wohl nicht. Der zieht sich bekanntermaßen lieber aus als an.
MOTIV: Baumwollust.
Der Polizeibericht zur Playboy-Akte
Das Weihnachts-Massaker
DIEBESGUT: 25 Weihnachtsbäume, in Regensburg, in der Nacht auf den 7. Dezember.
TÄTERPROFIL: Konservativ eingestellte Person, die den Untergang des Abendlandes befürchtet – soll's ja in Regensburg geben. Die grünen Dinger heißen nämlich Christbäume. Nicht Weihnachtsbäume, wie sie der Verkäufer nannte. Christbäume!
ALIBI: Der Grinch. Der war zum Tatzeitpunkt entweder in Peru oder in Ungarn, um dort seinen neuen Kinofilm „Der Grinch“ vorzustellen.
MOTIV: Angst vor dem Fremden.
Der Fall der Heiligen Dreistigkeit
DIEBESGUT: Der heilige Hubertus, in Pleystein, 10. Mai; die heilige Bernadette von Soubirous, in Oberlind bei Vohenstrauß, 12. Juni.
TÄTERPROFIL: Fauler, aber kreativer Zwölftklässler, der kurz vor dem Abitur Panik bekam. Und einen Tag vor der Deutsch-Prüfung Hilfe beim heiligen Hubertus suchte. Cleverer Schachzug, denn der wird mancherorts ja zu den 14 Nothelfern gezählt. Kurz vorm Kolloquium, vermutlich in Französisch, brauchte der Eliteschüler eine Heilige aus unserem Nachbarland. Also stibitzte er die Heiligenfigur aus der Lourdes-Grotte an der Kalvarienbergkirche.
ALIBI: Alle ungläubigen Menschen – die können mit den Heiligen ja nichts anfangen.
MOTIV: Letzte Hoffnung.























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