14.05.2020 - 17:43 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab: "Wenn es soweit ist, dann rennen wir"

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Keine Europameisterschaft, keine Olympischen Spiele: Corinna Schwab, Leichtathletin aus Hiltersdorf in Top-Form und 2020 mit überragenden Ergebnissen, war zunächst etwas frustriert. Aber dann kommt der gewisse Moment und die Hoffnung ...

Startbereit, wenn es wieder Wettkämpfe geben sollte: Corinna Schwab.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Das große Ziel hieß heuer Tokio und auch Paris, doch sowohl Olympia als auch die EM sind auf nächstes Jahr verlegt.

Die Athletin der LG Telis Finanz Regensburg lässt sich aber nicht unterkriegen, vor allem, weil die Hoffnung auf die deutsche Meisterschaft noch besteht, die im Juni in Braunschweig stattfinden soll. Ein Interview mit der 21-Jährigen, die in Chemnitz studiert und am Olympia-Stützpunkt trainiert.

ONETZ: Wo befinden Sie sich momentan?

Corinna Schwab: In Chemnitz, schon die ganze Zeit. Wir haben Fern-Uni und Online-Vorlesungen. Wir trainieren auch. Deswegen gab es gar nicht die Möglichkeit, nach Hause zu fahren.

ONETZ: War das Training denn offiziell erlaubt?

Corinna Schwab: Trainiert haben wir immer. Die ersten paar Wochen im Freien und improvisiert, als die Anlagen gesperrt waren. Und anders, als wir noch vor einem halben Jahr gedacht hatten. Wir haben aber als Kader-Athleten relativ schnell eine Ausnahmegenehmigung bekommen, so dass wir in der Halle trainieren dürfen. Nur ausgewählte Personen und unter bestimmten Auflagen.

ONETZ: Sie waren Anfang des Jahres in Top-Form. Ist es da für Sie besonders frustrierend, dass in diesem Jahr kein größerer Wettbewerb stattfindet? Weder Europameisterschaft noch Olympische Spiele?

Corinna Schwab: Das war schon schwierig, als wir das erfahren haben. Das hat einen überrumpelt, die ganze Situation. Am Anfang war es im Training problematisch, die richtige Motivation zu finden. Aber wir haben uns dann in der Gruppe zusammengesetzt und beschlossen: Das ist jetzt so wie es ist, und wir machen das Beste daraus. Seit diesem Moment gibt es auch keinen Zweifel mehr und kein Zurückhalten. Ganz normal Training, ganz normal Vollgas.

ONETZ: Wie sieht das normale Training aus?

Corinna Schwab: Wir trainieren nur einmal am Tag. Aber länger. Wir schieben zwei Einheiten zu einer zusammen, um längere Regenerationsphasen zu haben. Es hängt von der Phase ab. In der Aufbauphase sind wir schon mal fünf Stunden in der Halle. Jetzt ist das reduziert, weil wir schon sprinten und schneller laufen. Da sind wir nach zwei Stunden schon fertig.

ONETZ: Läuft das Training anders ab, wenn man weiß, es gibt keinen Wettkampf?

Corinna Schwab: Nein. Wir trainieren so, als hätten wir einen Wettkampf. Wir Leichtathleten hoffen ja noch auf eine Late Session. Soweit ich weiß, sind ein paar Wettkämpfe geplant. Aber unter welchen Auflagen, das ist noch unklar. Der Deutsche Leichtathletikverband versucht alles, damit wenigstens ein bisschen was stattfinden kann. Die deutsche Meisterschaft ist auch noch nicht abgesagt.

ONETZ: Die ist für Juni in Braunschweig vorgesehen?

Corinna Schwab: Ja, eventuell wird sie verschoben. Da gibt es einige Pläne mit bestimmten Auflagen, womöglich ohne Zuschauer. Oder mit begrenzter Teilnehmerzahl. Das könnte ich mir vorstellen. Mal abwarten, das kann man eh nicht beeinflussen und auch nicht ändern. Wenn es soweit ist, dann rennen wir und stehen fit an der Linie. Infos haben wir bisher noch keine.

ONETZ: Also ein kleines Ziel gibt es noch ...

Corinna Schwab: Ja, definitiv. Das Ziel muss sein, besser zu werden. Und die Zeit nutzen, wir haben durch die Pause relativ viele Freiräume. Ohne Wettkampf, das ist natürlich blöd, das hätte keiner gedacht. Aber es ist nicht aufgehoben sondern nur aufgeschoben. Dann sind die Ziele nächstes Jahr umso größer.

ONETZ: Ihr Ziel sind nach wie vor die Olympischen Spiele. 2021 ...

Corinna Schwab: Ja. Wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes Jahr.

ONETZ: Ihr größter Wunsch in Zeiten von Corona?

Corinna Schwab: Dass wieder Wettkämpfe normal stattfinden. Auf das arbeiten wir hin. Da sind die Erfolge, die dadurch kommen. Das kann auch kein Training ersetzen.

ONETZ: Was machen Sie als erstes, wenn wieder Normalität einkehrt?

Corinna Schwab: Wieder ins Cafe gehen und Leute treffen, die ich schon länger nicht gesehen habe. Und natürlich nach Hause fahren, das war ja bisher nicht erlaubt. Durch den Sport ist mein Leben geregelt, deswegen merke ich die Einschränkungen nicht jeden Tag. Mit den Online-Vorlesungen bekomme ich den Tag schon gut herum. Aber mal in die Stadt gehen, das fehlt mir schon.

Amberg
Amberg
Amberg
Amberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.